Der Slowake setzte etwa 2,5 Kilometer vor dem Ziel die entscheidende Attacke und fuhr als Solist über die Ziellinie. Den Sprint der Verfolger gewann der Australier Michael Matthews vor dem Litauer Ramunas Navardauskas. Der Geraer John Degenkolb zeigte, wie das gesamte deutsche Team, eine starke Leistung und wurde am Ende 29.

Die entscheidende Attacke:

So lief das Rennen

Kurz nach dem Start bildete sich eine 8-köpfige Ausreißergruppe mit Sergei Tvetcov (Rumänien), Ben King (USA), Carlos Alzate (Kolumbien), Andriy Khripta (Ukraine), Jesse Sergent (Neuseeland), Ivan Stevic (Serbien), Park Sung Baek (Korea) und Conor Dunne (Irland).

Im Feld übernahmen die Niederländer die Kontrolle. Vor allem Jos van Emden machte viele Kilometer die Arbeit. So wurde der Abstand zu den Ausreißern relativ klein gehalten und das Tempo im Feld früh angezogen. Bereits 150 Kilometer vor dem Ziel schmolz der Vorsprung auf knapp eine Minute, als das holländische Team richtig Tempo machte. Etwa 130 Kilometer vor dem Ziel zeigte sich auch die deutsche Mannschaft an der Spitze des Feldes und führte das Peloton die Anstiege hinauf. Wenig später kamen auch die Belgier nach vorn und machten in den Anstiegen Tempo. Auch Fahrer der norwegischen Mannschaft zeigten sich an der Spitze, später auch die Polen und die Spanier.

Bei den Ausreißern bekam der Ukrainer Khripta Probleme. Auf die letzten 100 Kilometer ging die Gruppe mit knapp 1:30 min Vorsprung. Da waren nur noch Sergent, King, Alzate, Dunne und Tvetcov von der Gruppe übrig geblieben.

Im Feld wurde das Tempo noch einmal erhöht und die Spitze eingeholt. Das Feld spaltete sich 95 Kilometer vor dem Ziel in mehrere Gruppen auf, nachdem es einen Sturz gegeben hatte.Vom deutschen Team war kein Fahrer in der vorderen Gruppe und man musste nachsetzen. Doch wenige Kilometer später war das Feld wieder geschlossen. Vor allem die Belgier zeigten sich mehr und mehr vorn und machten das Rennen schnell.

80 Kilometer vor dem Ziel bildete sich erneut eine Spitzengruppe. Guillaume Boivin (Kanada), Jarlinson Pantano (Kolumbien), Taylor Phinney (USA) und Initiator Konstantin Siutsou (Weißrussland) setzten sich ab. Im Feld übernahm das deutsche Team die Nachführarbeit. Immer wieder zeigten sich die Belgier an der Spitze, sobald es bergan ging – sie versuchten weiter das Rennen schwer zu machen.

50 Kilometer vor dem Ziel lagen Phinney, Sutsou und Boivin etwas mehr als eine Minute vor dem Feld. Kurz bevor es in die drittletzte Runde ging, 49 Kilometer vor dem Ziel, setzte sich Joaquim Rodriguez ein paar Meter ab und das Feld zerfiel.

36,5 Kilometer vor dem Ziel waren die Ausreißer gestellt und das Feld fuhr kompakt zum drittletzten Mal in die drei Anstiege.

35 Kilometer vor dem Ziel griff dann der Brite Ian Stannard an. Der Klassikerspezialist setzte im vorletzten Anstieg des Parcours seine Attacke und setzte sich ab. Tom Boonen setzte nach und zog an seinem Hinterrad auch Bauke Mollema (Niederlande), Elia Viviani (Italien), Daniel Moreno (Spanien), Michal Kwiatkowski (Polen), Andrey Amador (Costa Rica) mit.

 

Vorletzte Runde

Der Vorsprung der Ausreißer wuchs auf mehr als 40 Sekunden und vor allem das deutsche Team machte die Nachführarbeit. Unterstützung bekamen die BDR-Jungs von den Australiern und den US-Fahrern. Im Anstieg fuhren dann einige Fahrer vor zur Spitze, auch John Degenkolb, Greg van Avermaet, Tom Dumoulin, Rui Costa und Matteo Trentin und Vincenzo Nibali schlossen zur Spitze auf. So bildete sich eine gut 30 Fahrer große Gruppe, die das Feld in die letzte Runde führte.

 

Letzte Runde

Vier Belgier waren in der ersten Gruppe und es wurde sofort attackiert. Tom Dumoulin griff an und setzte sich kurz ab, dann versuchte es auch Rui Costa. Doch keine Attacke war erfolgreich. 12 Kilometer vor dem Ziel war das Feld wieder komplett und es hatten noch einmal einige Fahrer Anschluss gefunden. Das italienische Team machte das Tempo und versuchte zu kontrollieren.
Knapp 10 Kilometer vor dem Ziel setzten sich Siutsou und Tylor Farrar (USA) einige Meter ab. Fünf Kilometer vor dem Ziel waren sie allerdings wieder eingeholt.

Im ersten der drei Anstiege kam die erwartete Attacke von Klassikerspezialist Zdenek Stybar. John Degenkolb konnte folgen. Nach dem Anstieg konnten einige Fahrer wieder aufschließen, dann setzte Niki Terpstra (Niederlande) seine Attacke. Doch auch er kam nicht weg.
Am steilsten (12%), aber nur 100 Meter langen Anstieg setzte dann Peter Sagan aus dem Windschatten von Greg van Vaermaet seinen Angriff. Niemand konnte am Rad des Slowaken bleiben. van Avermaet und Edvald Boasson Hagen versuchten es, doch erfolglos. In der Abfahrt spielte Sagan seine außergewöhnliche Radbeherrschung aus und konnte die Lücke leicht ausbauen. Er fuhr schließlich Solo zum Titel. Dahinter formierte sich ein große Gruppe, aus der Matthews den Sprint gewann.