Nach der vom Wind geprägten Flachetappe am Sonntag geht es nun in die Berge. Auf den 158,5 Kilometern von Prades Conflent Canigo nach Andorra la Vella könnte es zum ersten heftigen Schlagabtausch der Favoriten kommen. Denn das Finale in Andorra hat es in sich. Zudem bietet die Etappe einige Möglichkeiten für ein spannendes Rennen. 

Gut möglich, dass sich zu Beginn eine starke Ausreißergruppe formiert, denn es geht kurz nach dem Start lange bergan. Ob die großen Favoriten eine solche Gruppe weit weglassen, dürfte ganz stark davon abhängen, wie groß sie die Chance sehen, dass einer der Ausreißer auch im Kampf um den Gesamtsieg gefährlich werden kann.
Das Quick-Step-Team des Gesamtführenden Yves Lampaert wird sich in der Nachführarbeit pflichtgemäß zeigen, doch sie werden den Ausreißern nicht unter Einsatz der letzten Kräfte hinterherjagen, da Lampaert im schweren Finale wohl ohnehin nicht bei den Besten mitfahren kann. So wird er das Trikot wohl so oder so abgeben müssen.

Es wäre also an einem anderen Team, die Kontrolle über das Rennen zu übernehmen. BMC vielleicht, oder Sky, doch wer will in den ersten Tagen bereits so viele Kräfte einsetzen? So könnte die Fluchtgruppe auf den 70 Kilometern nach dem ersten Anstieg, bis zum Finale vielleicht ein ausreichend großes Polster aufbauen, um am Ende vorn zu bleiben. Gerade weil anzunehmen ist, dass nach dem schweren Start der Etappe eine starke, und vielleicht sogar recht große Gruppe sich absetzt.
Doch die Etappe ist recht kurz und es wird sicher schnell gefahren. Zudem sind die Abstände im Gesamtklassement, trotz Windkante am Sonntag, noch gering und einige Fahrer könnten versuchen das begehrte Leadertrikot zu erobern. All das spricht vielleicht eher gegen einen erfolgreichen frühen Ausreißversuch. Am Ende bestimmen die Fahrer, wie die Etappe läuft und es winken den Ausreißern neben dem Etappensieg und den Führungstrikot auch das BergtrikotSpannung ist garantiert.

 

 

Die Strecke

Karte de 3. Etappe der Vuelta 2017

Nach dem Start in Prades Conflent Canigó geht es gen Südwesten in Richtung Andorra. Direkt nach dem Start geht es rund 30 Kilometer bergan. Der Anstieg zum Col de la Perche ist im Roadbook mit 19,5 Kilometern Länge bei durchschnittlich 4.8% angegeben. Kein Monster-Berg, aber eine gute Chance für starke Fahrer eine Gruppe zu initiieren. 

Der Anstieg zum Col de la Perche

Nach der Bergwertung geht es fast 70 Kilometer leicht bergab. Das Feld passiert die Grenze nach Spanien und verabschiedet sich bei Rennkilometer 110 wieder aus dem Mutterland der Rundfahrt. Ist Andorra erreicht, ist das Ziel nur wenige Kilometer entfernt. Doch der Parcours führt nicht auf direktem Wege zum Zielort, sondern erst noch über den Coll de la Rabassa. Am Fuße des 13,3 Kilometer langen und 6,8 % steilen Anstiegs beginnt 45 Kilometer vor dem Ziel das Finale der Etappe.

Profil des Coll de la Rabassa

Nach dem Gipfel folgt eine 20 Kilometer lange Abfahrt in den Zielort. Doch auch wenn die Fahrer nun die Zielgerade vor Augen haben, müssen sie erneut eine Zusatzschleife fahren. Denn es geht noch über den 4,3 Kilometer kurzen, aber im Schnitt 8,6 % steilen Alto de la Comella. Der Gipfel ist 7,1 Kilometer vor dem Ziel erreicht und es folgt eine technisch anspruchsvolle Abfahrt zum Ziel. Die letzten gut 1000 Meter zum Ziel sind flach. 

