Nach der schweren 11. Etappe können die Klassementfahrer erstmal durchatmen. Auf den 173 Kilometern von Escaldes-Engordany nach Lleida muss nur ein Berg  (2. Kategorie) bewältigt werden. So könnte erneut die Stunde der Ausreißer schlagen, denn keines der Favoriten Teams will unnötig viel Kraft investieren. Dazu kommt, dass nicht mehr viele Enschneller Männer im Peloton verblieben sind, deren Teams die Nachführarbeit machen würden.  Neben Giant-Alpecin fallen einem da nicht viele Mannschaften ein.

Am ehesten noch Trek, die mit Danny van Poppel noch einen guten Sprinter dabei haben. MTN-Qhubeka hat bereits den Etappensieg gefeiert und wird eher auf eine Fluchtgruppe setzten. Das gleiche gilt auch Lotto-Soudal und Caja-Rural. Movistar hat zwar Jose Rojas, doch mit Valverde und Quintana im Team werden sie sich auf einer Flachetappe nicht die Lichter ausschießen.

Es bleibt die Frage, setzt Giant-Alpecin noch einmal auf die Karte Degenkolb? Vermutlich ja, wenn auch nicht so radikal wie vor zwei Tagen, als sie auf der 10. Etappe die Ausreißer im Alleingang zurückholten, dann aber im Sprint ohne Leadout erfolglos bleiben. John Degenkolb ist ganz sicher in der Form, hier eine Etappe zu gewinnen, und nach dieser 12. bleiben wohl nur noch zwei Gelegenheiten, eine davon am letzten Tag in Madrid.

Bei der Anfahrt gibt es keinerlei Schwierigkeiten und Straße ist nur minimal ansteigend – ideal für einen Massensprint.

Karte letzte 5 Kilometer
Karte der letzten 5 Kilometer

 

Wir erwarten: eine Ausreißergruppe, deren Größe & Zusammensetzung darüber entscheidet, ob Giant-Alpecin noch einmal alle Kräfte für einen Sprint mobilisiert

Die Favoriten: Gruppe: Steven Cummings,  Cyril Gautier, Moreno Moser, Lluis Mas, Amael Moinard | Sprint: John Degenkolb, Danny van Poppel