Nach zwei Sprintertagen sind am Samstag wieder die Klassementfahrer gefordert. Die Strecke führt ins Jura und es geht ordentlich bergan. Zwar ist diese Etappe noch nicht so schwer, wie die Königsetappe am Sonntag, aber dennoch anspruchsvoll. Im Finale gilt es, einen Berg der 1. Kategorie zu bezwingen, an dem die Favoriten sich durchaus mal testen könnten. Das Etappenprofil ist wie gemacht für eine starke Ausreißergruppe. So könnte es vom Start weg ein interessantes Rennen geben, da sicher einige Fahrer den Sprung in die Gruppe schaffen wollen. Die Favoriten werden wohl vor allem auf sich schauen, was die Erfolgschancen der Ausreißer zusätzlich erhöht. Nach zwei relativ ruhigen Flachetappen für die Klassementfahrer, ist es auf dem Weg zur Station des Rousses mit der Entspannung vorbei. 

 

Die Strecke

Nach dem Start in Dole geht es zunächst gut 30 Kilometer flach gen Südwesten. Hier bleibt genügend Zeit, dass sich die Gruppe des Tages formiert. Doch bereits nach 45,5 Rennkilometern wird der Zwischensprint des Tages ausgetragen. Es könnte also durchaus sein, dass einer der Sprinter, die es auf das Grüne Trikot abgesehen haben, in die Gruppe geht um die Punkte abzugreifen. Während in der Gruppe ein starker Helfer in der Ebene gern gesehen ist, werden die Kontrahenten um Grün das nicht einfach so akzeptieren wollen. So ist es gut möglich, dass eine Gruppe mit einem der Sprinter mit der Brechstange schnell wieder eingeholt wird. Sollte es dazu kommen, wäre es sogar denkbar, dass bis zur Sprintwertung kein Ausreißversuch erfolgreich ist und die Sprinter um die Punkte fighten.

Tour de France 2017: Die Karte der 8. Etappe (©GEOATLAS)

Die erste Bergwertung (3. Kat.) ist nach etwas mehr als 100 Rennkilometern erreicht. Nach einer langen Abfahrt geht es zur zweiten Bergwertung des Tages. Der Anstieg zur Côte de Viry (Kat 2. | 748 m) ist  7,6 km lang und 5,2% steil. Nach einer Abfahrt mit Gegensteigung beginnt 23 Kilometer vor dem Ziel das Finale der Etappe.

Das Finale

Das Finale der 8. Etappe der Tour 2017

Der Anstieg zu Côte de la Combe de Laisia-Les Molunes (Kat 1 | 1 202 m) ist zwar 11,7 Kilometer lang, aber mit 6,4 % recht moderat steil. Es ist kein Monsterberg, der selbst die Besten ans Limit bringt. Doch wer einen schlechten Tag hat, was nach zwei heißen Etappen nicht ausgeschlossen ist, kann auch hier Probleme bekommen. Vom Gipfel sind es noch 12 Kilometer bis ins Ziel, sodass ein Helfer wertvoll sein kann. Etwa vier Kilometer vor dem Ziel gibt es noch einmal einen kleineren Anstieg.

 

Die Favoriten

Die Etappe ist wie gemacht für eine starke Ausreißergruppe. Die Favoriten auf den Gesamtsieg wollen mit Blick auf die nächsten Tage nicht schon ihre Helfer verschleißen und das Finale ist nicht schwer genug für einen der Favoriten um das ganze Feld abzuhängen. So ist es gut möglich, dass eine Gruppe mit Fahrern, die für Chris Froome keine große Gefahr darstellen, weit weggelassen wird. Durch das schwere Finale dürfte ein bergfester Ausreißer gute Chancen haben. Zudem winkt das Bergtrikot für einen der Fluchtgefährten. Fahrer wie Thomas de Gendt, Robert Gesink, Stephen Cummings, Darwin Atapuma, Simon Clarke, Thomas Voeckler, Kristijan Durasek oder Daryl Impey haben schon einige Minuten Rückstand auf Chris Froome und könnten ihre Chance nutzen. Vielleicht schicken auch Mannschaften mit einem Klassementfahrer einen Mann in die Gruppe, der dann möglicherweise Freiheiten bekommt, sollte die Gruppe durchkommen. Jan Bakelants, Alexey Lutsenko, Carlos Betancur, Fabio Felline oder Gianluca Brambilla könnten in diese Rolle schlüpfen. Aber auch endschnelle Fahrer wie Diego Ulissi fühlen sich auf diesem Terrain wohl. Ein Mann wie Tim Wellens, der für seine offensive Fahrweise bekannt ist, könnte vielleicht sogar das Gelbe Trikot übernehmen, sollte er in der Gruppe dabei sein und man ihn gewähren lassen. 

 

***** –
**** Robert Gesink, Tim Wellens, Jan Bakelants
*** Pierre Rolland, Stephen Cummings, Gianluca Brambilla, 
**  Oliver Naesen, Carlos Betancur, Lilian Calmejane, Fabio Felline, Alberto Bettiol, Alexis Vuillermoz
*  Damiano Caruso, Thomas De Gendt, Mathias Frank, Jarlinson Pantano, Simon Geschke, Daryl Impey, Thomas Voeckler, Michael Albasini

Start: 12:10 Uhr
Ziel:  ~ 17:10 Uhr

 

Die weiteren Etappen

9. Etappe (9. Juli) | 181 km | Nantua – Chambery
10. Etappe (11. Juli) | 178 km | Périgueux – Bergerac
11. Etappe (12. Juli) | 202 km | Eymet – Pau
12. Etappe (13. Juli) | 214 km | Pau – Peyragudes (Bergankunft)
13. Etappe (14. Juli) | 100 km | Saint-Girons – Foix
14. Etappe (15. Juli) | 181 km | Blagnac – Rodez
15. Etappe (16. Juli) | 189 km | VLaissac-Sévérac L’Église – Le Puy en Velay
16. Etappe (18. Juli) | 165 km | Le Puy en Velay– Romans-Sur-Isére
17. Etappe (19. Juli) | 183 km | La Mure – Serre-Chevalier
18. Etappe (20. Juli) | 178 km | Briancon – Izoard (Bergankunft)
19. Etappe (21. Juli) | 220 km | Embrun – Salon-de-Provence
20. Etappe (22. Juli) | 23 km | Marseille – Marseille (Einzelzeitfahren)
21. Etappe (23. Juli) | 165 km | Montgeron – Paris Champs-Èlyèes

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