Keine Zeit zum Durchschnaufen. Nach dem Spektakel, das Astana auf der vierten Etappe veranstaltet hat, werden die Favoriten gleich wieder gefordert sein. Bei der fünften Etappe steht der erste Schlussanstieg des Giro 2015 auf dem Programm. Ziel des 152 Kilometer langen Teilstücks ist der Abetone in der Toskana. Es ist der Berg, an dem die Legende des Fausto Coppi ihren Anfang nahm. 1940 radelte er dort der Konkurrenz davon, fuhr solo bis ins Ziel nach Modena. Es war sein erster Giro-Etappensieg und bildete den Grundstein für seinen ersten Gesamtsieg.

Das Peloton wird sicher keinen Blick für den Gedenkstein entlang der Strecke haben, denn hier wird es auch 75 Jahre nach Coppis Triumph zur Sache gehen. Die Etappe startet in La Spezia und die Strecke führt zunächst ein kleines Stück am Golf von La Spezia entlang, bevor es ostwärts ins Landesinnere geht. Das Profil ist jedoch diesmal nicht ganz so ruppig wie an den Tagen zuvor. Bei Kilometer 57,6 wartet mit dem Force Carpinelli eine Bergwertung der 3. Kategorie. Der 370 Meter hohe Barga bei Kilometer 97 ist eher ein Hügel und deshalb auch nicht kategorisiert. Danach folgt schon bald der Schlussanstieg.

Schlussanstieg 5. Etappe Giro 2015
Schlussanstieg 5. Etappe Giro 2015

Auf den ersten Blick wirkt das Profil des 17,3 Kilometer langen Schlussanstieges nicht besonders schwierig, aber das täuscht. Die ersten vier Kilometer sind moderat, die durchschnittliche Steigung beträgt nur 2,8 Prozent, doch dann wird es steiler. Die Kehren hinauf nach Abetone haben zum Teil neun Prozent, das steilste Stück erreicht zehn Prozent Steigung. Erst bei Kilometer 12,5 wird es noch einmal ein bisschen flacher (5-6 Prozent). Eine acht Prozent steile Rampe knapp zwei Kilometer vor dem Ziel bietet noch einmal die Chance auf eine Attacke.

Wir erwarten: Nach dem gestrigen Tag, werden es die Favoritenteams diesmal wohl erst am Abetone krachen lassen. Deshalb gehen wir von einer Fluchtgruppe aus, die aber einen guten Vorsprung haben muss, wenn es in den Schlussanstieg geht, um nicht eingesammelt zu werden. Die Favoriten werden am Abetone nicht still halten.

Favoriten: Fabio Aru, Alberto Contador, Richie Porte