Von wegen Massensprint! Ausreißer Nicola Boem (Bardiani-CSF) hat die 10. Etappe des Giro d’Italia gewonnen. Der Italiener gehörte zu einer Gruppe, die sich gleich nach dem Start in Civitanova Marche gebildet hatte und nach 200 Kilometern in Forlì 18 Sekunden Vorsprung ins Ziel rettete.

Porte verliert Zeit

Zu den Verlierern des Tages zählten aber nicht nur die Sprinter wie André Greipel, sondern auch Richie Porte. Der Australier hatte etwa zehn Kilometer vor dem Ziel einen Defekt, als das Feld mit Vollgas Richtung Ziel schoss, und kam mit 47 Sekunden Rückstand auf die Konkurrenten im Kampf um das Rosa Trikot ins Ziel. In der Gesamtwertung fiel er vom dritten auf den vierten Rang zurück.

UPDATE 20:10 Uhr – Richie Porte & Simon Clarke haben eine Zeitstrafe von 2:00 min bekommen, weil Clarke mit Porte einem Fahrer eines anderen Teams geholfen hat.  

Das entspricht dem UCI-Reglement, in dem eine solche Strafe festgelegt ist. Hier kann man es nachlesen.


Gleich zu Beginn der Etappe hatten sich fünf Italiener zu einer Fluchtgruppe zusammengefunden. Neben Boem gehörten Oscar Gatto (Androni-Giocattoli), Alessandro Malaguti (Nippo-Vini Fantini), Matteo Busato (Southeast) und Alan Marangoni (Cannondale-Garmin) dazu. Bis auf 4’41 Minuten ließ das Feld das Quintett davon fahren.

Niemand hilft Lotto-Soudal

Als es darum ging, den Abstand zu verringern, überließ man die Verantwortung dem Team Lotto-Soudal, das mit André Greipel den vermeintlich stärksten Sprinter im Feld in seinen Reihen hat. Niemand stieg in die Verfolgung mit ein und mit jedem Kilometer wuchs dadurch die Chance für die Ausreißer, die zehn Kilometer vor dem Ziel nur noch zu viert waren, weil auch Gatto Opfer eines Defekts wurde.

Bis anderthalb Kilometer vor dem Ziel arbeitete das Quartett an der Spitze gut zusammen, dann suchte Marangoni, der sich nicht auf einen Sprint einlassen wollte sein Heil in einer Attacke. Doch knapp 400 Kilometer vor dem Ziel waren die anderen drei wieder dran. Boem spielte seine Endschnelligkeit aus und verwies vor Busato und Malaguti auf die Plätze. Marangoni wurde Vierter. Den Sprint des Hauptfeldes um Platz fünf gewann Sascha Modolo (Lampe-Merida) vor Greipel.