Mikel Landa (Astana) hat die 15. Etappe des 98. Giro d’Italia gewonnen. Der Spanier siegte bei der Bergankunft in Madonna di Campiglio vor Yuri Trofimov (Katusha), Alberto Contador (Tinkoff-Saxo) und Fabio Aru (Astana).

Landa attackierte wenige hundert Meter vor dem Ziel aus der Gruppe mit Aru und Contador, überholte Trofimov und siegte mit zwei Sekunden Vorsprung auf ihn. Etwa einen Kilometer vor dem Ziel hatte Trofimov das Trio Landa, Aru und Contador mit seiner Attacke überrascht. Nachdem er zuvor zurückgefallen war, profitierte er vom langsamen Tempo des Trios. Andrey Amador (Movistar) erreichte 42 Sekunden nach Landa das Ziel und verteidigte seinen dritten Gesamtrang.

Vom Start weg wurde attackiert und sehr schnell gefahren. Über mehr als 40 Kilometer folgt Attacke auf Attacke. Erst im ersten Anstieg konnten sich Giovanni Visconti (Movistar) und Ilnur Zakarin (Katusha) absetzen. Benat Intxausti (Movistar) setzte nach und schaffte es bis zur ersten Bergwertung aufzuschließen und sich die Punkte zu sichern. Dahinter bildete sich eine Verfolgergruppe, die dann nach der Abfahrt zu Spitze aufschloss.  Im Feld kontrollierte Tinkoff-Saxo und ließ die Gruppe mit Visconti, Intxausti (Movistar), Zakarin, Brent Bookwalter (BMC), Francesco Gavazzi (Southeast), Matteo Montaguti (Ag2R), Hubert Dupont (Ag2r), Diego Rosa (Astana), Sergio Paulinho (Tinkoff-Saxo) und Konstantin Sioutsou (Sky) an der kurzen Leine.

Etwa 60 Kilometer vor dem Ziel sprengte Visconti die Spitzengruppe und fuhr mit Dupont, Siutsou und Bookwalter allein an der Spitze. Der Rest der einstigen Gruppe ließ sich zurückfallen und wurde kurze Zeit später vom Peloton eingeholt. Im Anstieg zum Passau Daone musste Bookwalter seine Begleiter ziehen lassen. Im Feld übernahm Astana das Tempo und machte das Rennen schnell und schwer.

Richie Porte (Sky) und Rigoberto Uran (Etixx-Quickstep) mussten schon am vorletzten Berg, dem Passo Daone reißen lassen und liegen in der Gesamtwertung nun sehr weit zurück.

Etwas mehr als 13 Kilometer vor dem Ziel wurde mit Hubert Dupont der letzte der Ausreißer von der Favoritengruppe eingeholt. Wie bereits am Passo Daone machte Astana das Tempo. Die Mannschaft von Fabio Aru war am Fuße des 15,5 km langen Schlussanstiegs noch mit fünf Fahrern vorn vertreten, während Contador ohne Helfer war. Dennoch sicherte sich Contador beim letzten Zwischensprint 2 Bonussekunden.

Hinter der Spitze formierte sich eine Verfolgergruppe mit Ryder Hesjedal (Cannondale-Garmin), Jurgen Van den Broeck (Lotto-Soudal), Roman Kreuziger (Tinkoff-Saxo) und weiteren Fahrern. Sie waren in der Abfahrt vom Passau Daone zurückgefallen. Während Hesjedal den Rückstand im Schlussanstieg noch in Grenzen halten konnte, büßte Van den Broeck fast 6 Minuten ein.

Aru hat Mühe zu folgen (Foto: Roth&Roth roth-foto.de)
Aru hat Mühe zu folgen (Foto: Roth&Roth roth-foto.de)

 7 Kilometer vor dem Ziel waren neben Aru und seinen zwei verbliebenen Helfern (Kangert und Landa) nur noch Contador, Leopold König (Sky), Yuri Trofimov (Katusha), Steven Kruijswijk (LottoNL-Jumbo), Alexandre Giniez (FDJ) und Andrej Amador (Movistar) in der Spitzengruppe. Dann musste auch Giniez reißen lassen, nachdem zuvor bereits Caruso (BMC) und Monfort (Lotto-Soudal) zurückgefallen waren.

Die verbliebenen sieben Fahrer blieben dann bis 3 Kilometer vor dem Ziel zusammen. Dann forcierte Mikel Landa das Tempo und brachte seinen Kapitän Aru in Schwierigkeiten. Nur Contador reagierte und machte dann selbst das Tempo. Aru konnte mit Trofimov am Hinterrad wieder aufschließen, während der Rest abreißen lassen musste. Danach attackiert Aru, doch ohne Wirkung. Zwei Kilometer vor dem Ziel griff dann wieder Landa an. Erneut konnte nur Contador mitgehen. Aru verlor aber nur kurz den Anschluss, kam wieder zurück, während Trofimov abreißen ließ. Als das Tempo beim Trio wieder kurz raus war, konnte Trofimov zurückkommen und griff sofort an. Als Landa etwa 300 m vor dem Ziel angriff, konnten Contador und Aru nicht mitgehen.