Nach dem letzten Großkampf der Favoriten am Col de Izoard am Donnerstag, werden Chris Froome und Co. am Freitag versuchen, so viele Kräfte wie möglich zu sparen. Denn am Samstag steht mit dem Einzelzeitfahren die letzte schwere Etappe dieser Tour an. So wird man gern eine große Gruppe mit ungefährlichen Fahrern weglassen, die dann den Tagessieg unter sich ausmachen können.

Vielleicht haben aber auch die Sprinterteams etwas gegen diesen Rennverlauf. Doch viele Teams mit endschnellen Männern und starken Helfern sind nicht mehr im Peloton. Zudem bekommen André Greipel, Nacer Bouhanni und Alexander Kristoff am letzten Tag in Paris noch ihre Chance auf den Etappensieg. Da schickt man vielleicht am Freitag lieber einen starken Mann mit in die Gruppe, als über viele Stunden die Ausreißer an der langen Leine zu halten. Die Etappe ist mit 222,5 Kilometer das längste Teilstück der Tour.
Da es zu Beginn der Etappe hügelig ist, werden eher starke Fahrer in der Gruppe sein. All das spricht für einen Ausreißererfolg. Und sollte Lotto-Soudal Tiesj Benoot, Thomas de Gendt oder Tony Gallopin in der Gruppe platzieren, würde wohl das wichtigste Team für die Nachführarbeit fehlen. 

Tour de France 2017: Die Karte der 19. Etappe (©GEOATLAS)

Die Strecke

Von Embrun geht es über 222,5 Kilometer nach Salon-de-Provence. Die ersten 50 Kilometer sind recht anspruchsvoll, wenn auch nicht vergleichbar mit den Etappen in den Alpen. Bis Rennkilometer 43 geht es über den  Col Lebraut (4,7 km | 6%) und die Côte de Bréziers (2,3 km | 8%), zwei Anstiege der dritten Kategorie. Anschließend folgt eine lange Abfahrt und dann geht es wellig bis zur Sprintwertung in Banon. Für das Wertungstrikot ist der Sprint unbedeutend, aber die Prämie werden die Ausreißer sicher gern mitnehmen.
Der letzte Anstieg des Tages steht etwas mehr als 45 Kilometer vor dem Ziel an, der Col du Pointu (5,8 km | 4.1%). Gut möglich, dass hier die Vorentscheidung im Kampf um den Etappensieg fällt.

Die Anfahrt zum Ziel der 19. Etappe der Tour de France 2017

Im Finale der Etappe geht es zunächst leicht bergab. Auf den letzten 1300 Metern müssen drei scharfe Kurven bewältigt werden. Die Zielgerade ist 400 Meter lang und flach.

 

 

Die Favoriten 

Für diese Etappe kommt nahezu das halbe Feld als Teil der Ausreißergruppe in Frage. Doch das relativ anspruchsvolle Terrain zum Beginn könnte zu einer frühen Selektion führen. Stephen Cummings, Ben Swift, Michael Valgren, Taylor Phinney, Michael Albasini, aber auch John Degenkolb und Edvald Boasson Hagen könnten heiße Kandidaten für einen Erfolg aus der Gruppe sein, dazu die üblichen Ausreißer: De Gendt, Benoot, Van Baarle, Voeckler, Van Avermaet …. .
Doch vielleicht kommt es doch zum Sprint, dann wäre Andre Greipel einer der Top-Favoriten auf den Etappensieg. 

 

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**** Edvald Boasson Hagen, Greg van Avermaet, Michael Matthews
*** John Degenkolb, Tiesj Benoot, Ben Swift, Stephen Cummings
** Michael Valgren, Thomas De Gendt, Nacer Bouhanni, Andre Greipel
* Thomas Voeckler, Dylan Groenewegen, Alexander Kristoff

Start: 12:15 Uhr
Ziel: 17:30 Uhr

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