Platz 10 – Die Ronde van Vlaanderen 2017

Philippe Gilbert (Foto: Roth&Roth)

Die Flandern-Rundfahrt ist in jedem Jahr ein besonderes Rennen. Die Ausstrahlung, die Stimmung vor Ort und der hohe Stellenwert des Radsport-Monuments lassen die Ronde zu einem der wichtigsten Tage des Jahres werden. Doch nicht nur das größte Radsportfest Belgiens lockt die Blicke der Fans weltweit. Der Klassiker bietet Jahr für Jahr ein interessantes Rennen. Die Austragung in diesem Jahr war von einer historischen Attacke und einem dramatischen Unfall geprägt.

 

Erst Gänsehaut, dann Spektakel

Dass sich auf dem prall gefüllten Grote Markt im Zentrum Antwerpens bereits vor dem Start tausende von Armen mit Gänsehaut überzogen lag an der Verabschiedung einer belgischen Legende. Tom Boonen startete zum letzten Mal bei der Ronde und wurde gebührend verabschiedet. Für alle die beim Einschreiben dabei waren, ein beeindruckender Moment, der in Erinnerung bleiben wird.


 

Im Rennen ging früh die Post ab und an der legendären Muur van Geraardsbergen fiel die Vorentscheidung. Der Anstieg war ins Profil der Ronde zurückgekehrt, wurde aber bereits rund 95 Kilometer vor dem Ziel erklommen. Dennoch nutze das Quick-Step-Team die Muur zur Attacke und es formierte sich eine Gruppe mit gleich drei Quick-Step-Fahrern. Tom Boonen und Matteo Trentin ackerten was das Zeug hielt und bereiteten Gilberts Attacke vor.

Am Oude Kwaremont, 55 Kilometer vor dem Ziel, gab Gilbert dann Vollgas und setzte sich ab. Allein brummte er im belgischen Meistertrikot durch das Spalier der begeisterten belgischen Radsportfans. 

 

Die legendäre Jacke

Während die halbe Radsportwelt rätselte, ob Gilbert viel zu früh angegriffen hatte, versuchte die Konkurrenz das Loch zu schließen. Als Peter Sagan, Greg van Avermaet und Oliver Naesen alle Begleiter abgeschüttelt hatten und den Oude Kwaremont mit einem Wahnsinnstempo hochdonnerten, schien es so, als könnten sie Gilbert noch abfangen. Doch dann sorgte die Jacke eines Fans für den größten Aufreger des Frühjahrs. Das Trio stürzte und Gilbert fuhr allein zum Sieg. 

Ob Gilbert eingeholt worden wäre? – Werden wir nie erfahren! Die Flandern-Rundfahrt 2017 bot ein großes Rennen voller Überraschungen, Gänsehaut und Drama. Wir dürfen uns schon jetzt auf den 1. April 2018 freuen, dann steht die 102. Ronde van Vlaanderen an.

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