Michal Kwiatkowski (Etixx-Quickstep) hat das Amstel Gold Race 2015 gewonnen. Der Pole siegte nach 258 km im Sprint einer größeren Gruppe vor Alejandro Valverde (Movistar) und Michael Matthews (Orica-Greenedge).

Die Entscheidung fiel wie erwartet auf den letzten Kilometern des Rennens. Das Feld ging geschlossen in den letzte Anstieg zum Cauberg. Ben Hermans (BMC) setzte am Fuße, knapp 2,5 km vor dem Ziel, die erste Attacke. Wenig später folgte der erwartete Antritt des Titelverteidigers Philippe Gilbert (BMC). Doch der Belgier konnte in diesem Jahr nicht auf und davon ziehen. Michael Matthews blieb bis zum Gipfel an Gilberts Rad. Über die Kuppe des Anstiegs sprang auch Alejandro Valverde nach vorn, und weil keiner allein das Tempo machen wollte, schlossen weitere Fahrer auf. Im Sprint war schließlich Weltmeister Kwiatkowski der Schnellste und siegte.

Gilbert attackiert am Cauberg (Foto:Roth&Roth roth-foto.de)
Gilbert attackiert am Cauberg (Foto:Roth&Roth roth-foto.de)

So lief das Rennen

Nach dem Start in Maastricht dauerte es bis Rennkilometer 28, ehe die Fluchtgruppe des Tages stand. Laurens De Vreese (Astana), Jan Polanc (Lampre), Timo Roosen (LottoNL-Jumbo), Linus Gerdemann (Cult Energy), Johann Van Zyl (MTN-Qhubeka) und Mike Terpstra (Team Roompot) hatten schnell einige Minuten Vorsprung.

Im Feld machten BMC und Movistar die Nachführarbeit. Vor allem Jasha Sütterlin (Movistar) verrichtete viel Arbeit an der Spitze des Peloton. Zwischenzeitlich betrug der Vorsprung der sechs Spitzenreiter mehr als sechs Minuten, doch das Feld verkürzte schnell den Abstand, als es Richtung Finale ging.

Fünfzig Kilometer vor dem Ziel war der Vorsprung unter eine Minute gesunken und am Gulpenberg zerfiel die Spitzengruppe. Laurens De Vreese (Astana), Jan Polanc (Lampre) und Linus Gerdemann (Cult Energy) ließen ihre Begleiter stehen.Wenig später, 37 km vor dem Ziel wurden auch das Trio von den Verfolgern eingeholt.

 

Das Finale

David Tanner (IAM) hatte die erste Attacke aus dem Peloton gesetzt und schloss am Eijserbosweg gemeinsam mit Simon Clarke (Orica.Greenedga) zur Spitze auf. Gerdemann fiel zurück, sodass Tannet, Albasini, De Freese und Polanc zu viert vorn fuhren. Dahinter hatte sich eine Verfolgergruppe gebildet, zu der auch Tony Martin (Etixx-Quickstep), Alex Howes (Cannondale-garmin) und Toursieger Vincenzo Nibali (Astana) gehörten.

Am Keutenberg, dem mit mehr als 20 % steilsten Anstieg, mussten auch De Freese und Polanc reißen lassen. Wenig später, 27 km vor dem Ziel schlossen Tony Martin, Vincenzo Nibali und Alex Howes zu den beiden Spitzenreitern auf. Im Feld waren nun Movistar und Lotto-Soudal gefordert und machten auch die Nachführarbeit.

Als es das vorletzte Mal über den Cauberg ging, musste Alex Howes reißen lassen. Im Feld machte BMC im Anstieg die Nachführarbeit und führte das Feld 17  Sekunden nach den vier Spitzenreitern auf die 18 km lange Schlussrunde.

 

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Das Feld kam immer näher und Vincenzo Nibali attackierte im nächsten Anstieg. Clarke und Martin konnten folgen, Tanner fiel zurück. Doch das Trio arbeitete nicht gut zusammen, sodass Simon Clarke angriff und sein Glück allein versuchte. Doch 8 km vor dem Ziel wurde auch Clarke eingeholt.  Jakub Fuglsang (Astana) attackierte am vorletzten Anstieg, 7 km vor dem Ziel, doch Grag Van Avermaet (BMC) konnte folgen und machte keine Führungsarbeit. So kam es zum erwarteten Showdown am Cauberg.