Das 52. Amstel Gold Race ist der Auftakt des Ardennen-Triples. Das niederländische WorldTour-Rennen hat erneut ein neues Finale bekommen, dass für mehr Spannung sorgen soll. Während das Rennen in den vergangenen Jahren meist bis zur letzten Cauberg-Passage kontrolliert wurde und erst dann die Entscheidung fiel, macht die neue Strecke nun mehrere Szenarien und Taktiken möglich. 

 

Die Strecke

Der Startschuss für das„Rennen der Windmühlen“ fällt wie immer in Maastricht. Dann geht es 264,6 Kilometer durchs Dreiländereck. In mehreren Schleifen führt die Strecke durch die Region Limburg. Insgesamt 35 Anstiege und mehr als 4000 Höhenmeter müssen überwunden werden. Nach der Streckenänderung des Finales steht der Cauberg nur noch drei Mal auf dem Programm. Bis 2012 befand sich das Ziel des Amstel Gold Race direkt am Gipfel des bis zu 12% steilen Anstieges, zwischen 2013 und 2016 lag es 1800 Meter nach der letzten Cauberg-Passage. Das Ziel ist immer noch am gleichen Ort, doch die letzte Cauberg-Auffahrt wurde gestrichen und der letzte Anstieg vor dem Ziel ist der Bemelerberg. Die letzte Cauberg-Passage erfolgt nun bereits 18,9 Kilometer vor dem Ziel.

In diesem Jahr wird der Cauberg bereits nach 55 Kilometern zum ersten Mal erklommen. Danach führt die Strecke in einer großen Schleife nach Südosten an die deutsche Grenze und dann ein kleines Stück durch Belgien. Nach der zweiten Zielpassage, 87,8 Kilometer vor dem Ziel, geht es weiter nach Geulhemmerberg und Bemelerberg gen Osten. Dann wird bereits das Finale eröffnet.

Profil des Amstel Gold Race 2017

 

Das Finale

Die entscheidende Phase wird dann gut 55 Kilometer vor dem Ziel eingeläutet. Nach Loorberg und Gulpenberg geht es ab dem Kruisberg Schlag auf Schlag. Es warten innerhalb von 10 km vier Anstiege auf die Fahrer: Kruisberg, Eijserbosweg, Fromberg und der gefürchtete Keutenberg.

Nach dem extrem steilen Keutenberg führt die Strecke auf einem windanfälligen Höhenzug entlang in Richtung Cauberg. Dieser wird dann zum letzten Mal passiert. 

Auf der Schlussrunde geht es zunächst über Geulhemmerberg, dann über den Bemelerberg und ohne den Cauberg zurück ins Ziel. Sollte es sehr windig sein, könnte es für Ausreißer auf dem Weg zum Ziel sehr schwer werden, denn die Straße zwischen Bemelerberg und Sibbe ist offen und windanfällig.

Profil & Karte der letzten Kilometer des Amstel Gold Race 2017

 

Die Favoriten

Durch das flache Finale bietet der Kurs vor allem für die Sprinter bessere Chancen. Doch die Klassiker-Fahrer werden alles daran setzen, Fahrer wie Sonny Colbrelli, Brian Coquard und Michael Matthews zuvor abzuhängen. Greg van Avermaet will in den Ardennen dort weiter machen, wo er auf dem Pflaster aufgehört hat, und Philippe Gilbert wird hinter seinem Titel “König des Caubergs” ein weiteres Ausrufezeichen setzen wollen. Beide müssen Matthews, Coquard und Colbrelli abhängen oder den Stecker ziehen, wollen sie gewinnen.

Doch es sind auch Fahrer wie Alejandro Valverde, Enrico Gasparotto, Diego Ulissi und Michal Kwiatkowski am Start, die ebenfalls endschnell, aber an den Anstiegen ebenso stark sind. Gut möglich, dass sie ein Interesse haben, das Rennen schon vor dem Finale schwer zu machen und dann die Favoritengruppe an der letzten Cauberg-Auffahrt auf eine Handvoll Fahrer einzudampfen. 

Dazu gibt es Fahrer wie Tim Wellens, Roman Kreuziger, Michael Albasini, Rui Costa oder Michael Valgren. Sie können einige Kilometer vor dem Ziel eine Gruppe initiieren und so eine Vorentscheidung erzwingen. Geht eine Gruppe von 5–6 Fahrern diesen Kalibers, stellt sich die Frage, wer im “Feld” alle Kräfte bei der Verfolgung verschleißt. Abwarten, mitgehen, pokern, angreifen – der neue Parcours bietet viele Chancen und man darf gespannt sein, wie sich das auswirkt.

***** Michael Matthews, Alejandro Valverde
****Greg van Avermaet, Philippe Gilbert, Sonny Colbrelli, 
*** Michael Kwitakowski, Daryl Impey, Bryan Cquard
**  Petr Vakoc, Enrico Gasparotto, Ben Hermans, Simon Clarke
* Tim Wellens,Tiesj Benoot, Gianluca Brambilla, Rui Costa, Enrico Battaglin

 

Die offizielle Startliste gibt es hier 

Start: 10:20 Uhr 
Ziel:  ~17:00 Uhr

TV: Eurosport

 

Die Anstiege

1. Slingerberg
2. Adsteeg
3. Lange Raarberg
4. Bergseweg
5. Sibbergrubbe
6. Cauberg
7. Geulhemmerberg
8. Heiweg
9. Kallenberg
10. Wolfsberg
11. Loorberg
12. Schweibergerweg
13. Camerig
14. Drielandenpunt
15. Gemmenich
16. Vijlenerbos
17. Eperheide
18. Gulpenerberg
19. Plettenberg
20. Eyserweg
21. St. Remigiusstraat: Huls
22. Vrakelberg
23. Sibbergrubbe
24. Cauberg
25. Geulhemmerberg
26. Bemelerberg
27. Loorberg
28. Gulpenerberg
29. Kruisberg
30. Eyserbosweg
31. Fromberg
32. Keutenberg
33. Cauberg
34. Geulhemmerberg
35. Bemelerberg

 

Die letzten 10 Sieger

2016 | Enrico Gasparotto
2015 | Michal Kwiatkowski
2014 | Philippe Gilbert
2013 | Roman Kreuziger
2012 | Enrico Gasparotto
2011 | Philippe Gilbert
2010 | Philippe Gilbert
2009 | Serguei Ivanov
2008 | Damiano Cunego
2007 | Stefan Schumacher