Schon am Mittwoch konnte sich die Fluchtgruppe behaupten, und schaut man sich das Profil der sechsten Etappe an, stehen die Chancen für einen erneuten erfolgreichen Ausreißversuch sehr gut. Das Teilstück ist rund 200 Kilometer lang und mit mehr als 2500 Höhenmetern auch durchaus anspruchsvoll. Die Favoriten um Chris Froome werden sehr gern eine Gruppe mit Fahrern weglassen, die in der Gesamtwertung weit zurückliegen. So können sie ihr Tempo fahren und die Helfer für die weiteren Etappen “Körner” sparen. Dass die Sprinter-Teams das Rennen kontrollieren wollen, ist nicht komplett unrealistisch, aber die Mannschaften müssen sich schon die Frage stellen, wie viel Kraft sie investieren wollen, und können.
Außerdem sind die Anstiege durchaus ernst zu nehmen. Der letzte Anstieg des Tages ist immerhin gut neun Kilometer lang und mehr als 5 % steil, hat zudem steile Rampen. So kann man durchaus die Frage stellen, ob die Sprinter im Finale noch dabei sein könnten, wenn im Anstieg attackiert werden würde. Vom Gipfel sind es nur 36 Kilometer bis ins Ziel. 

So spricht viel für einen erfolgreichen Ausreißversuch. Das wissen natürlich alle Fahrer im Peloton ebenfalls und so könnte es schon zu Beginn des Rennens einen harten Kampf um die Gruppe geben.

 

Die Strecke

Nach dem Start in Vila-Real führt die Strecke nach einer kleinen Schleife gen Süden und dann nach Westen ins Landesinnere. Die ersten 25 Kilometer sind flach, dann beginnt der erste Anstieg. Gut möglich, dass erst am Alto de Alcudia (Kat3|11km|3.4%) sich die Gruppe des Tages formiert. Der Gipfel ist bei Rennkilometer 48 erreicht und es geht nach einer kurzen Abfahrt direkt wieder bergauf, zum  Puerto de Eslida (Kat3|5,3 km|5,1%)
Nach einer kurzen Abfahrt und einem Flachstück steht auch schon der dritte Anstieg des Tages an. Der Gipfel des Alto de Chirivilla (Kat3|7,9km74,1%) ist etwa zur Rennhälfte erreicht und es folgt ein fast 30 Kilometer langer Abschnitt mit leichtem Gefälle.

Der vorletzte Anstieg des Tages ist der Puerto del Oronet (Kat3|6,4km|4%). Hier beginnt eine kleine Runde, denn nach der Abfahrt geht es nicht direkt ins Ziel, sondern noch über den längeren Puerto del Garbí, nach dessen Passage hinab zum Puerto del Oronet. Dessen Abfahrt wird das Peloton also zwei Mal fahren.

Der letzte Anstieg, der Puerto del Garbí, ist 9,3 Kilometer lang, mit durchschnittlich 5,1% Steigung. Im unteren Teil ist die Steigung noch moderat, daher auch die relativ geringe Durchschnittssteigung. Doch in Segart beginnt der anstrengende Teil. Es folgen Rampen mit mehr als 20% Steigung. Den Strava-KOM wird Ex-Profi Grischa Niermann wohl abgeben müssen.
Der Gipfel ist exakt 36,4 Kilometer vor dem Ziel erreicht und es folgt eine Abfahrt, ehe es die letzten rund 18 Kilometer flach zum Ziel geht.

Die Anfahrt zum Ziel ist wenig anspruchsvoll. Es geht flach geradeaus, nur rund 800 Meter vor dem Ziel geht es links auf die Zielgerade am Hafen.

 

Die Favoriten

Der Tagessieger wird wohl aus einer Ausreißergruppe kommen. Das macht den Kreis der Favoriten nicht gerade kleiner, denn in der ersten Woche der Rundfahrt gibt es noch viele Fahrer, die auf so einer Etappe erfolgreich sein könnten. Julian Alaphilippe wäre ein heißer Kandidat, war jedoch schon am Mittwoch in der Fluchtgruppe unterwegs. Thomas de Gendt ist eigentlich immer dabei, wenn es etwas bergig ist. Auch Luis Leon Sanchez könnte etwas probieren. Giovanni Visconti, Bart De Clercq, Lluís Guillermo Mas, Bob Jungels, Koen Bouwman, Alberto Losada oder auch Patrick Konrad wären Kandidaten für die Fluchtgruppe. Dazu das komplette Team von Manzana Postobon. Vielleicht probiert der junge Aldemar Reyes auf dieser Etappe etwas.   

 
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*** Giovanni Visconti, Rohan Dennis, Luis Leion Sanchez, Carlos Betancur
** Lluís Mas, Julian Alaphilippe, Alessandro De Marchi, Cesare Benedetti, Anthony Perez 
* Alberto Losada, Bob Jungels, Jan Polanc, Bert-Jan Lindeman, Larry Warbasse

 

Start: 12:10 Uhr
Ziel: ~17:35 Uhr

 

Die weiteren Etappen

7. Etappe (25.8.) | 207 km | Llíria – Cuenca. Ciudad Patrimonio de la Humanidad
8. Etappe (26.8.) | 199,5 km | Hellín – Xorret de Catí. Costa Blanca Interior
9. Etappe (27.8.) | 174 km | Orihuela – Cumbre del Sol. El Poble Nou de Benitatxell (Bergankunft)
10. Etappe (29.8.) | 164,8 km | Caravaca Año Jubilar 2017 / ElPozo Alimentación
11. Etappe (30.8.) | 187,5 km | Lorca – Observatorio Astronómico de Calar Alto (Bergankunft)
12. Etappe (31.08.) | 160,1 km) | Motril – Antequera. Los Dólmenes
13. Etappe (1.9.) | 198,4 km | Coín – Tomares
14. Etappe (2.9.) | 175 km | Écija – Alto Sierra de La Pandera
15. Etappe (3.9.) | 129,4 km | Alcalá la Real – Sierra Nevada. Alto Hoya de la Mora. Monachil (Bergankunft)
16. Etappe (5.9.) | 40,3 km | Circuito de Navarra – Logroño | Einzelzeitfahren
17. Etappe (6.9.) | 180,5 km | Villadiego – Los Machucos. Monumento Vaca Pasiega (Bergankunft)
18. Etappe (7.9.) | 169 km | Suances – Santo Toribio de Liébana (Bergankunft)
19. Etappe (8.9.) | 149,7 km | Caso. Parque Natural de Redes – Gijón
20. Etappe (9.9.) | 117,5 | Corvera de Asturias – Alto de l’Angliru | Bergankunft
21. Etappe (10.9.) | 117,6 km | Arroyomolinos – Madrid

 

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