Die ersten 110 Kilometer sind noch recht flach, doch dann warten drei kategorisierte Anstiege. Zunächst müssen die Fahrer über den Puerto de Estacas de Trueba. Dieser Anstieg ist zwar 9 Kilometer lang, seine Steigung aber moderat. Nach einer langen Abfahrt wartet der erste harte Anstieg des Tages. Die ersten Kilometer zum Gipel des Puerto del Escudo sind noch recht flach, doch dann folgen knapp 7 Kilometer mit mehr als 7 % im Schnitt.

Puerto de Escudo
Puerto de Escudo

Die Angriffe der Favoriten werden wir hier noch nicht sehen, denn vom Gipfel ist es noch ein weiter Weg bis ins Ziel. Nach einer kurzen Abfahrt wartet ein 35 Kilometer langes Flachstück, wo man im Windschatten der Helfer so viele Körner wie möglich sparen will. Doch dann beginnt das harte Finale.
Der Anstieg zum Alto Campoo ist 18 Kilometer lang und durchschnittlich 5,5 % steil. Das erste richtig steile Stück wartet nach 4,5 Kilometern. Im oberen Teil gibt es auch ein kurzes flaches Stück, bevor es etwa 2 Kilometer vor dem Ziel wieder richtig steil wird. Hier bietet sich die perfekte Gelegenheit für einen Angriff.

Profil Alto Campoo
Profil Alto Campoo

Die Ausgangslage für die drei schweren Tage in den Bergen ist klar. Fabio Aru wird versuchen, seinen Vorsprung vor Tom Dumoulin auszubauen. Dumoulin ist ein hervorragender Zeitfahrer und wird Aru im langen Zeitfahren am kommenden Mittwoch einiges an Zeit abnehmen können. Aru braucht ein Polster und das muss er sich in den steilen und langen Anstiegen aufbauen. Auch Joaquim Rodriguez ist kein begnadeter Zeitfahrer und wird ebenso angreifen. Purito liegt nur 27 Sekunden hinter Aru und ist wohl dessen größter Konkurrent im Kampft um den Gesamtsieg. Denn Nairo Quintana kämpft seit einigen Tagen mit Fieber und Durchfall. Der Kolumbianer hatte schon auf der 11. Etappe Zeit verloren und am Freitag große Probleme dem Feld zu folgen.

Auch sein Teamkollege Alejandro Valverde ist nicht zu 100% fit. Der Tour-Dritte ist nicht so frisch wie Aru in die Rundfahrt gegangen und kämpfte zudem mit den Folgen eines Sturzes – mittlerweile ist er schon fast 2 Minuten im Gesamtklassement zurück. Welche Rolle der überraschend starke Esteban Chaves in den nächsten Tagen spielen kann, bleibt abzuwarten. Der 25-Jährige präsentiert sich bislang stark und wird versuchen keine Zeit zu verlieren.

Bei Tinkoff-Saxo setzt man nach dem Ausfall von Peter Sagan alles auf eine gute Platzierung von Rafal Maijka im Gesamtklassement. Der Pole liegt mit weniger als eineinhalb Minuten Rückstand auf Rang vier und ist in den nächsten Tagen in seinem Element. Der 25-Jährige ist ein sehr starker Kletterer und wird versuchen anzugreifen, sobald sich eine Chance bietet.

Vermutlich werden wir zwei Rennen in einem sehen. Eine stark besetzte Gruppe von guten Kletterern wird um den Tagessieg kämpfen, während Astana das Feld kontrolliert und die Attacke von Fabio Aru im letzten Anstieg vorbereitet. Auch Johannes Fröhlinger schätzt die Astana Equipe so stark ein, dass sie trotz der Ausfälle von Paolo Tiralongo und Vencenzo Nibali das Rennen kontrollieren kann.

Karte &Profil der letzten Kilometer
Karte & Profil der letzten Kilometer

Wir erwarten: Eine starke Gruppe, die gute Chancen auf den Etappensieg hat. Ein harter Kampf der Favoriten auf den Gesamtsieg am letzten Anstieg.

Die Favoriten für die Gruppe: Vasil Kiryienka, Jürgen Van den Broek, Tago Machado, Joe Dombrowski, Miguel Rubiano, Darwin Atapuma, Fabio Duarte