Nach dem Auftakt auf Sardinien ist der Giro-Tross auf Sizilien angekommen. Die vierte Etappe des Giro 2017 ist 181 Kilometer lang und startet in Cefalù. Zum Ziel am Etna geht es 15 Kilometer steil bergauf. Am Ende der Etappe werden wir wissen, wie die Kräfteverhältnisse zwischen den Topstars sind. Es ist ein schweres Teilstück und die starken Kletterer werden die Konkurrenz testen. Am Etna gibt es kein Verstecken mehr, die Favoriten müssen zeigen, was sie drauf haben. 

 

Die Strecke

Nach dem Start geht es rund 50 Kilometer entlang der Küste gen Osten. Danach beginnt die Kletterei. Der erste Anstieg des Tages gehört zur 2. Kategorie. Er ist sehr lang, aber nicht sonderlich steil. 32,8 Kilometer geht es mit durchschnittlich 4,5 % bergan. Der Gipfel ist zur Hälfte der Etappe erreicht, dann sind es noch exakt 91 Kilometer bis ins Ziel. Es folgt eine 20km lange Abfahrt, mit einer kleinen Gegensteigung. Anschließend geht es wellig weiter, bis zum Fuße der Schlusssteigung.

Profil des Portella Femmina Morta

Finale am Etna

Der Anstieg zum Etna ist 17,9 Kilometer lang und im Schnitt 6,6 % steil. In Nicolosi geht es links weg und der Anstieg beginnt. Bis zum Ortsausgang ist die Steigung mit rund 4% noch moderat, danach geht es rund 7,5 % bergan. Der Anstieg ist insgesamt nicht extrem steil und auch nicht sonderlich unregelmäßig. Dennoch gibt es einige steile Passagen, die zur Attacke einladen. Nach sechs Kilometern gibt es sogar eine kurze Abfahrt. Etwa vier Kilometer vor dem Ziel gibt es noch einmal eine Passage mit 11% Steigung. Nur die letzten 1000 Meter sind fast flach.

Schlussanstieg 4. Etappe des 100. Giro

 

Der Anstieg zum Etna

 

Die Favoriten

Es ist sehr schwer vorauszusehen, was auf dieser Etappe passiert. Es stellt sich die Frage, welche Mannschaft die Kontrolle übernimmt, denn Quick-Step wird mit Sprinter Gaviria das Rosa Trikot ohnehin nicht verteidigen können und so nicht unnötig Kräfte in die Verfolgungsarbeit investieren. Das bietet natürlich einer starken Ausreißergruppe gute Chancen, wenn die großen Favoriten lange abwarten und nur auf sich schauen. Diese Gruppe könnte sich auch erst am ersten Anstieg bilden und dann die frühen Ausreißer schnell einholen. Es ist aber auch gut möglich, das Bahrain-Merida das Rennen in die Hand nimmt. Kapitän Vincenzo Nibali ist sicher heiß und würde zu gern im Rosa Trikot am Mittwoch in seine Heimatstadt fahren.

Wie das Rennen am Schlussanstieg verläuft, dafür gibt es unzählige Szenarien. Die großen Favoriten werden testen, was die Konkurrenz drauf hat. Sollte sich jedoch keiner entscheidend absetzen können, könnte die Stunde eines Fahrers aus der zweiten Reihe schlagen. Fahrer wie Domenico Pozzovivo beispielsweise, könnten die absoluten Top-Favoriten auch 30 Sekunden weglassen, ohne den Girosieg zu gefährden. Das gilt erst recht für Igor Anton, Jan Polanc oder Pierre Rolland. Das Team Sky hat mit Landa und Rosa neben Thomas zwei starke Fahrer, die angreifen können. Mikel Landa dürfte der Anstieg liegen und seine Attacke würde die Konkurrenz direkt unter Zugzwang setzen. 

Sollten am Ende des Anstiegs nur noch die Top-Favoriten vorn sein, sich aber keiner absetzen können, wird im Sprint über Rosa entschieden. Hier dürfte Adam Yates sehr gute Chancen haben, sollte er noch dabei sein, denn die letzten Kilometer sind etwas flacher.

***** Vincenzo Nibali,  Nairo Quintana,  
**** Steven Kruijswijk, Bauke Mollema, Mikel Landa, Adam Yates
*** Tom Dumoulin, Domenico Pozzovivo, Thibaut Pinot, 
** Andrey Amador, Diego Rosa, Ilnur Zakarin, Rui Costa, Geraint Thomas, Pierre Rolland, Tejay van Garderen
* Aleksandr Foliforov, Winner Anacona, Jan Polanc, Kenny Elissonde, Davide Formolo, Joe Dombrowski

 

Start: 12:00 Uhr
Ziel: 17:20 Uhr

 

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