Marcel Kittel (Quick-Step) hat die zweite Etappe der 104. Tour de France gewonnen. Der 29-jährige Thüringer setzte sich nach 203,5 Kilometern von Düsseldorf nach Lüttich im Massensprint vor Arnaud Demare (FDJ) durch. Dritter wurde André Greipel (Lotto-Soudal).

Das Lotto-Soudal-Team führte das Hauptfeld auf den letzten Kilometer. Von Kittel war lange nichts zu sehen, doch auf den letzten 500 Metern bahnte er sich an der rechten Außenseite einen Weg nach vorn. Er klemmte sich kurz ans Hinterrad von Sonny Colbrelli (Bahrain-Merida), eröffnete den Sprint und siegte souverän.  

“Heute hatten wir einen Plan, aber ich muss ganz nüchtern sagen, dass der überhaupt nicht funktioniert hat”, sagte Kittel nach dem Rennen und fügte an: “Mein Team hat mich aus dem Schlamassel rausgeholt. Einen Kilometer vor dem Ziel war ich noch auf Position 30. Der Vorteil war, dass ich von hinten mit Schwung kommen konnte. Ich bin dann von Rad zu Rad nach vorne gesprungen und auf einmal war ich vorne und konnte voll durchziehen. Jetzt ist der Knoten geplatzt. Der Sieg gibt richtig Rückenwind und wir haben als Team einfach Lust am gewinnen”.

Kurz nach dem Ziel war Kittel von den Gefühlen überwältigt und saß mit der Hand vorm Gesicht am Boden. “Es war ein richtig emotionaler Moment. Natürlich ist auch viel Anspannung und Stress im Spiel. Beim Start in Deutschland die ganzen Menschen zu sehen, das war der ganz große Erfolg und noch wichtiger als der Etappensieg”, sagte Kittel später. “Schon als wir durch Düsseldorf gefahren gefahren sind und die die Massen an den Straßen stranden, hatte ich fast Tränen in den Augen”.

Geraint Thomas (Sky) erreichte mit dem Feld das Ziel und bleibt in der Gesamtwertung weiter vorn.


 

So lief das Rennen

Nach dem Start in Düsseldorf vor toller Kulisse setzten sich vier Fahrer ab. Taylor Phinney (Cannondale-Drapac), Thomas Boudat (Direct Energie), Yoann Offredo (Wanty) und Laurent Pichon (Fortuneo) hatten schnell einen kleinen Vorprung herausgefahren. Den Sprint um den ersten Bergpunkt dieser Tour gewann Taylor Phinney.


 

Das Feld hielt die Ausreißer an der kurzen Leine. Beim Zwischensprint holte sich Boudat die meisten Punkte. Aus dem Feld heraus sprintete Alexander Kristoff (Katisha-Alpecin) am schnellsten. Der Vorsprung der Ausreißer schmolz kontinuierlich. 
Rund 30 Kilometer vor dem Ziel kam es in einem Kreisverkehr zu einem Massensturz. Ein Katusha-Alpecin-Fahrer rutschte weg und viele Fahrer stürzten. Auch Chris Froome (Sky) und Romain Bardet (Ag2R) waren in den Sturz verwickelt, wurden jedoch von ihren Helfern schnell wieder zurück ins Feld gebracht.


 

Durch den Sturz im Feld wuchs der Vorsprung der Ausreißer noch einmal an. An der zweiten Bergwertung sprintete Taylor Phinney und holte sich den Punkt und ist nun der Führende in der Bergwertung. Nach der Bergwertung zog Phinney durch und setzte sich mit Yoann Offredo ab. Erst einen Kilometer vor dem Ziel wurde das Duo vom  Feld eingeholt. Im Sprint setzte sich Kittel dann souverän durch.

Die Wertungstrikots:

Gelbes Trikot: Geraint Thomas
Grünes Trikot: Marcel Kittel
Weißes Trikot: Stefan Küng
Gepunktetes Trikot: Taylor