Tirreno-Adriatico ist für viele Fahrer ein sehr wichtiges Rennen. Für die Klassiker-Fahrer wird es zur Vorbereitung auf Mailand-Sanremo genutzt und für die Rundfahrer ist es ein wichtiger Formtest für den Giro d’Italia. Zudem gibt es reichlich WorldTour-Punkte zu erobern. 

Die Fahrt zwischen der tyrrhenischen Küste im Westen und der ostitalienischen Adriaküste verläuft über insgesamt 1021 Kilometer. Während der Rennwoche bekommen alle Fahrertypen ihre Chancen. Die Vorentscheidung um den Gesamtsieg wird auf der vierten Etappe, mit der Bergankunft am Terminillo fallen, sofern das Wetter mitspielt. Denn es wäre nicht das erste Rennen, bei dem die Königsetappe wegen Schneetreibens verkürzt oder abgesagt werden muss. Doch die Wettervorhersage stimmt optimistisch.

 

Die Strecke

Traditionell führt der Kurs von der tyrrhenischen Küste zur Adria. Wie im vergangenen Jahr startet das Rennen mit einem Mannschaftszeitfahren. Der Kurs ist flach und wenig anspruchsvoll, sodass nur geringe Zeitabstände zu erwarten sind. 

 

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Schon die zweite Etappe wird für Spannung sorgen. Denn das ruppige Finale verspricht ein interessantes Rennen.

Finale der 2. Etappe

Die dritte Etappe dürfte eine Angelegenheit für die Sprinter sein. Mit Cavendish, Modolo, Viviani, Ewan, Gaviria und Walscheid im Aufgebot, haben gleich mehrere Mannschaften ein Interesse an einem Massensprint. Da es nur zwei Etappen gibt, die für einen Sprint in Frage kommen, wird man sich die Chance am dritten Tag nicht entgehen lassen.

Auf der vierten Etappe kommt es dann zum großen Schlagabtausch der Favoriten. Mit 16 Kilometern Länge und mehr als 7% durchschnittlicher Steigung ist der Terminillo ein schwerer Brocken. Im Ziel wird das Klassement eine klare Struktur bekommen haben.

Profil des Terminillo

 

Die fünfte Etappe bietet ein Profil für mehrere Szenarien. Es könnte eine Ausreißergruppe durchkommen, oder die Puncheure machen den Sieg unter sich aus. Sollten die Abstände am Terminillo klein sein, könnten hier sogar die Favoriten um Sekunden kämpfen. Es geht den ganzen Tag nur auf & ab und das Finale ist sehr hart – Spannung garantiert.

Finale der 5. Etappe

Die sechste Etappe dürften sich die Sprinter angekreuzt haben. Doch Vorsicht, zwar sind die letzten 3,5 Kilometer komplett flach, doch rund neun Kilometer vor dem Ziel muss ein fast 2 Kilometer langer Anstieg bewältigt werden. Für Fahrer wie Fernando Gaviria dürfte das kein Problem sein, doch die Schwergewichte wie Max Walscheid könnten hier den Stecker gezogen bekommen.

Das Finale der sechsten Etappe

 

Das Zeitfahren zum Abschluss wird endgültig über den Sieger der 52. Austragung entscheiden. Das rund 10 Kilometer lange Zeitfahren ist flach und führt an der Küste hin und zurück, ohne technische Schwierigkeiten. Fahrer wie Rohan Dennis, Primož Roglič, Bob Jungels, Tom Dumoulin oder Alex Dowsett dürften zu den Favoriten zählen. Auch Jasha Sütterlin könnte hier weit vorn landen, doch der Badener wird bis dahin im Rennen viel Arbeit für Nairo Quintana geleistet haben, sodass er ganz sicher nicht frisch in das Zeitfahren gehen wird. 

Die Zeitfahrparcours der 7. Etappe

 

Die Etappen

1. Etappe; 8. März, Lido di Camaiore, 22.7km (TTT)
2. Etappe, 9. März  Camaiore – Pomarance, 228km
3. Etappe , 10. März, Monterotondo Marittimo – Montalto di Castro, 204km
4. Etappe, 11. März 11, Montalto di Castro – Terminillo, 171km
5. Etappe, 12. März Rieti – Fermo, 209km
6. Etappe, 13. März, Ascoli Piceno – Civitanova Marche, 168km
7. Etappe, 14. März, San Benedetto del Tronto, 10.1km (ITT)

 

 

Die Favoriten

Mit Vincenzo Nibali (Bahrain-Merida), Nairo Quintana (Movistar), Mikel Landa (Team Sky), Fabio Aru (Astana), Bauke Mollema (Trek-Segafredo), Tejay Van Garderen (BMC) und Thibaut Pinot (FDJ) sind einige der ganz großen Rundfahrer am Start. Sollte das Rennen wie geplant ausgetragen werden und die Terminillo-Etappe nicht wegen schlechten Wetters gestrichen werden, sind sie die Favoriten auf den Gesamtsieg. Dazu sind mit Adam Yates, Rui Costa, Tom Dumoulin und Bob Jungels weitere starke Fahrer dabei.

Auch Rigoberto Uran oder Tim Wellens sollte man nicht außer Acht lassen. Natürlich wollen die großen Giro-Favoriten zeigen, dass sie stark sind und der Konkurrenz einen Dämpfer verpassen. Die Bergankunft am Terminillo dürfte deshalb sehr unterhaltsam und auch aufschlussreich sein. Aru, Nibali und Quintana sind die großen Favoriten für den Giro, bei Tirreno-Adriatico wird man zweifellos sehen können, ob ihr Form-Fahrplan stimmt.

Thibaut Pinot und Michal Kwiatkowski könnte eine besondere Rolle spielen. Beide sind bereits in sehr guter Form, wie sie bei der Strade Bianche eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben. Kwiatkowski dürfte neben Landa der Kapitän bei Sky sein und könnte vor allem auch bei den schwierigen Ankünften seine Fähigkeiten ausspielen. Thibaut Pinot ist am Berg sehr stark und hat sich in den vergangenen Jahren auch im Zeitfahren sehr verbessert – er könnte den ersten großen Sieg bei einem WorldTour-Etappenrennen einfahren.  

 

Die offizielle Startliste finde ihr hier

 

Die letzten 10 Sieger:
2007  KLÖDEN Andreas (Ger)
2008  CANCELLARA Fabian (Sui)
2009  SCARPONI Michele
2010  STEFANO Garzelli
2011  EVANS Cadel (Aus)
2012  NIBALI Vincenzo
2013  NIBALI Vincenzo
2014  CONTADOR Alberto Velasco (Esp)
2015  QUINTANA Nairo (Col)
2016  VAN AVERMAET Greg (Bel)