Auf einem Stadtkurs wird in Chemnitz der Nachfolger von André Greipel ermittelt. Start und Ziel des Rennens sind in der Chemnitzer Innenstadt. Der Rundkurs führt durch den Chemnitzer Süden über welliges Terrain. Insgesamt 11 Runden und 213,4 Kilometer müssen absolviert werden. Dabei geht es über rund 2000 Höhenmeter.

 

Der Rundkurs

Die 19,4 Kilometer lange Runde führt zunächst flach auf breiten Straßen in den Chemnitzer Süden. Vorbei am Sportforum, wo auch die Verpflegungszone eingerichtet ist. Nach etwa einem Drittel der Strecke folgt nach einer kurzen Abfahrt eine 90-Grad-Linkskurve in eine schmale Straße. Hier beginnt der etwas mehr als zwei Kilometer lange Anstieg. Es ist keine steile Rampe, bietet aber aufgrund der Länge durchaus eine gute Chance, eine Selektion herbeizuführen.

Keine Mur de Huy – der untere Teil des Anstiegs

 

Windgeschützt, aber zieht sich – der obere Teil des Anstiegs

Nach der Bergwertung geht kurz über offenes und windanfälliges Terrain, doch nach nur etwas mehr als 300 Metern biegt die Strecke in ein Tal ab und die Fahrer sind windgeschützt. Es folgt eine nicht sonderlich anspruchsvolle Abfahrt.
Anschließend geht es über mehrere Kilometer immer leicht bergab zurück in die Chemnitzer Innenstadt. Die letzten drei Kilometer sind komplett flach auf breiter Straße. Nach der 1000-Meter-Marke am Karl-Marx-Monument folgt eine links-rechts-Kurvenkombination auf die Zielgerade.

Achtung Wind – an der Bergwertung geht es über 300 Meter über offenes Gelände

Favoriten

Durch den längeren Anstieg haben die bergfesteren Fahrer durchaus eine gute Chance die reinen Sprinter abzuhängen. Mit nur einer Überfahrt wäre der Anstieg kein Problem, aber wenn dort in jeder Runde Vollgas gefahren wird, könnten die schweren Fahrer doch Probleme bekommen. Vor allem die zahlenmäßig stark besetzten Teams Bora-hansgrohe und Sunweb wollen einen Massensprint verhindern und werden das Rennen offensiv gestalten wollen. Da weder Marcel Kittel, noch André Greipel mit vielen Helfern starten, wird es kaum möglich sein das Rennen zu kontrollieren. Für die reinen Kletterer ist der Kurs hingegen zu leicht. 
Auf der langen, leicht abfallenden Anfahrt zum  Ziel ist es gut möglich, den Anschluss an Ausreißer wieder herzustellen. Doch sollte sich im Finale eine etwa 10-Fahrer große Gruppe nach der Bergwertung finden und gut zusammenarbeiten, wird es sehr schwer diese zurückzuholen.
Wahrscheinlich wird das Rennen im Sprint einer kleineren Gruppe, oder durch eine späte Attacke entschieden, doch der Parcours bietet für mehrere Szenarien gutes Terrain. Daher gibt es keinen absoluten Top-Favoriten.
Für Fahrer wie Nikias Arndt und John Degenkolb ist es ein guter Kurs, doch wenn sie in einer Gruppe sind, werden sie kaum Unterstützer finden, da mit ihnen niemand um den den Titel sprinten will. Für die Top-Sprinter wie Marcel Kittel und André Greipel geht es darum, im Anstieg nicht abgehängt zu werden, doch es dürfte schwer werden, alle Bora-Attacken mitzugehen. Hier sind auch Poker-Qualitäten und Bündnisse gefragt.
Vielleicht löst sich schon vor der letzten Runde die entscheidende Gruppe, aus der dann Attacken gehen. Auch Marcus Burghardt sollte man auf dem Zettel haben, denn der Zschopauer ist in seiner alten Heimat sicher top motiviert.

Die Startliste gibt es hier

Start: 11 Uhr
Zielankunft ~ 17 Uhr