Primoz Roglic (LottoNL-Jumbo) hat die 17. Etappe der 104. Tour de France gewonnen. Der Slowene gehörte auf der 183 Kilometer langen Etappe von La Mure nach Serre-Chevalier zu einer großen Ausreißergruppe, aus der er sich am letzten Anstieg absetzten konnte und als Solist ins Ziel fuhr.

„Es ist verrückt, einfach unglaublich”, sagte Roglic im Siegerinterview. “Ich wollte es heute unbedingt versuchen, auch meine Familie und meine Freundin waren heute hier. Es war einfach Wahnsinn, all diese slowenischen Flaggen und meine Freunde und meine Familie an der Strecke zu sehen.“

 

Foome souverän

Den Sprint der Verfolger gewann Rigoberto Uran (Cannondale-Drapac) vor Chris Froome (Sky) und Romain Bardet (Ag2R). Auch Mikel Landa (Sky) und Warren Barguil (Sunweb) gehörten zu dieser Gruppe.
Fabio Aru (Astana) verlor kurz vor dem Gipfel des Col du Galibier den Anschluss und verlor am Ende 35 Sekunden auf die Konkurrenten.
Chris Froome in Gelb baute aufgrund der Zeitbonifikation den Vorsprung auf Romain Bardet etwas aus. Neuer Gesamtzweiter ist nun Rigoberto Uran (+27 Sekunden). Bardet liegt ebenfalls 27 Sekunden zurück. Aru hat nun einen Rückstand von 53 Sekunden.

Romain Bardet hatte im letzten Anstieg zwar mehrfach angegriffen, aber Chris Froome konnte jede Attacke parieren. Auch Rigoberto Uran ließ sich nicht abschütteln und machte erneut einen starken Eindruck.

Froome war sehr zufrieden mit seiner Leistung und hofft nun, auf der letzten Bergetappe der Tour erneut starke Beine zu haben. “Das wird morgen die letzte schwere Etappe bei der Tour. Man muss abwarten, was die anderen Fahrer machen, wie meine Form morgen ist. Aru hatte heute einige Schwierigkeiten, Uran und Bardet sind nicht weit von mir“, so Froome, der selbst nicht angreifen muss. “Ich bin mit dem Vorsprung zufrieden. Das Zeitfahren habe ich mir genau angeschaut und mich gut darauf vorbereitet. Ich denke, dass es mir liegt”, sagte Froome mit Blick auf die Gesamtwertung und Zeitfahren am Samstag. 


Arrivée / Finish – Étape 17 / Stage 17 – Tour… von tourdefrance

 

So lief das Rennen

Nach dem Start begannen sofort die Attacken. Das Team Sunweb ging mit Michael Matthews in die Offensive. Nach etwa 20 Kilometern  kam es zu einem schweren Sturz im Hauptfeld. Auch Marcel Kittel kam zu Fall und verletzte sich an der Schulter. Der Thüringer kämpfte sich noch fast 70 Kilometer durch, musste das Rennen dann aber aufgrund der Schulterverletzung doch aufgeben. Kittel schlug sich in der zweiten Woche mit Magen-Darm-Problemen und hatte dann in den letzten Tag auch noch eine Erkältung. Kurz unterhalb des Gipfels am Col de la Croix de Fer stieg Kittel aus.

 

Matthews holt Grün 

Es löste sich eine große Gruppe, in der auch Primoz Roglic, Simon Geschke und Michael Matthews waren. Matthews schnappte De Gendt an der Bergwertung die Punkte weg, um das Trikot seines Teamkollegen Warren Barguil zu schützen. Matthews und De Gendt fuhren zusammen an der Spitze weiter und Matthews holte sich erwartungsgemäß die Punkte für die Sprintwertung. Nach dem Ausstieg von Marcel Kittel ist ihm das Grüne Trikot kaum noch zu nehmen.

 

Contador attackiert

Im Feld kontrollierte zunächst Sky das Tempo, ehe am Col de la Croix de Fer Alberto Contador angriff. Zunächst ging Nairo Quintana mit, musste dann aber wieder reißen lassen. Contador schaffte den Sprung in die Verfolgergruppe und seine Teamkollegen spannten sich vor die Gruppe. Daniel Navarro schaffte im Anstieg den Anschluss an die Spitze um De Gendt. 
Marcel Kittel kämpfte gezeichnet vom Sturz am Ende des Feldes. Später musste er das Rennen aufgeben.

 

Den Gipfel des Col de la Croix de Fer erreichte Thomas de Gendt als Erster. Matthews hatte bereits vor der Bergwertung reißen lassen.

 

Contador muss Roglic ziehen lassen

Bauke Mollema machte im Anstieg zum Col du Télégraphe lange das Tempo. Am Gipfel lag das Feld rund vier Minuten hinter der Spitzengruppe um Contador. Am Fuße des Galibier griff Primoz Roglic an und er setzte sich mit Serge Pauwels und Alberto Contador ab. Mathias Frank und Daniel Navarro konnten noch einmal aufschließen, aber dann griff Roglic erneut an und zog davon.  
Noch vor dem Gipfel des Galibier holte die Favoritengruppe um Chris Froome, Romain Bardet und Rigoberto Uran Alberto Contador ein. Contador erreichte gemeinsam mit Fabio Aru das Ziel und wurde als kämpferischster Fahrer ausgezeichnet.

Le sprint des favoris / The sprint of the… von tourdefrance