Die “La Doyenne” (die Älteste) wurde 1892 zum ersten Mal ausgetragen und zählt zu den fünf Radsport-Monumenten. Lüttich-Bastogne-Lüttich ist mit 4500 Höhenmetern sicher das schwerste Eintagesrennen. Es ist der Abschluss der Klassikersaison und eine Angelegenheit für die Leichtgewichte mit ordentlich Punch. Anders als in den flämischen Ardennen geht es in der Wallonie aber deutlich mehr auf und ab. Die Anstiege sind meist nur wenige Kilometer lang, aber sehr steil. 

 

Die Strecke

Vom Start im Zentrum Lüttichs führt das Rennen gen Süden bis nach Bastogne. Nach der Verpflegung führt die Schleife zurück nach Lüttich, genauer gesagt in den Vorort Ans, wo das Rennen auf einer kurzen flachen Geraden nach einem Anstieg endet. Vor allem der Rückweg nach Lüttich hat es in sich. Es warten auf den letzten 100 Kilometern acht, teils sehr steile Anstiege. 

Profil Lüttich-Bastogne-Lüttich

Das berühmte Trio Côte de Wanne, Cote de Stockeu und Cote de la Haut Levée steht wie 2017 nicht im Programm. Dafür müssen erneut Cote du Pont, Cote de Bellevaux und Cote de la Ferme Libert bewältigt werden. Vor allem Ferme Libert ist ein übler Anstieg. Jedoch sind es vom Gipfel noch 78 Kilometer bis ins Ziel. Doch hier kann bereits ordentlich ausgesiebt werden. Es folgen Col du Rosier und Col du Maquisard, ehe es zur berühmten Redoute geht.

 

Die Profile der wichtigsten Anstiege von Lü-Ba-Lü 2018

 

Die  Côte de la Redoute ist maximal  17% steil und zwei Kilometer lang. Rund 30 Kilometer vor dem Ziel wird hier spätestens das Finale eröffnet. Ein übler Anstieg ist der „Falkenfelsen“ (Côte de la Roche-aux-Faucons1,3 km11% durchschn. Steig.). Hier könnte bereits eine Vorentscheidung fallen, wenn sich eine Gruppe entscheidend absetzen kann.

Auf den letzten Kilometern geht es nach einer Abfahrt in die Côte de Saint-Nicolas (1,2 km, 8.6%), der letzte echte Anstieg. Nach einer kurzen Abfahrt geht es noch einmal hinauf. Nach einem langen, schnurgeraden Anstieg geht es in Ans 200 Meter vor dem Ziel nach links, auf die Zielgerade.

Lüttich-Bastogne-Lüttich: Profil der letzten Kilometer

 

Die Anstiege

Km 72 – Côte de Bonnerue 2,4 km 5.8%.

• Km 109 – Côte de Saint-Roch 1 km 11.2%.

• Km 152 – Côte de Mont-le-Soie 4 km  6.1%.

• Km 168 – Côte de Pont 1 km  10.5%.

• Km 172 – Côte de Bellevaux 1.1 km 6.8%.

• Km 180 – Côte de la Ferme Libert 1,2 km 12.1%.

• Km 198 – Col du Rosier 4,4 km  5.9%.

• Km 211 – Col du Maquisard 2,5 km 5%.

• Km 222.5 – Côte de La Redoute 2 km  8.9%.

• Km 239 – Côte de la Roche-aux-Faucons 1,3 km  11%.

• Km 253 – Côte de Saint-Nicolas 1,2  8.6%.

 

 

Die Favoriten

Der Kreis der Favoriten ist für diesen schweren Klassiker überschaubar. Dass es bei diesem extrem harten Parcours eine faustdicke Überraschung gibt, ist zwar nicht ausgeschlossen, aber sehr, sehr unwahrscheinlich. Es sind die explosiven Klassementfahrer, die bei diesem Rennen ganz vorn landen. Der Prototyp ist Alejandro Valverde. Der Spanier hat das Rennen bereits vier Mal gewonnen und könnte mit einem Sieg am Sonntag mit Rekordsieger und Legende Eddy Merckx gleichziehen. Valverde ist gut in Form, auch wenn er sich an der Mauer von Huy von Julian Alaphilippe geschlagen geben musste. Alaphilippe ist auch für die Doyenne ein heißer Tipp. Dazu gehören Romain Bardet, Jelle Vanendert, Tim Wellens und auch Ion Izagirre zum Kreis der Top-Favoriten. Daniel Martin scheint nicht in der Form der vergangenen Jahre, dennoch sollte man ihn nicht vorschnell abschreiben. Auch Warren Barguil ist nicht wohl nicht in Top-Form. Das Sky-Team schickt Sergio Henao und Michal Kwiatkowski ins Rennen, die sicher weit vorn landen können. 

Ein heißer Tipp ist auch Michael Valgren. Der Sieger vom Oloop Het Nieuwsblad und des Amstel Gold Race ist in herausragender Form und hat die U23-Version des Rennen zwei Mal gewonnen.

 

***** Alejandro Valverde
**** Romain Bardet, Julian Alaphilippe, Michael Matthews
***  Rigoberto Uran, Tim Wellens, Adam Yates, Dylan Teuns, Michael Valgren, Vincenzo Nibali
** Rui Costa, Ion Izagirre, Daniel Martin, Michael Albasini, Michal Kwiatkowski, Michael Woods
* Tom Dumoulin, Domenico Pozzovivo, Alexis Vuillermoz, Warren Barguil, Roman Kreuziger

 

Die offizielle Startliste findet ihr hier

Start:10:10 Uhr
Ziel: ~17:00 Uhr