Mit 239 Kilometern ist es die längste Etappe dieses 101. Giro d’Italia. Auch wenn das Profil im Roadbook nicht furchteinflößend aussieht, auf diesem Teilstück müssen 3000 Höhenmeter überwunden werden. Gerade die ersten Kilometer sind anspruchsvoll. Direkt nach dem Start geht es bergauf und das rund 20 Kilometer. Für die schwereren Fahrer ist das gefährlich, denn wer hier angehängt wird und in der Abfahrt nicht sofort wieder den Anschluss an das Feld findet, hat einen ganz harten Tag vor sich. 

Die Etappe scheint ideal für einen erfolgreichen Ausreißversuch. Setzten sich früh Fahrer ab die in der Gesamtwertung ungefährlich sind, haben sie gute Chancen, den Sieg unter sich auszumachen. Denn für Simon Yates und sein Team geht es an diesem Tag vor allem darum, keine Zeit zu verlieren und so wenig wie möglich Kräfte zu investieren. In der schweren letzten Woche wird Yates starke Helfer gut gebrauchen können.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich Quick-Step, Bora-hansgrohe und EF-Drapac zusammenschließen und die Ausreißer zurückholen um für einen Sprint zu sorgen. Doch bei diesem Terrain ist der eher unwahrscheinlich. 

Natürlich kennt jeder im Peloton die gute Chance auf einen Ausreißersieg und sicher werden sich einige Fahrer diese Etappe angekreuzt haben. Doch wenn viele Fahrer in die Gruppe wollen, wird vom Start weg hart und schnell gefahren. Durch den schweren Anstieg kurz nach dem Start werden es wohl nur richtig starke Fahrer in die Gruppe schaffen. 

Ein schwerer Anstieg direkt nach dem Start, und das nach einem Ruhetag – hier werden einige Fahrer vor dem Start ein wenig Aufregung verspüren. Denn nicht alle Fahrer finden nach einem Ruhetag gleich wieder in den richtigen Tritt.

 

Die Strecke

Karte der 10. Etappe des Giro 2018

Kurz nach dem Start in Penne geht es bergauf. Der Anstieg ist mit 15,7 Kilometern Länge angegeben und im Schnitt geht es mit 5,8% bergan. Nach dem Gipfel folgt eine lange Abfahrt und anschließend geht es zur zweiten Bergwertung. 

Profil des Fonte Creta

Auf welligem Terrain geht es in Richtung Etappenziel. Die dritte Bergwertung des Tages wird in Annifo, mehr als 30 Kilometer vor dem Ziel abgenommen. Der Anstieg ist zwar recht lang, aber nicht sonderlich steil (14 km, 2%). Nur die letzten Meter zur Bergwertung sind steiler. Maximal geht es 8% bergauf. 

Nach einer Abfahrt sind die letzten Kilometer flach. In der Anfahrt zum Ziel geht es über breite Straßen, aber es gibt einige 90-Grad-Kurven.

Anfahrt zum Ziel der 10. Etappe des Giro 2018

 

Die Favoriten

Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Tagessieger aus einer Ausreißergruppe kommt. Das halbe Feld will in die Gruppe und es ist sehr schwer vorherzusagen, wer sich den Tagessieg holt. Aufgrund des anspruchsvollen Terrains zu Beginn der Etappe ist anzunehmen, dass es starke Fahrer sind, die gut bergauf fahren können. Giulio Ciccone, Luis Leon Sanchez, Darwin Atapuma, Diego Ulissi, Ben Hermans, Robert Gesink, Eros Capecchi, Ruben Plaza, Koean Bouwman, Quentin Jauregui, Hugh Carthy, Gianluca Brambilla, … sie alle könnten in einer solchen Fluchtgruppe vertreten sein. Auch Tony Martin könnte bei dieser Etappe versuchen, dabei zu sein. Es ist eine lange und schwere Etappe, die Fahrer wie ihm entgegen kommt.

Die Favoriten auf den Gesamtsieg des Giro werden versuchen, mit wenig Kraftaufwand ohne Zeitverlust durchzukommen. Es ist nicht zu erwarten, dass es in den ersten 10 Positionen der Gesamtwertung zu großen Verschiebungen kommt. Doch sollte ein Fahrer in der Fluchtgruppe dabei sein, der zwar schon einige Minuten Rückstand hat, aber noch in Schlagdistanz der Top-20 liegt, könnte der einen großen Sprung nach vorn machen, wenn die Gruppe mit großem Vorsprung im Ziel ankommt. Valerio Conti oder Fausto Masnada wären zwei Fahrer, die dies nutzen könnten.

Sollte es doch zu einem Sprint kommen, wären die üblichen Verdächtigen in der Favoritenrolle: Elia Viviani, Sam Bennett, Sacha Modolo.

 

***** –
**** Luis Leon Sanchez, Diego Ulissi
*** Darwin Atapuma, Giulio Ciccone, Valerio Conti
** Tony Martin, Quentin Jauregui, Gianluca Brambilla, Tim Wellens
* Eros Capecchi, Ruben Plaza, Mateo Montaguti, Matej Mohoric

 

Start: 11:10 Uhr
Ziel: ~17:15 Uhr


Die weiteren Etappen in der Übersicht & mit Profil: 

11. Etappe | 16. Mai | ASSISI – OSIMO | 156 km ***
12. Etappe | 17. Mai | OSIMO – IMOLA | 213 km **
13. Etappe | 18. Mai | FERRARA – NERVESA DELLA BATTAGLIA | 180 km  **
14. Etappe | 19. Mai | SAN VITO AL TAGLIAMENTO – MONTE ZONCOLAN | 181 km *****
15. Etappe | 20 Mai | TOLMEZZO – SAPPADA | 176 km ****
Ruhetag 21. Mai
16. Etappe | 22. Mai | TRENTO – ROVERETO | 34,5 km ITT ***
17. Etappe | 23. Mai |  FRANCIACORTA STAGE (Riva del Garda – Iseo) | 155 km **
18. Etappe | 24. Mai |  ABBIATEGRASSO – PRATO NEVOSO | 196 km ****
19. Etappe 25. Mai |  VENARIA REALE – BARDONECCHIA | 181 km *****
20. Etappe | 26. Mai | SUSA – CERVINIA | 214 km *****
21. Etappe | 27. Mai | ROMA – ROMA | 118 km *
  

11. Etappe | 16. Mai | ASSISI – OSIMO | 156 km

Profil der 11. Etappe des Giro d’Italia 2018
Die Etappen zum Durchklicken/wischen: “Pfeiltaste rechts” = zur nächsten Etappe 

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