Wie schon beim Flèche Wallonne hat Veranstalter ASO auch die Strecke des schwersten Ardennen-Klassikers etwas modifiziert. Start und Ziel sind gleich geblieben, aber das Finale der Doyenne verspricht dank der Änderungen mehr Spannung.

Karte Lüttich-Bastogne-Lüttich 2015
Karte Lüttich-Bastogne-Lüttich 2015

Die Strecke

Vom Start in Lüttich führt die Strecke nach Süden, in Richtung Bastogne. Schon die ersten 100 Kilometer geht es rauf und runter. Die letzten 100 km haben es dann wirklich in sich. Insgesamt sind 253 km zu absolvieren, auf denen 10 kategorisierte Anstiege auf die Fahrer warten. Wirklich flach ist es aber so gut wie nie. Der südlichste Punkt ist nach 107 km in Bastogne erreicht.

 

Das neue, sehr schwere Finale

So richtig los geht die Achterbahnfahrt durch die Ardennen 90 km vor dem Ziel. Da warten gleich drei Anstiege kurz hintereinander – Côte de Wanne (2.7 lang | 7.4%)Côte de Stockeu (1 km | 12.5%) und Côte de la Haute-Levée (3.6 km | 5.6%). 

Danach gibt es in diesem Jahr keine Pause, denn hier wurde die Strecke geändert. Statt der etwas längeren Anfahrt zur Côte de la Vecquée geht es in diesem Jahr direkt zum schwereren Col du Rosier (4.4 km | 5.9%). Nach der Abfahrt folgt der Col du Maquisard (2.5 km | 5%), ehe die Côte de La Redoute (2 km | 8.9%) dann endgültig das Finale einläutet.

Dieser Rennabschnitt ist in diesem Jahr deutlich schwerer geworden und es wird hier sicher eine Selektion geben. Vermutlich wird dann auch etwas mehr Spannung in den Rennverlauf kommen, da die Favoriten nicht mehr viele Helfer bei sich haben werden. Sind die Kapitäne isoliert, können die Angriffe beginnen. Das könnten auch die Überlegungen der Organisatoren gewesen sein. Und noch etwas könnte Attacken der Top-Favoriten an der Redoute begünstigen. Der Weg ins Ziel ist mit 34,5 km deutlich kürzer als im letzten Jahr. Kürzer, aber deftig! Denn nur 15 km sind es bis zur Côte de la Roche-aux-Faucons (1.5 km | 9.4%). Dieser Anstieg ist ein echter Brocken. Von dort führt die Strecke wie in den letzten Jahren über die Côte de Saint-Nicolas (1.2 km | 8.6%) nach Ans in Ziel.

Profil Lüttich-Bastogne-Lüttich 2015
Profil Lüttich-Bastogne-Lüttich 2015

 

Mehr Attacken, mehr Spannung

Nicht nur die neue Streckenführung könnte das Rennen schwerer und spannender machen, denn für den Renntag ist Regen angesagt. Doch auch bei perfektem Rennwetter bietet das komprimierte und schwerere Finale Gelegenheit zum Angriff. Fahrer wie Vincenzo Nibali, Daniel Martin oder Rui Alberto Costa könnten profitieren, sollten Joaquin Rodriguez und Alejandro Valverde keine Helfer mehr an ihrer Seite haben und das Rennen deshalb nicht mehr kontrollieren können. So stark wie sich Valverde beim Flèche Wallone präsentiert hat, wird die Verantwortung zum Nachführen bei ihm liegen. Doch ohne Helfer wird er seine Energie nicht bei der Aufholjagd verschleudern.

 

Die letzte Chance für Attacken bietet traditionell die Côte de Saint-Nicolas (1.2 km | 8.6%). Sollte sich hier eine kleinere Gruppe mit Valverde oder Rodriguez vorn befinden, könnten die weniger spurtstarken Fahrer versuchen, die endschnellen Männer abzuhängen. Vom Gipfel ist es nicht mehr weit bis ins Ziel, doch erst die letzten 200 Meter sind wirklich flach.

 

Profil letzte 5 km Lüttich-Bastogne-Lüttich

 

Die Highlights vom letzten Jahr: