Die 14. Etappe der 71. Vuelta könnte für eine Vorentscheidung im Kampf um den Gesamtsieg sorgen. Es ist die schwerste Etappe dieser Rundfahrt und nach 13 harten Renntagen geht keiner der Favoriten frisch ins Rennen. Mit drei Bergen der 1. Kategorie und der schweren Bergankunft am Col d’ Aubisque ist es das perfekte Terrain für den Großkampf um den Gesamtsieg. 5200 Höhenmeter müssen die Fahrer auf dem Weg ins Ziel überwinden – Hammeretappe ist das richtige Wort.

 

Die Strecke

Direkt nach dem Start in Urdax Dantxarinea wird die französische Grenze passiert. Bis Rennkilometer 50 ist der Parcours flach, bzw. leicht ansteigend. Hier könnte sich bereits eine Fluchtgruppe bilden und einige Minuten Vorsprung herausfahren. Dann steht mit dem Col Inharpu der Anstieg des Tages an. Über 11,5 Kilometer geht es mit 7,1 % im Schnitt bergauf.

Das Profil des Col Inharpu
Das Profil des Col Inharpu

 

Nach einer langen Abfahrt und der Verpflegung folgt der nächste Anstieg. Zum Gipfel des Col du Soudet geht es 24 Kilometer bergan mit 5,2 % Steigung. Nach der Abfahrt folgt ein rund 15 Kilometer langes Flachstück zum Fuße des vorletzten Anstiegs.

Profil des Col du Soudet
Profil des Col du Soudet

 

Der Aufstieg zum Col de Marie-Blanque eröffnet knapp 50 Kilometer vor dem Ziel das Finale der Etappe. Zum Gipfel des Marie-Blanque geht es 9,2 Kilometer mit 7,5 % bergan. Es ist ein schwerer Anstieg, der immer steiler wird. Die letzten Kilometer zum Gipfel sind sehr steil und vielleicht sehen wir eine frühe Attacke. Nach der Abfahrt folgt ein 10 km langes Flachstück, ehe der Schlussaufstieg beginnt.

Zum Ziel geht es 16,5 Kilometer mit einer durchschnittlichen Steigung von 7,1 % bergan. Es ist nicht der steilste Anstieg dieser Vuelta, aber nach drei schweren Bergen wird dieser gleichmäßige, aber sehr lange Anstieg allen Fahrern wehtun. Passagen für eine Attacke gibt es reichlich, an einigen Stellen ist es gut 10% steil.

Die Profile von Col de Marie-Blanque und Col d' Aubisque
Die Profile von Col de Marie-Blanque und Col d’ Aubisque

 

 

Die Favoriten

Nicht nur im Kampf um den Gesamtsieg ist diese Etappe von großer Bedeutung. Auch für das Bergklassement könnte auf dem Weg zum Aubisque eine Vorentscheidung fallen. Omar Fraile, Thomas De Gendt oder auch Alexandre Geniez haben bisher einige Punkte gesammelt und würden Sergey Lagutin zu gern das Trikot wieder abjagen. Allein bei den ersten drei Anstiegen gibt es 30 Punkte zu holen. Derzeit führt Lagutin die Sonderwertung mit 22 Punkten an. Im Ziel gibt es gar 20 Punkte zu holen, denn dort wird die CIMA ALBERTO FERNÁNDEZ ausgetragen.

So werden wir in der Fluchtgruppe wohl kletterstarke Fahrer sehen, die es auch auf das Bergtrikot abgesehen haben. Neben den oben genannten sind auch Kenny Elissonde, Robert Gesink, Tiago Machado und Pierre Rolland heiße Kandidaten für die Fluchtgruppe. Auch Mathias Frank könnte sein Glück versuchen wollen, denn dieses Terrain liegt ihm.

Doch ob die Gruppe des Tages wirklich durchkommt, wird von den Favoritenteams abhängen, vor allem von Movistar. Nairo Quintana trägt zwar das Rote Trikot, doch er muss seinen Vorsprung auf Chris Froome vor dem flachen Zeitfahren noch ausbauen um das Trikot dort verteidigen zu können. Derzeit liegt er nur 54 Sekunden vor dem Toursieger. So ist es gut möglich, dass das Movistar-Team bereits vor dem letzten Anstieg das Tempo anzieht und so für ein schweres Rennen sorgt, um Quintanas Angriff am Aubisque vorzubereiten.

Für ein spannendes Rennen könnte auch Alberto Contador sorgen. Der Madrilene hat im Klassement schon mehr als 3 Minuten Rückstand, wird aber den Vuelta-Sieg sicher nicht kampflos abschreiben. Vielleicht bläst er zum letzten großen Angriff auf Rot, denn wenn er auch am Aubisque Zeit verliert, sind die Chancen auf den Gesamtsieg dahin. Contador folgt seinem Instinkt und scheut das Risiko nicht. Das hat ihm große Siege gebracht, aber in dieser Vuelta auch schon ein paar Sekunden gekostet, als er an den Lagos de Covadonga am Ende einbrach. Auch wenn Contador nicht mehr so stark ist, wie in den vergangenen Jahren, er ist ein Taktikfuchs und auch für überraschende Angriffe gut.

Obacht am Marie-Blanque! Esteban Chaves scheint nicht so stark wie beim Giro, sollte sich ihm aber die Chancen bieten, wird er nicht zögern. Doch so stark wie sich die Movistar-Mannschaft bislang präsentiert, ist damit zu rechnen, dass sie das Rennen kontrollieren und es am Schlussanstieg zum Duell Froome vs. Quintana kommt.

 

***** Nairo Quintana, Chris Froome
**** Kenny Elissonde, Robert Gesink, ALejandro Valverde, Alberto Contador
***Omar Fraile, Thomas De Gendt, Alexandre Geniez
** George Bennett, Pierre Rolland, Gianluca Brambilla,
* Andrey Zeits, Jaime Roson, Mathias Frank

 

Start: 11:48 Uhr
Ziel: 17:30 Uhr