Alejandro Valverde (Movistar)

Alejandro Valverde siegt beim Flèche Wallonne 2014 (Foto: Roth&Roth; Roth-Foto.de)
Alejandro Valverde siegt beim Flèche Wallonne 2014 (Foto: Roth&Roth; Roth-Foto.de)

Es hat wieder nicht geklappt – Alejandro Valverde hat beim Amstel Gold Race erneut das Nachsehen gehabt. Diesmal scheiterte er im Sprint an Michal Kwiatkowski. Valverde war dennoch zufrieden. Denn die Form stimmt und nun kommen jene beide Ardennenklassiker, die ihm noch besser liegen: Der Flèche Wallonne und Lüttich-Bastogne-Lüttich. Der Spanier hat im vergangenen Jahr in Huy gewonnen und auch diesmal wird die Entscheidung wieder dort an der berühmten Mur fallen. Doch das Finale ist schwieriger diesmal, denn die Organisatoren haben mit dem Côte de Cherave fünf Kilometer vor dem Ziel einen weiteren schwierigen Anstieg eingebaut. Das kommt Valverde eher noch entgegen, weil damit die Selektion größer wird. Die Mur de Huy ist zudem 500 Meter länger und noch steiler als der Cauberg, Auch das ist für Valverde kein Nachteil, wie er im vergangenen Jahr eindrucksvoll bewiesen hat.

Michael Kwiatkowski (Etixx-Quick Step)

AMSTEL GOLD RACE 2015
Michael Kwiatkoski siegt beim Amstel Gold Race vergangenen Sonntag (Foto: Roth&Roth; Roth-Foto.de

Der Weltmeister ist beim Amstel Gold Race seiner Mitfavoritenrolle gerecht geworden. Dass er dabei auch davon profitierte, dass Philippe Gilbert nicht mit Michael Matthews ins Ziel fahren wollte, ist klar. Dennoch war Kwiatkowski am Ende der verdiente Sieger, was ihn auch für den Flèche Wallonne zum Sieganwärter macht, wo er 2014 schon Dritter wurde. Ob die Taktik seines Teams noch einmal so gut aufgehen wird wie am Sonntag ist allerdings fraglich. Die Mannschaft, die Etixx-Quick Step in die Ardennenklassiker schickt, ist nicht unbedingt ideal für das Auf und Ab dort. Das liegt daran, dass man ein starkes Giro-Team um den Kolumbianer Rigoberto Uran aufgebaut hat, der seine erste große Rundfahrt gewinnen soll. Und noch einmal wird die Konkurrenz die Equipe nicht aus der Verantwortung lassen. Unabhängig davon, wird es Kwiatkowski an der Mur dann ohnehin alleine richten müssen. Abreißen lassen darf er dann, anders als am Cauberg nicht: Nach dem Schlussanstieg ist diesmal direkt Schluss.

Daniel Martin (Garmin-Cannondale)

Daniel Martin (Foto: Roth&Roth; Roth-Foto.de)
Daniel Martin (Foto: Roth&Roth; Roth-Foto.de)

In all der Aufregung um Kwiatkowskis Sieg, Valverdes nächsten vergeblichen Anlauf und den starken Auftritt des Drittplatzierten Michael Matthews blieb fast unbemerkt, dass auch Daniel Martin beim Amstel Gold Race mit der Spitzengruppe ins Ziel kam. Der Ire zeigt sich in gute Verfassung für seine Lieblingswoche im Frühjahr. Die Ardennenklassiker liegen ihm. Und dass der Flèche Wallonne in diesem Jahr ganz oben auf seiner Prioritätenliste liegt hat er die Öffentlichkeit im Januar schon wissen lassen. Sechster, Vierter und Zweiter ist er in Huy schon gewesen. Nun soll es noch einen Schritt weiter nach oben gehen. Martin hat das Zeug dazu an der Mur mit den Besten mitzuhalten, aber ihm ist auch zuzutrauen, dass er den neuen Kurs für eine Überraschungsattacke am Côte de Cherave nutzt.

 

Rui Alberto Costa (Lampre-Merida)

PARIS-NIZZA 2015 - 7. Etappe
Rui Alberto Costa (Foto: Roth&Roth; Roth-Foto.de)

Der Weltmeister von 2013 war wie Martin ganz vorne dabei beim Amstel Gold Race. Am Ende belegte er den undankbaren vierten Platz. Der Portugiese ist ein explosiver Kletterer und hat gute Chancen auch an der Mur dabei zu sein, wenn die Podiumsplätze vergeben werden. Im vergangen Jahr hat Costa Pech, als ein Sturz seines Teamkollegen Damiano Cunego bei der Anfahrt auf den finalen Anstieg aufhielt und ihn  alle Sieghoffnungen kostete. Wenn er diesmal vom Pech verschont bleibt, wird er in diesem Jahr dabei sein, wenn es zum letzten Mal über die Mur von Huy geht. Aber wie Daniel Martin ist auch ihm zuzutrauen, dass er die Entscheidung schon fünf Kilometer vorher am vorletzten Anstieg sucht.

 

Joaquim Rodriguez (Katusha)

BASKENLAND-RUNDFAHRT 2015 - 3. Etappe
Joaquin Rodriguez (Foto: Roth&Roth; Roth-Foto.de)

Der Spanier kam am Sonntag erst mit der zweiten Gruppe mit 16 Sekunden Rückstand ins Ziel des Amstel Gold Race, nachdem er am Cauberg den Anschluss verloren hatte. Für den Flèche Wallonne sollte man ihn deshalb aber nicht abschreiben. Das Rennen liegt ihm und er hat dort 2012 schon einmal gewonnen. Und wer seinen Auftritt bei der Baskenland-Rundfahrt verfolgt hat, die er als Gesamtsieger inklusive zweier Etappenerfolge beendete, weiß, dass er die nötige Form und Explosivität besitzt, um im Finale ganz vorne mit dabei zu sein. Und mit Daniel Moreno sowie Giampaolo Caruso, am Sonntag beim Amstel Gold Race mit der Spitzengruppe auf Rang elf bzw. Platz 13 ins Ziel gekommen, besitzt Katusha noch zwei weitere Optionen, mit der die russische Equipe gut taktieren kann.

 

Außenseiter: Michael Albasini (Orica-GreenEdge)

Vattenfall Cyclassics 2013
Michael Albasini (Foto: Roth&Roth; Roth-Foto.de)

Im vergangenen Jahr fehlten Michael Albasini nur acht Sekunden auf den Sieger Alejandro Valverde. Der Schweizer belegte am Ende Rang sieben. Der Schweizer führt das Erica-GreenEdge-Team als Kapitän in den Flèche Wallonne. Und es ist die Mannschaft, die Albasini zu einem weniger gewagten Außenseiter-Tipp macht, als es auf den ersten Blick erscheint. Mit dem Amstel-Zweiten Michael Matthews hat er einen wichtigen Mann an seiner Seite, den die Konkurrenten im Blick behalten werden. Und Simon Clarke hat mit seiner Attacke am Eyserbosweg das Amstel Gold Race in der entscheidenden Phase mitgeprägt. Aber natürlich gilt auch für Albasini, der sich am vergangenen Sonntag selbst in den Dienst der Mannschaft stellte: Am Ende muss er es alleine richten. Ob er dann eine Chance hat gegen Valverde, Kwiatkowski und Co. bleibt fraglich, ist aber nicht vollständig auszuschließen.