Platz 2 – Das Amstel Gold Race 2017

Die entscheidende Attacke – Philippe Gilbert mit Michal Kwiatkowski (Foto: Roth&Roth)

Die Organisatoren hatten es satt, dass sich die gesamte Spannung des Rennens auf die letzten 30 Minuten konzentrierte. Man änderte den Parcours und schaffte so etwas Ungewisses. Die Hoffnung der Planer war, dass das Rennen früher voll entbrennen und die Kapitäne zeitiger angreifen würden. Der Plan ging auf.

Gut, wenn eine veränderte Streckenführung Premiere feiert, gibt es immer Spannung, denn man wartet darauf, wie sich das Rennen verändert. Beim Amstel Gold Race 2017 ging viel früher als in den vergangenen Jahren die Post ab und es entwickelte sich ein interessantes und sehr unterhaltsames Finale. 

 

Der alte Charakter

Im Jahr 2013 hatte man den ursprünglichen Kurs des Rennens verändert. Wie bei der WM wurde das Ziel vom Gipfel des Caubergs nach hinten verlegt. Zudem wurde seitdem eine Runde gefahren, an deren Abschluss der Cauberg stand. So warteten (fast) alle Fahrer ab und rund 2 Kilometer vor dem Ziel wurde mit Vollgas der Cauberg erstürmt. Nun hatte man die letzte Auffahrt zum Cauberg gestrichen und die Favoriten mussten früh dafür sorgen, dass es ein hartes Rennen gibt. Und das taten sie!
Die berühmten Anstiege, wie Kruisberg, Eijserbosweg, Fromberg und der gefürchtete Keutenberg, bekam wieder eine entscheidende Rolle. Am Kruisberg, 37 Kilometer vor dem Ziel, formierte sich die entscheidende Gruppe mit Sieger Philipp Gilbert (Quick-Step), Sergio Henao (Sky), Ion Izaguirre (Bahrain-Merida), Michael Albasini, Jose Rojas (Movistar) und Nathan Haas (Dimension Data). In der Verfolgergruppe wurde nachgesetzt, doch nur Michal Kwiatkowski gelang mit einer Monsterattacke am Keutenberg der Anschluss an die Spitze. 

 

Die Entscheidung

Die Verfolger versuchten aufzuschließen, doch die Spitze harmonierte. So ging es auf die letzten 20 Kilometer. Keiner der Fahrer war nach dem schnellen Rennen noch frisch. Kurz vor dem Gipfel des letzten Anstiegs, dem Bemelerberg, sechs Kilometer vor dem Ziel, attackierte Michal Kwiatkowski. Doch er konnte sich nicht absetzen. Gilbert war am Hinterrad und fuhr an Kwiatkowski vorbei an die Spitze. Nathan Haas ließ in dieser Situation eine kleine Lücke aufgehen und keiner der anderen Fahrer in der Gruppe wollte das Loch sofort schließen. Das sah Gilbert, als er sich umblickte und trat noch einmal an. Das Duo fuhr weg und machte dann im Sprint den Sieg unter sich aus. 

Ein tolles, spannendes Rennen, dass den Organisatoren in Sachen Streckenplanung Recht gibt. Für 2018 wird der Parcours wohl nicht verändert, man darf gespannt sein, ob es erneut ein solches offensives und spannendes Finale gibt.

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