Nach dem Einzelzeitfahren am Dienstag sind die Favoriten auch auf der 17. Etappe wieder voll gefordert. Die Organisatoren der Vuelta haben sind auf der Suche nach einem neuen Monsterberg fündig geworden und schicken das Peloton im Finale den Alto de los Machucos hinauf. Diese fiese Rampe hat Passagen mit 26% Steigung. Durchaus nachzuvollziehen, dass Chris Froome von einer “Wand” sprach. Es ist die letzte Woche der Vuelta, nach 16 schweren Etappen und einem langen Zeitfahren – gut möglich, dass einer der Favoriten hier heftige Probleme bekommt. 

Diese Rampe zum Ziel ist nicht der einzige Anstieg. Kurz zuvor muss ein Berg der 1. Kategorie bewältigt werden und insgesamt sind es rund 3400 Höhenmeter, auf dem 180 Kilometer langen Weg von Villadiego nach Los Machucos.


 Durch das leicht wellige Profil zu Beginn könnte es zwei Rennen in einem geben. Eines um den Tagessieg aus einer größeren Ausreißergruppe, während sich die Favoriten auf den Gesamtsieg im Finale auseinander nehmen. Vielleicht erleben wir den großen Tag des Alberto Contador, denn der Madrilene will unbedingt seinen Etappensieg holen und diese Rampe dürfte ihm liegen.

Update: Doch aufgrund des Regens und der nassen Straßen wird die Traktion eine Rolle spielen. Hier dürften die Fahrer, die im Sitzen fahren einen Vorteil haben.

 

 

Die Strecke

Karte de 17. Etappe der Vuelta 2017

Die ersten rund 100 Kilometer der Etappe sind leicht wellig und nicht sonderlich anspruchsvoll. Doch der zweite Teil der Etappe hat es in sich. Zunächst geht es hinauf zum Portillo de Lunada (Kat1 |8,3 km | 5,7 %). Vom Gipfel sind es noch 73 Kilometer bis ins Ziel. Die ersten 35 davon bergab. 

Profil der Anstiege Puerto de Alisas & Alto de los Machucos

Etwas weniger als 30 Kilometer vor dem Ziel beginnt dann das Finale der Etappe. Zunächst geht es 10 km mit 6% hinauf zum Puerto de Alisas. Es folgt eine gut 10 Kilometer lange Abfahrt, ehe es zur Schlusssteigung geht.

Der Anstieg zum Los Machucos ist mit 8,7 % bei einer Länge von 7,2 km angegeben. Diese Zahlen sind nicht sofort furchteinflößend, aber es ist ein sehr unregelmäßiger Anstieg mit vielen Rampen. Es wird sehr schwer werden, dort einen Rhythmus zu finden. Es gibt Passagen mit 26 % Steigung.

Das Final 17. Etappe der Vuelta 2017

 

Die Favoriten

Es ist gut möglich, dass erneut eine Ausreißergruppe durchkommt. Wer hier den Etappensieg einfahren will, muss auf jeden Fall sehr gut klettern können. Rafal Maijka ist ein heißer Kandidat auf den Sieg aus einer Gruppe. Auch Romain Bardet ist einer Favoriten. Aber auch Julian Alaphilippe könnte in dieser Rampe bestehen. 

Bei den Favoriten dürfte Alberto Contador mit dieser “Wand” gut zurecht kommen. Er hat keine Probleme mit Rhythmuswechseln und geht viel aus dem Sattel. Fahrer wie Wilco Kelderman oder Vincenzo Nibali dürften da eher ihre Schwierigkeiten bekommen. Zudem bleiben Contador nicht mehr viele Etappen, um den Sprung aufs Podium noch zu schaffen. Er wird sicher etwas versuchen. Gespannt darf man auf Miguel Angel López sein. Der Kolumbianer war in der zweiten Woche der stärkste Kletterer und auch für ihn sind es “nur” zweieinhalb Minuten bis zum Vuelta-Podium. 

Auch wenn Nibali die Schlussrampe nicht sonderlich liegt, er will Froome den Vuelta-Sieg nicht kampflos überlassen. Vielleicht versucht er es schon am vorletzten Berg mit einer Überraschungsattacke. Kelderman ist bislang mit der Taktik “immer bei Froomey bleiben” gut gefahren und das wird auch heute sein Ziel sein. Bei Zakarin weiß man nie so genau.

 
***** – 
**** Rafal Majka, Alberto Contador
*** Chris Froome, Miguel Angel López, Michael Woods 
**  Ilnur Zakarin, Adam Yates, Romain Bardet
* Julien Alaphilippe, Vincenzo Nibali, Wilco Kelderman

 

Start: 12:25 Uhr
Ziel: ~17:40 Uhr
 

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