Die ersten 110 Kilometer geht es leicht bergab, auf den 35 Kilometern wartet dann zwei Mal ein Anstieg der 3. Kategorie. Nach dem letzten Anstieg sind es noch gut 20 Kilometer bis ins Ziel, mehr als 10 davon sind flach.

Sollte man hier aus einem geschlossenen Feld attackieren, ist der Weg wohl zu weit, um allein anzukommen. Der Alto de la Cresta del Gallo ist etwas mehr als 4 Kilometer lang und mit 7,5 % recht steil, doch die technisch anspruchsvolle Abfahrt bietet eine gute Möglichkeit zurückzukommen. Sollte sich hier eine Gruppe bilden, müssen sie gut zusammenarbeiten. Aber vielleicht fällt hier dennoch die Vorentscheidung. Denn in einer Fluchtgruppe könnte der Anstieg zur entscheidenden Attacke genutzt werden. Und die Chancen für Ausreißer stehen gut. Zwar werden die kletterstarken Sprinter wie Peter Sagan an den Anstiegen kein Problem haben, dem Feld zu folgen, doch es spricht etwas anderes gegen einen Massensprint.

Denn die Frage ist, wer macht die Nachführarbeit? Giant-Alpecin hat zwar noch keinen Etappensieg eingefahren, doch sie haben in den letzten Tagen viel Kraft investiert und werden die Körner noch gut gebrauchen können, schließlich ist Tom Dumoulin sehr aussichtsreich im Gesamtklassement platziert.

Orica-Greenedge hält sich trotz Rotem Trikot bislang dezent zurück, und nachdem Caleb Ewan sich in den Sprints superstark zeigt, wird man dem australischen Team die Arbeit nicht abnehmen wollen, um am Ende auch noch das Nachsehen zu haben. Tinkoff-Saxo hat mit Sagan bereits einen Erfolg gefeiert und kann es locker angehen. Auch sie wollen mit Majka im Klassement eine Rolle spielen.

Bleibt noch Cofidis um Nacer Bouhanni. Bislang hatte der Franzose gegen Ewan, Sagan und Degenkolb das Nachsehen, was sicher die Motivation zur Nachführarbeit nicht steigert. All diese Überlegungen stellen die sportlichen Leiter natürlich ebenso an und wollen statt der Arbeit im Feld lieber einen Fahrer in der Gruppe platzieren. Doch wenn dies wieder alle wollen, bildet sich die Gruppe nicht so einfach. Vielleicht finden sich auch 2-3 Teams zusammen und sorgen für den Sprint, dann hat sicher auch John Degenkolb gute Chancen auf einen Erfolg.

Die Anfahrt zum Ziel
Die Anfahrt zum Ziel

 

Wir erwarten: Eine kleine Gruppe, die gute Chancen hat

Die Favoriten: Gruppe – Sylain Chavanel,  Luis Mas, Steven Cummings, Fabio Duarte | Sprint: John Degenkolb, Peter Sagan, Nacer Bouhanni, Caleb Ewan