Die 20. Etappe ist nur 110,5 Kilometer lang, aber nach drei Wochen Schinderei dennoch ein schweres Stück Arbeit für die Fahrer. Vom Start geht es zunächst 25 Kilometer leicht bergab, dann hinauf zum Col de la Croix de Fer. Diesmal wird der Berg von der leichteren Seite erklommen, doch die 29 Kilometer mit durchschnittlich 5,2 Prozent Steigung sind trotzdem ein echter Brocken. Die ersten 10 und die letzten 6 Kilometer des Anstiegs sind schwer und bieten eine gute Gelegenheit für Angriffe.

Profil des Col de la Croix de Fer

Auf der ursprünglich geplanten Strecke hätten frühe Attacken der Favoriten eine größere Erfolgschance gehabt, da die Anfahrt zum Schlussanstieg nun länger in flachem Gelände verläuft, wo Chris Froome im Windschatten seiner Helfer Kräfte sparen und Zeit gutmachen kann.

Vom Gipfel geht es gut 40 Kilometer lang bergab bis nach Bourg d’Oisans. Dort wartet der letzte harte Brocken auf das Peloton. Die Stimmung im Anstieg nach Alpe d’Huez wird unvergleichlich sein und die Fahrer im Gruppetto werden sie genießen.

Ganz anderes wird es für die Fahrer sein, die um den Etappensieg oder ihren Platz im Gesamtklassement kämpfen. In den steilen Kehren hinauf zur Alpe werden sie am der Rande der Erschöpfung durch einen Tunnel an Geschrei gegen den Schmerz fahren. An diesem Berg werden Helden geboren, aber auch der letzte Fahrer gefeiert, als wäre er der Mann in Gelb. Wer nach den letzten steilen 13,8 Kilometern sein Rad über den Zielstrich wuchtet, hat es geschafft, dann ist Paris so gut wie erreicht.

Profil des Anstiegs nach LE ALPE D''HUEZ
Profil des Anstiegs nach LE ALPE D”HUEZ

Wir erwarten: Einen harten Kampf um die Gruppe, denn sie hat vielleicht ein Chance durchzukommen. Die Favoriten werden sich schon am Croix Fer testen. Der große Schlagabtausch beginnt dann auf den letzten 13,8 Kilometern zur Alpe.

Die Favoriten: Thibaut Pinot, Daniel Martin, Chris Froome, Nairo Quintana