Das Finale der 3. Etappe der Vuelta 2017

 

Die Favoriten

Die Klassementfahrer sind auf dieser Etappe voll gefordert. Das Finale ist anspruchsvoll und biete durchaus Gelegenheit für einen ersten Test der Konkurrenz. Wer sich gut fühlt, wird spätestens am letzten Anstieg attackieren. Dass auf der kurzen Etappe eine Fluchtgruppe durchkommt ist nicht auszuschließen. Formiert sich eine größere und stark besetzte Ausreißergruppe, wird es für das Feld der Favoriten schwer, sie zurückzuholen. Kandidaten für solch eine Gruppe gibt es genügend. LL Sanchez, Darwin Atapuma, Omar Fraile, Larry Warbasse, Emanuel Buchmann, das nahezu komplette Team Caja Rural, Daniel Navarro, …
Mit dem kurzen, aber steilen Anstieg kurz vor dem Ziel rücken die explosiven Fahrer in den engeren Favoritenkreis. Warren Barguil, der zudem sehr gut abfahren kann, ist einer der Kandidaten. Das gilt natürlich auch für Vincenzo Nibali. Aber auch Romain Bardet, die Yates-Zwillinge, Diego Rosa oder Carlos Betancur dürfte dieses Finale entgegenkommen. Auch Julian Alaphilippe ist ein heißer Kandidat auf den Etappensieg, wenn er bis zum Finale in der Spitze dabei bleiben kann. Der Franzose liegt im Gesamtklassement ganz weit vorn und könnte das Rote Leadertrikot von seinem Teamkollegen Yves Lampaert übernehmen. Die großen Favoriten auf den Gesamtsieg werden sich sicher testen, und mit der kniffligen Abfahrt zum Ziel könnten durchaus kleinere Abstände entstehen.

 

 

***** –
**** Vincenzo Nibali, Warren Barguil
*** Julian Alaphilippe, Carlos Betancur, Rohan Dennis, Romain Bardet
** LL Sanchez, Daniel Navrro, Omar Fraile, S&A Yates, Jan Polanc, Diego Rosa, Rafal Majka
* Larry Warbasse, Dawin Atapuma, George Bennett, Patrick Konrad, Rui Costa

 

Start: 13:16 Uhr
Ziel: ~ 17:40 Uhr

 
 

Die weiteren Etappen

4. Etappe (22.8.) | 189,2 km | Escaldes-Engordany – Tarragona. Anella Mediterránea 2018
5. Etappe (23.8.) | 175,7 km | Benicàssim – Alcossebre (Bergankunft)
6. Etappe (24.8.) | 204,4 km | Vila-real – Sagunt
7. Etappe (25.8.) | 207 km | Llíria – Cuenca. Ciudad Patrimonio de la Humanidad
8. Etappe (26.8.) | 199,5 km | Hellín – Xorret de Catí. Costa Blanca Interior
9. Etappe (27.8.) | 174 km | Orihuela – Cumbre del Sol. El Poble Nou de Benitatxell (Bergankunft)
10. Etappe (29.8.) | 164,8 km | Caravaca Año Jubilar 2017 / ElPozo Alimentación
11. Etappe (30.8.) | 187,5 km | Lorca – Observatorio Astronómico de Calar Alto (Bergankunft)
12. Etappe (31.08.) | 160,1 km) | Motril – Antequera. Los Dólmenes
13. Etappe (1.9.) | 198,4 km | Coín – Tomares
14. Etappe (2.9.) | 175 km | Écija – Alto Sierra de La Pandera
15. Etappe (3.9.) | 129,4 km | Alcalá la Real – Sierra Nevada. Alto Hoya de la Mora. Monachil (Bergankunft)
16. Etappe (5.9.) | 40,3 km | Circuito de Navarra – Logroño | Einzelzeitfahren
17. Etappe (6.9.) | 180,5 km | Villadiego – Los Machucos. Monumento Vaca Pasiega (Bergankunft)
18. Etappe (7.9.) | 169 km | Suances – Santo Toribio de Liébana (Bergankunft)
19. Etappe (8.9.) | 149,7 km | Caso. Parque Natural de Redes – Gijón
20. Etappe (9.9.) | 117,5 | Corvera de Asturias – Alto de l’Angliru | Bergankunft
21. Etappe (10.9.) | 117,6 km | Arroyomolinos – Madrid

 

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