Auch wenn der Kurs etwas leichter ist, als im vergangenen Jahr, die Lombardei-Rundfahrt ist eines der schwersten Eintagesrennen des Jahres. Das “Rennen der fallenden Blätter” bildet seit Jahren den Abschluss der europäischen Saison und wird zum 111. Mal ausgetragen. Ein Sieg am Comer See bei diesem prestigeträchtigen Rennen ist viel mehr als ein gelungener Jahresabschluss. Vor allem für die Italiener ist es eines der wichtigsten Rennen und es zählt zurecht zu den fünf Radsport-Monumenten.

In diesem Jahr führt der Kurs von Bergamo zum Comer See und über den legendären Anstieg zur Madonna del Ghisallo, vorbei an der Wallfahrtskirche der Schutzheiligen der Radsportler und dem Radsportmuseum direkt neben der kleinen Kapelle (Wer noch nicht da war, bitte mal hinfahren!).

Für den Sieg kommen wohl nur die absoluten Top-Fahrer in Frage, denn Länge und Anstiege des Rennens sind nur etwas für Kletterer. Der Vorjahressieger Esteban Chaves wird fehlen, denn er brach sich beim Giro dell’Emilia das Schulterblatt. Auch Tom Dumoulin musste seinen Start gesundheitsbedingt absagen.

Karte Il Lombardia 2017

Die Strecke

Nach dem Start in Bergamo geht es in einer kleinen Schleife zum ersten Anstieg, dem Colle Gallo. Es folgt ein leicht welliger Abschnitt zum Comer See.

Das Finale wird rund 70 Kilometer vor dem Ziel mit dem legendären Madonna-del-Ghisallo-Anstieg eröffnet. Vielleicht wird hier schon einmal “ausgesiebt”.

Profil Ghisallo

Nach einer kurzen Abfahrt folgt der Colma di Sormano – ein steiler Anstieg mit Scharfrichter-Potenzial.

Profil Sormano

Ist Como erreicht, werden noch zwei Schleifen gefahren. Zunächst geht es gen Osten über den vier Kilometer langen Civiglio-Anstieg, der mit bis zu 14% durchaus für eine Vorentscheidung sorgen kann. Vom Gipfel sind es noch rund 17 Kilometer bis zum Ziel.

Das Finale der Lombardei-Rundfahrt 2017
Profil Civiglio

Nach der Abfahrt vom Civiglio geht es in Richtung Ziel. Doch statt nach rechts auf die Zielgerade einzubiegen, geht es links weg zum letzten Anstieg des Tages. Noch einmal geht es mit 10% bergan und wohlmöglich fällt da die endgültige Entscheidung um den Sieg. Die Abfahrt zum Ziel ist anspruchsvoll, aber nicht gefährlich.

Die Anfahrt zum Ziel

 

Die Favoriten

Ein so schweres Rennen Eintagesrennen am Ende einer langen und kräftezehrenden Saison ist sehr speziell. Die Fahrer haben die dringend benötigte Pause schon vor Augen und bei diesem schweren Rennen kann nur ein sehr kletterstarker Fahrer gewinnen. Es sind die ganz großen Namen und die Rundfahrer, die am Ende vorn landen. Der prestigeträchtige Sieg beim letzten Monument des Jahres wird hart umkämpft und meist beginnt schon weit vor dem Ziel an einem der Anstiege ein hartes Ausscheidungsfahren.

Bei den italienischen Halbklassikern in den vergangenen Tagen konnte man sehen, wer in sehr guter Form ist. Vincenzo Nibali zeigte bei Tre Valli Varesine ein starkes Rennen. Seinem Antritt am letzten Anstieg konnte nur Thibaut Pinot folgen. Beiden dürfte die Lombardei-Rundfahrt zudem noch mehr liegen. Das Duo sollte man definitiv auf der Rechnung haben.

Auch Rigoberto Uran, der Mailand-Turin gewann, ist einer der Top-Favoriten. Gleiches gilt für Adam Yates und Julian Alaphilippe.

***** Vincenzo Nibali, Rigoberto Uran
**** Adam Yates, Nicolas Roche, Julian Alaphilippe
*** Diego Ulissi, Fabio Aru, Diego Rosa, Daniel Martin
** Tony Gallopin, Wouter Poels, Gianni Moscon, Nairo Quintana
* Tim Wellens, Daniel Martin, Diego Rosa, Alexandre Geniez

Die offizielle Startliste findest du hier

Start: 10:30 Uhr
Ziel: ~ 17:00 Uhr

Die letzten 10 Sieger:
2006 Paolo Bettini
2007 Damiano Cunego
2008 Damiano Cunego
2009 Philippe Gilbert
2010 Philippe Gilbert
2011 Oliver Zaugg
2012 Joaquim Rodriguez
2013 Joaquim Rodriguez
2014 Daniel Martin
2015 Vincenzo Nibali
2016 Esteban Chaves

Einen deutschen Sieger gab es noch nie.