Nairo Quintana (Movistar) hat die neunte Etappe des 100. Giro d’Italia gewonnen. Der Kolumbianer siegte nach 152 Kilometern von Montenero di Bisaccia zum Blockhaus als Solist. Zweiter wurde Thibaut Pinot (FDJ), der 24 Sekunden nach Quintana gemeinsam mit Tom Dumoulin (Sunweb) das Ziel erreichte. Bauke Mollema (Trek-Segafredo) wurde Vierter. Vincenzo Nibali (Bahrain-Merida) erreichte als Fünfter mit einer Minute Rückstand den Gipfel des Blockhaus.

“Das ganze Team war stark und ich war auch stark. Ich bin sehr happy über dieses Sieg”, sagte Quintana im Ziel. “Der Giro ist noch sehr lang. In den nächsten Tagen werden wir sehen, ob die 30 Sekunden Vorsprung auf Dumoulin viel, oder wenig ist. Aber ich fühle mich gut und das ist im Moment das Wichtigste”, so Quintana. 

In der Gesamtwertung führt Quintana nun mit 28 Sekunden vor Pinot. Dumoulin ist mit 30 Sekunden Rückstand Gesamtdritter. Nibali ist mit 1:10 min Rückstand Fünfter.
Adam Yates (Orica-Scott) und Geraint Thomas (Sky) verloren nach einem Sturz sehr viel Zeit.


 

Quintana einfach der Stärkste

Nairo Quintana ließ seine Teamkollegen schon vor dem Schlussanstieg ein hohes Tempo anschlagen. Im langen und steilen Anstieg zum Blockhaus machte zunächst Winner Anacona das Tempo. Die Favoritengruppe wurde schnell kleiner. Fahrer um Fahrer konnten dem Tempo nicht mehr standhalten. Auch der bis dahin Gesamtführende Bob Jungels und BMC-Kapitän Tejay van Garderen fielen früh zurück. Wenig später mussten auch Ilnur Zakarin (Katusha-Alpecin) und Steven Kruijswijk (LottoNL-Jumbo) reißen lassen.

Wie erwartet setzte Quintana früh zur Attacke an. Zunächst konnten Thibaut Pinot und Vincenzo Nibali noch folgen. Doch Quintana attackierte mehrfach und schließlich wurde er seine Begleiter knapp fünf Kilometer vor dem Ziel los. Hinter Nibali und Pinot formierte sich eine Verfolgergruppe mit Dumoulin, Domenico Pozzovivo (Ag2R) und Mollema. Während Nibali zurückfiel, konnten Dumoulin und Mollema zu Pinot aufschließen. 
Der Italiener Davide Formolo zeigte eine starke Leistung und eroberte das Weiße Trikot für den besten Nachwuchsfahrer.

 

Ein schneller Start

Kurz nach dem Start setzten sich neun Fahrer ab: Alexey Tstatevich (Gazprom-RusVelo), Mads Pedersen (Trek-Segafredo), Marco Marcato (UAE Team Emirates), Omar Fraile (Dimension Data), Jan Tratnik (CCC Sprandi Polkowice), Matteo Montaguti (AG2R La Mondiale), Luis Leon Sanchez (Astana), Matteo Busato (Wilier-Triestina) und Iljo Keisse (Quick-Step). Tomasz Marczynski (Lotto Soudal), Sacha Modolo (UAE Team Emirates) und Pierre Rolland (Cannondale-Drapac) machten sich auf die Verfolgung, hatten jedoch Mühe, die Lücke zu schließen.

So reihte sich das Cannondale-Drapac-Team im Feld ein und machte Jagd auf die Ausreißergruppe, damit die Spitze wartet und Rolland aufschließen kann. Die drei Verfolger schlossen tatsächlich wenig später auf, doch dann machte das Movistar-Team im Feld das Tempo und die Spitzengruppe büßte immer mehr von ihrem Vorsprung ein. Kurz vor dem Schlussanstieg wurden die Ausreißer wieder eingeholt. Das Movistar-Team machte weiter das Tempo.

 

Polizei-Motorrad verursacht schweren Sturz, der Thomas und Yates wohl alle Chancen nimmt

15 Kilometer vor dem Ziel verursachte ein Polizeimotorrad einen Sturz. Sowohl Adam Yates, als auch Geraint Thomas kamen zu Fall. Das Motorrad hatte auf breiter Straße auf der linken Seite angehalten, doch so, dass Wilco Keldermann daran hängen blieb und stürzte.


 

Die Trikots

Maglia Rosa: Nairo Quintana (Movistar Team)
Maglia Ciclamino: Fernando Gaviria (Quick-Step Floors)
Maglia Azzurra: Jan Polanc (UAE Team Emirates)
Maglia Bianca: Davide Formolo (Cannondale-Drapac)