Jan Polanc (Lampre-Merida) hat die erste Bergankunft des Giro 2015 gewonnen. Der Slowene gehörte auf der 152 Kilometer langen Etappe von La Spezia nach Abetone zu einer Ausreißergruppe, die sich kurz nach dem Start gebildet hatte. Im Schlussanstieg setzte sich Polanc von seinen Begleitern ab und fuhr als Solist ins Ziel. Zweiter wurde Sylvain Chavanel (IAM), der ebenfalls zur Fluchtgruppe gehörte. Dritter wurde Fabio Aru (Astana), der den Spurt gegen Alberto Contador (Tinkoff-Saxo) und Richie Porte (Sky) gewann. Etwas weniger als fünf Kilometer vor dem Ziel attackierte Alberto Contador aus der Favoritengruppe und eröffnete den Kampf der Giro-Favoriten. Nur Fabio Aru und Richie Porte konnten dem Spanier folgen. Dann versuchte es Porte, kam aber auch nicht weg. Das Trio nahm das Tempo wieder raus, bis Arus Teamkollege Mikel Landa zu ihnen aufschloss und dann bis zum Schlussspurt die Tempoarbeit machte.

Ryder Hesjedal (Cannodale-Garmin), Damiano Cunego (Vini-Fantini) und auch Damiano Caruso (BMC) erreichten 20 Sekunden nach Aru mit einer größeren Gruppe das Ziel. Auch Mitfavorit Rigoberto Uran, der wohl noch mit den Folgen einer Erkältung zu kämpfen hat, verlor erneut Zeit. Der Kolumbianer erreichte 28 Sekunden nach Aru, Contador und Porte das Ziel.

Simon Clarke (Orica-GreenEDGE), vor der Etappe Gesamtführender, musste bereits im unteren Teil des 17 Kilometerlangen Schlussanstiegs abreißen lassen und muss das Rosa Trikot nach nur einem Tag abgeben. Neuer Träger des Rosa Trikot ist Alberto Contador, der nun mit zwei Sekunden vor Fabio Aru und 20 Sekunden vor Richie Porte die Gesamtwertung anführt.

 

So lief die Etappe

Die Ausreißergruppe des Tages stand nach wenigen Kilometern. Axel Domont (Ag2r) , Serghei Ţvetcov (Androni Sidermec), Silvan Dillier (BMC), Sylvain Chavanel (IAM) und Jan Polanc (Lampre Merida) hatten schnell einen Vorsprung von mehreren Minuten. Im Feld machte Orica-GreenEDGE die Nachführarbeit. Zeitweise hatten die fünf Ausreißer mehr als 11 Minuten Vorsprung und das Feld ließ es nach dem gestrigen Feuerwerk locker angehen. 26 Kilometer vor dem Ziel lag das Quintett noch 9 Minuten vor dem Feld und die Gruppe arbeitete gut zusammen. In den ersten steilen Passagen des Schlussanstiegs attackierte dann Chavanel aus der Spitzengruppe. Silvan Dillier und Pclanc konnten aufschließen. Wenig später setzte dann Polanc die entscheidende Attacke und feiert den größten Sieg seiner Karriere.