Die 15. Etappe ist die zweite von drei schweren Bergetappen in Folge. Im Gegensatz zum Vortag wartet am Ende jedoch kein langer Rollerberg, sondern ein steiler Anstieg mit heftigen Rampen.
Auf den ersten 163 Kilometern nach dem Start in Comillas warten mehrere kleine Anstiege auf die Fahrer. Doch nur am Gipfel des Alto del Torno nach 115 km gibt es Punkte. Nach der Wertung folgt die Sprintwertung und ein weiterer kleiner Anstieg, ehe es zum Fuße des 13 Kilometer langen Schlussanstiegs geht.

Der Alto de Sortes ist 12,7 Kilometer lang und durchschnittlich 7,9 % steil. Es gibt zwar einige flachere Passagen, aber auch mächtige Rampen. Drei Kilometer vor dem Ziel wird es dann richtig steil und bis ins Ziel nicht mehr flach. Zu Beginn dieser Schlussrampe hat die Straße mehr als 13% Steigung – die beste Stelle für einen finalen Angriff.

Profil Alto de Sotres
Profil Alto de Sotres

 

Großangriff von Movistar & Katusha?

Das Profil der Etappe lässt auf eine Ausreißergruppe  schließen, denn die Favoriten müssen nur Attacken  der scharfen Kontrahenten am Schlussanstieg fürchten und würden die Ausreißer sicher ziehen lassen, wenn diese keine Bedrohung im Gesamtklassement sind. Mit Blick auf die nächste Etappe gilt es ohnehin Kräfte zu sparen.

Im Schlussanstieg könnte es dann zu einem heftigen Schlagabtausch kommen. Nairo Quintana hat sich von seiner fiebrigen Durchfallerkrankung erholt und war am Samstag der stärkste Kletterer. Der Kolumbianer liegt aber schon 3 Minuten hinter Aru zurück – er muss jede Chance für einen Angriff nutzen. Da kommt der Alto de Sortes gerade recht. Das Fabio Aru auf der 14. Etappe zunächst angriff, dann aber erfolgreich gekontert wurde, dürfte auch beim Katusha-Team neue Hoffnung geweckt haben. Purito Rodriguez konnte am Samstag zwar nur eine Sekunde auf Aru aufholen, aber er hat gesehen, dass der Italiener auch am Berg zu schlagen ist. Der Rückstand von Rodriguez beträgt im Gesamtklassement nur 26 Sekunden – ein Hauch von nichts, an einer steilen Rampe wie dem Alto de Sotres. Fabio Aru wird sich Angriffen erwehren müssen, soviel steht fest, doch er darf nicht Panik verfallen. Sollte er gegen Quintana erneut nur einige Sekunden verlieren, behält er beste Chancen auf den Gesamtsieg. Denn NOCH muss Aru vor allem auf Dumoulin und Rodriguez schauen. Dumoulin ist ein herausragender Zeitfahrer, gegen den Aru auf der 17. Etappe locker 2 Minuten verlieren könnte. Er muss also das Polster auf den Niederländer noch erheblich ausbauen. Gegen Rodriguez muss er keine herbe Niederlage im Zeitfahren fürchten, doch am Ende kann jede Sekunde zählen. Diese 15. Etappe kann die große Bewährungsprobe für Aru werden, hat er nicht den besten Tag, verliert er vielleicht das Rote Trikot.

Profil & Karte der letzten 5 Kilometer
Profil & Karte der letzten 5 Kilometer

Wir erwarten: einen harten Kampf um die Ausreißergruppe, denn diese könnte durchkommen. Eine Schlagabtausch der großen Favoriten am Schlussanstieg.

Die Favoriten: Darwin Atapuma, Fabio Duarte, Vasil Kiryienka, Ruben Plaza, Jerome Coppel, Joe Dombrowski