Giro d’Italia 2012 – die Favoriten

Wem liegt der Parcours, wer ist der Top-Favorit? Unsere 5-Favoriten für den Sieg des 95. Giro d’Italia, unser Kaffeesatz-Tipp für das Podium in Mailand und 5 weitere Favoriten-Namen & warum wir nicht an ihren Erfolg glauben – im Giro-Favoritencheck. Roman Kreuziger Roman Kreuziger hat in den vergangen Jahren bereits gezeigt, dass er zu den besten [...]

Wem liegt der Parcours, wer ist der Top-Favorit? Unsere 5-Favoriten für den Sieg des 95. Giro d’Italia, unser Kaffeesatz-Tipp für das Podium in Mailand und 5 weitere Favoriten-Namen & warum wir nicht an ihren Erfolg glauben – im Giro-Favoritencheck.

Roman Kreuziger


Roman Kreuziger hat in den vergangen Jahren bereits gezeigt, dass er zu den besten Rundfahrern im Peloton gehört.  2009 und 2010 beendete er die Tour de France in den Top-10 und wurde im vergangenen Jahr Sechster des Giro. Der Gewinner der Nachwuchswertung des Giro-2011 ist ohne Frage eines der größten Talente. Dennoch konnte er noch keinen Podestplatz bei einer der Grand-Tours erringen. Das soll sich in den nächsten Wochen ändern. Kreuziger will aus dem Schatten der anderen großen Talente seiner Generation heraustreten und zu Andy Schleck und Vincenzo Nibali aufrücken. Der Parcours des diesjährigen Giro ist dem exzellenten Zeitfahrer nicht gerade auf den Leib geschneidert. Nur 38,8 km kämpft jeder allein gegen die Uhr, für eine dreiwöchige Rundfahrt recht wenig. Doch auch am Berg ist der Tscheche stark und zeigte sich in den vergangenen Wochen in sehr guter Form! Sowohl beim Giro del Trentino als auch bei der Tour de Romandie gehörte er zu den Stärksten.  Vor der Saison wechselte Kreuziger von Liquigas zu Astana und hat beim Giro eine sehr starke Mannschaft an seiner Seite. Die von den Kasachen in ihn gesetzten Erwarten sind ähnlich groß wie sein Talent – der Tscheche soll in Mailand auf dem Treppchen stehen. Für uns ist er der Top-Favorit!

 

Michele Scarponi


Der Italiener ist nach der Disqualifikation von Alberto Contador nun offiziell der Titelverteidiger. Doch ein Sieg ohne Podestjubel ist wohl nur die Hälfte wert. Scarponi wird als Top-Favorit gehandelt und das, aufgrund seiner enormen Kletterstärke, zu Recht. Der geständige und auch gesperrte Fuentes-Kunde ist einer der stärksten Bergfahrer und nach seiner Sperre 2008  auch keinesfalls schwächer ins Peloton zurückgekehrt. Scarponis Schwäche ist das Zeitfahren, doch auch dort zeigte er sich im letzten Jahr stärker als früher. Das Profil des Giro liegt dem Italiener sehr und er ist für viele Experten der heißeste Kandidat auf den Sieg. Doch die Favoritenrolle haftet ihm auch im Rennen an. Er und sein Lampre-Team werden gefordert sein und viel Arbeit machen müssen, vielleicht mehr als ihnen lieb ist. Und noch etwas spricht gegen Scarponi: sein Teamkollege Damiano Cunego. Der „Kleine Prinz“ zeigte sich in dieser Saison bereits enorm stark und könnte für Lampre sowohl taktisches Element als auch Alternativ-Kapitän sein. Cunego kann ohne Druck fahren, was ihm bekanntermaßen sehr gut bekommt. Auch wenn der „Kleine Prinz“ nicht mehr die Berge hinauffliegt wie bei seinem Giro Sieg 2004, sollte er das Rosa-Trikot einmal tragen, will er es nicht mehr hergeben. Und vielleicht kommt man dann auch bei der Teamleitung ins Grübeln, wer die Nummer 1 im Team ist.

Das sind natürlich alles „hätte-wäre-wenn-Gednaken“, beeinflusst von skeptischen Blicken – wenn alles so läuft wie erwartet ist Scaponi der Lampre- und vielleicht auch der Giro-Chef.

 

Ivan Basso:


Nachdem Ivan Basso in den letzten Wochen nicht die Form gezeigt hat, die für einen Giro-Triumph nötig wäre, hat seine Äußerung, den Giro nur zu fahren, wenn er auch ums Rosa-Trikot kämpfen können, wenig überrascht. Dass er ihn nun doch in Angriff nimmt es auch nur auf den ersten Blick  verwunderlich. Der Giro-2012 wird in der letzten Woche entschieden, denn dort stehen die knüppelharten Bergetappen an. Es bleibt dem Giro Sieger von 2006 & 2010 also genügend Zeit, sich im Rennen in Form zu bringen. Mit Valerio Agnoli und natürlich Sylvester Szmyd hat Basso exzellente Helfer für die schweren Bergetappen an seiner Seite. Sollte Basso bis zur Dritten Woche in Form kommen, landet er sicher auf dem Podium. Für uns ist er neben Roman Kreuziger der heißeste Kandidat für den Sieg.

