Bereits zum 79. Mal wird Gent-Wevelgem ausgetragen. Das Rennen gehört seit 2005 zur World-Tour und ist eines der prestigeträchtigsten belgischen Rennen. Es ist mit 249 Kilometern recht lang und durchaus schwer, doch im Vergleich zur Flandern-Rundfahrt sind weit weniger Anstiege zu erklimmen. Das bietet auch den endschnellen Männern gute Chancen auf den Sieg. Doch die Fahrer machen bekanntlich das Rennen schwer und so bleibt der Verlauf abzuwarten. So etwas wie das Wahrzeichen des westflämischen Rennens ist der Kemmelberg. Ein bis 23% steiler Pflasteranstieg, der schon oft für die Vorentscheidung gesorgt hat.

 

Die Strecke

Gestartet wird das Rennen in Deinze, einige Kilometer südlich von Gent. Nach 249 Kilometern endet es wie üblich in Wevelgem. In diesem Jahr gibt es dennoch ein paar Veränderungen. In Erinnerung an die Opfer des ersten Weltkrieges und den geschichtsträchtigen Waffenstillstand zur Weihnachtszeit 1914 wurden sogenannte “Plugstreets” in den Parcours eingebaut. Dabei handelt es sich um Naturstraßen (ein Video gibt es hier). Insgesamt 5,2 Kilometer führt die Strecke über diese unbefestigten Straßen. Sie stehen nach der ersten von zwei Kemmelberg-Passagen an, rund 60 Kilometer vor dem Ziel. Das Rennen wird dadurch sicher beeinflusst und vielleicht gibt es hier schon eine Vorentscheidung. 

Das Profil von Gent-Wevelgem 2017

Rund 35 Kilometer vor dem Ziel steht die letzte Passage des Kemmelbergs an, danach geht es flach zum Ziel. Auf dem langen Weg dahin gibt es für abgehängte Gruppen durchaus die Möglichkeit, noch einmal aufzuschließen. Für eine Soloflucht ist der Weg vom Kemmelberg recht weit. Sollte der Wetter so bleiben, wie am Samstag, würde den Fahrern auf dem Weg ins Ziel der Wind kräftig entgegen pusten, was es für einen einzelnen Fahrer zusätzlich schwerer macht. 

Die Anfahrt zum Ziel ist wenig anspruchsvoll – breite Straße, keine Kurven.

Gent-Wevelgem: Profil der letzten Kilometer

Legendär ist der Sieg von Nico Mattan 2005, als er im Windschatten der Begleitfahrzeuge zum Führenden Juan Antonio Flecha surfte und dann vorbeizog (Video). 

 

Die Favoriten

Es sind die üblichen Verdächtigen, die bei Gent-Wevelgem zu den Favoriten zählen. Peter Sagan, der nach seinem Sturz bei E3-Harelbeke offenbar nicht schwerer verletzt ist, Greg Van Avermaet, John Degenkolb, Oliver Naesen, Luke Rowe und Zdenek Stybar haben in den letzten Wochen gezeigt, dass sie gut drauf sind. Dazu muss man bei Gent-Wevelgem auch die endschnellen Fahrer, wie etwa Fernando Gaviria, Arnaud Demare oder auch Alexander Kristoff auf dem Zettel haben. Ob wirklich eine größere Gruppe um den Sieg sprintet, muss man abwarten. Der Wind und die neuen Streckenabschnitte könnten eine große Rolle spielen. Aktuell weht in Flandern ein heftiger Wind, sollte das am Sonntag ebenso sein, könnte das Feld bei Windkantensituationen  schnell ausgedünnt werden.

 

**** Peter Sagan
*** Greg Van Avermaet, John Degenkolb, Jens Debusschere, Magnus Cort Nielsen
** Arnaud Demare, Zdenek Stybar,Olivier Naesen, Jelle Wallays
* Tom Boonen, Alexander Kristoff, Luke Rowe, Niki Terpstra, Danny van Poppel, 

 

Die offizielle Startliste gibt es hier

Start: 11:30 Uhr 
Ziel: ~17:30 Uhr

Keine guten Erinnerungen an 2016

Mit einem mulmigen Gefühl blickt man auf das vergangene Jahr zurück. Antoine Demoitié war gestürzt und dann von einem Begleitmotorrad erfasst worden. Der junge Belgier starb wenig später an den schweren Verletzungen. Das Rennen wird deshalb mit einer Schweigeminute beginnen und es sind weitere Gedenkaktionen geplant. Auch seine Rückennummer soll nicht mehr vergeben werden. Das Rennen gewann Weltmeister Peter Sagan

 

Die letzten 10 Sieger:

2016 Peter Sagan (Svk)
2015 Luca Paolini (Ita)
2014 John Degenkolb (Deu)
2013 Peter Sagan (Svk)
2012 Tom Boonen (Bel)
2011 Tom Boonen (Bel)
2010 Bernhard Eisel (Aut)
2009 Edvald Boasson Hagen (Nor)
2008 Oscar Freire Gomez (Esp)
2007 Marcus Burghardt (Deu)