Es ist die erste richtige Alpenetappe. Vom Start weg geht es, abgesehen von einer kurzen Abfahrt, gut 35 Kilometer bergan. Erst dann steht dem Peloton der erste kategorisierte Anstieg im Weg. Doch der Col des Lèques ist keine große Herausforderung. Mit 6 Kilometern Länge und 5,3 % Steigung gehört er zur 3. Kategorie. Auch der nächste Anstieg, der Col de Toutes Aures (6.1 km/3.1%) nach etwa 70 Rennkilometern gehört zu dieser Kategorie. Knapp 80 Kilometer vor dem Ziel beginnt der Anstieg zum Col de la Colle-Saint-Michel. Zum Gipfel geht es 11 Kilometer mit durchschnittlich 5.2% bergan. Nach der Abfahrt, beginnt das Finale. Der offizielle Anstieg zum Col de Allos beginnt zwar erst 36 Kilometer vor dem Ziel, doch schon bevor der Ort Allos erreicht ist, geht es stetig bergan.

Profil der letzten 36 Kilometer der 17. Etappe
Profil der letzten 36 Kilometer der 17. Etappe

Der Anstieg ist mit 5.5% nicht sonderlich steil, aber mit 14 Kilometern doch recht lang. Die Attacken werden dennoch wohl erst in der Nähe des Gipfels erfolgen. Denn die lange Abfahrt bietet eine gute Gelegenheit sich abzusetzen. Auf der exakt selben Strecke wurde auch bei der Dauphine eine Etappe ausgetragen. Da attackierte Romain Berdet in der Abfahrt und fuhr zum Sieg. Vielleicht probiert der Franzose es bei der Tour erneut. Bardet ist ein herausragender Abfahrer und hätte gute Chancen auf den Etappensieg, wenn es ihm wieder gelingt mit einem kleinen Vorsprung in den Schlussanstieg zu fahren. Nach Pra Loup geht es 6,2 Kilometer mit durchschnittlich 6,5 % bergan, kein leichter, aber auch kein extrem schwerer Berg.

Die großen Kontrahenten von Chris Froome haben Attacken angekündigt. Alberto Contador sprach davon, in den Alpen früh angreifen zu wollen. Klar, denn mit Attacken am Schlussanstieg hat er gegen Froome kein Chance. Auch Nairo Quintana und Alejandro Valverde wollen in den Alpen einiges versuchen. Doch die erste der vier schweren Alpenetappen bietet noch nicht den Chance für Großangriffe. Die Berge sind zu leicht, und die Flachpassagen zwischen den Anstiegen zu lang, um mit einer frühen Attacke viel zeit gutmachen zu können. Doch die Abfahrt vom Allos ist definitiv eine gute Chance, um Froome unter Druck zu setzten. Verliert der Brite auch nur 30 Sekunden, wittert die Konkurrenz Morgenluft und es stehen ihm harte Tage in den Alpen bevor. Deshalb ist es wohl eine wichtige Etappe für die Moral. Doch wer weiß, vielleicht hat einer der Favoriten den Ruhetag nicht gut verkraftet und zeigt Schwäche, dann kann auch der lange Anstieg zum Allos zum Grab aller Tourhoffnungen werden.

 

Wir erwarten: Eine frühe Fluchtgruppe, vielleicht mit Helfern für Contador und Nibali. Angriffe in der Abfahrt vom Allos.

Die Favoriten: Romain Bardet, Vincenzo Nibali, Joaquim Rodriguez