 

Domenico Pozzovivo


Wer den kleinen Italiener beim Giro del Trentino die Berge hinauffliegen sah, hat ihn sicher gleich auf den Favoritenzettel des Giro notiert. Pozzovivos Kletterstärke ist zwar nicht erst seit dieser Saison bekannt (bereits 2008 beendete er den Giro unter den Top-10), aber die Berg-Raketen, die er in den letzten Wochen zünden konnte, waren echt beeindruckend! Seine größte Schwäche ist der Kampf gegen die Uhr.  Auch sein Colnago-CSF Inox-Team zählt nicht gerade zu den Favoriten für das Mannschaftszeitfahren (mal ganz vorsichtig formuliert). Pozzovivo wird also nicht nur mit einem ordentlichen Rückstand auf Basso und Kreuziger in die letzte Giro-Woche gehen, sondern benötigt auch einen Puffer für das abschließende Zeitfahren. Das bedeutet für die Berge: Attacke! Sollte der Italiener die Bergform der vergangen Wochen beim Giro bestätigen können, wird er so manchem um die Ohren fahren und die Tifosi begeistern. Er wird stark fahren, aber an einen Sieg in Mailand glauben wir erst, wenn er vom Podium winkt – unsere Glaskugel sagt: Platz 5.

 

Joaquim Rodriguez


Bereits fünf Mal hat der kleine Spanier eine Landesrundfahrt unter den Top-10 beendet. Dass er derzeit die Form hat, auch beim Giro vorn zu landen, zeigte er mit seinem Sieg beim Fléche Wallone und einem starken Auftritt bei Lüttich-Bastogne-Lüttich. Rodriguez ist einer der explosivsten Kletterer im Peloton und mit seinen 55 kg wie gemacht für die Berge. Die relativ wenigen Zeitfahrkilometer der diesjährigen Austragung kommen dem Spanier sicher entgegen und die letzte Giro-Woche ist ganz nach seinem Geschmack. Sollte er die Form der Klassiker bis zum Ende des Giro behalten, kann er ums Podium kämpfen.

 

 

Sich vor einer Rundfahrt auf 5-Favoriten festzulegen ist sehr schwer, die Reihenfolge der ersten Fünf vorherzusagen pure Kaffeesatzleserei. Das stand in unserem Pellini-Espresso:

1. Kreuziger
2. Basso
3. Scarponi
4. Rodriguez
5. Pozzovivo

 

Es werden noch einige weitere Fahrer als Giro-Favoriten gehandelt, hier 5 Namen & warum wir sie nicht in unserer Top-5 haben.

 

Ryder Hesjedal – starkes Frühjahr, starker Fahrer, wird aber bei den ultraschweren Bergetappen mächtig Probleme bekommen.

Damiano Cunego – Klar hat er den Giro gewonnen, klar ist er in toller Form, klar kann er als taktisches Element eingesetzt werden, klar kann er plötzlich ins Trikot fahren. Aber Cunego geht nicht als Kapitän ins Rennen und wird sich wohl auch lieber auf 2-3 mögliche Etappensiege konzentrieren, als am Ende 5. zu werden.

José Rujano – Der Kerl ist eine Wundertüte. Mal ist man geneigt Chuck-Norris-Witze zu machen: „Jose Rujano muss am Berg nicht treten, die Kurbeln flüchten vor seiner Kraft“ und manchmal fährt er wie ein Hobby-Radler. Der Kerl ist unberechenbar und seine Leistungssprünge nicht Wenigen suspekt. Der Kerl gewinnt eine Etappe, vermutlich ein geschichtsträchtige und dann ist gut, Platz 8 in Mailand, fertig aus.

John Gadret – Ja, im vergangenen Jahr wurde der Franzose Dritter! Ja, er ist ein begnadeter Kletterer. Ja, Gadret liegt der Kurs. Aber er hat einfach nicht die Form des vergangen Jahres – Top-10 ja, aber Podium, NEIN!

Frank Schleck – Er gehört zu den besten Fahrer der Radsportwelt und könnte den Giro sicher auch gewinnen. Aber er hat sich weder auf den Giro vorbereitet, noch dürfte er besonders motiviert sein. Schleck ist nach dem Ausfall von Jakob Fuglsang in den Kader gerutscht und soll nun die Eisen aus dem Feuer holen. Er will lieber im Sommer mit Bruder Andy die Tour gewinnen, als mit 85%-Form beim Giro ums Podium kämpfen.

Alle Etappen mit Profil in der Etappenvorschau

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