Knapp eineinhalb Kilometer vor dem Ziel griff Richard Carapaz (Movistar) aus der Favoritengruppe an und setzte sich ab. Der Ecuadorianer zog durch und holte sich in Montevergine di Mercogliano den ersten Sieg bei einem World Tour Rennen. Als Zweiter erreichte Davide Formolo (Bora-hansgrohe) sieben Sekunden nach Carapaz das Ziel. Dritter wurde Thibaut Pinot (FDJ-Groupama). 

“Ich bin glücklich, dass ich gewonnen habe. Das ist mein erster Grand-Tour-Etappensieg und ein sehr emotionaler Moment für mich”, sagte Carapaz im Ziel. “Ich hatte heute gute Beine und ich wusste, dass ich im Sprint keine Chance habe, deshalb musste ich etwas weiter vor dem Ziel angreifen”, so Carapaz im Siegerinterview.

 

Yates bleibt in Rosa

Auch Leader Simon Yates (Mitchelton-Scott) erreichte nach 209 Kilometern in der großen Verfolgergruppe das Ziel und verteidigte das Rosa Trikot. Gesamtzweiter ist weiterhin Titelverteidiger Tom Dumoulin (+0:12|TeamSunweb). Esteban Chaves (Mitchelton-Scott) ist Gesamtdritter, mit 26 Sekunden Rückstand auf Yates. Bester Deutscher in der Gesamtwertung bleibt Maximilian Schachmann (Quick-Step) als 19., der Berliner belegte in Montevergine di Mercogliano Tagesrang 12. 

 

Carapaz weiter in Weiß

Carapaz, der am Ätna die Führung in der Nachwuchswertung von Max Schachmann (Quick-Step) übernommen hatte, baut seinen Vorsprung im Kampf um das Weiße Trikot weiter aus. Denn Ben O’Connor (Dimension Data) war im Schlussanstieg in einen Sturz verwickelt und verlor einige Sekunden. Auch Chris Froome (Sky) wurde durch dieses Sturz aufgehalten, doch der Brite schaffte wieder den Anschluss an die Favoritengruppe und verlor keine Zeit. O’Connor ist in der Nachwuchswertung nun Dritter. Zweiter ist Sam Oomen (Sunweb). Max Schachmann ist in der Nachwuchswertung Vierter.

 

Koen Bouwman erst kurz vor dem Ziel eingeholt

Vom Start weg wurde attackiert und es dauerte einige Zeit, ehe die Ausreißergruppe des Tages stand. Koen Bouwman Davide Villella (Astana), Tosh Van der Sande (Lotto Soudal), Matteo Montaguti (AG2R La Mondiale), Rodolfo Torres (Androni Giocattoli), Matej Mohoric (Bahrain-Merida), Koen Bouwman (LottoNL-Jumbo) und Jan Polanc (UAE Team Emirates) hatten zwischenzeitlich mehr als sechs Minuten Vorsprung. Doch je näher man dem 17 Kilometer langen Schlussanstieg kam, desto schneller schmolz das Polster zusammen. Der Niederländer Koen Bouwman schüttelte im Schlussanstieg seine Begleiter ab und kämpfte sich im strömenden Regen hinauf zum Zeil. Doch 1100 Meter vor dem Ziel flog Carapaz an Bouwman vorbei und am Ende fuhr der Niederländer als 43. über die Ziellinie.