Es wird die letzte große Schlacht. Wer in Cervina das Rosa Trikot überreicht bekommt, ist mit großer Wahrscheinlichkeit der Sieger des 101. Giro d’Italia. Denn die Schlussetappe in Rom gehört den Sprintern und es wird wohl keinen Angriff auf Rosa mehr geben. Doch dieser letzte Ritt über die Berge ist hammerhart. Noch einmal 4000 Höhenmeter und eine Etappe mit 214 Kilometern. So wie sich die Jungs am Freitag auseinander genommen haben, wird niemand frisch ins Rennen gehen.

Es war ein insgesamt sehr harter Giro. Selbst die Flachetappen wurden zu Vollgas-Rennen. Jeder Fahrer ist froh, wenn es morgen endlich vorbei ist und es am Sonntag endlich nach Rom geht. Für den Kampf um Rosa bedeutet das aber, dass es auch Samstag noch große Überraschung geben kann. Chris Froome hat viel Kraft investiert und wird das mit Sicherheit spüren. Auch die anderen Favoriten müssen diesen Tag erstmal “überleben”. Wie schnell es gehen kann, wenn man einen schwachen Tag erwischt, hat Simon Yates auf der 19. Etappe schmerzlich erfahren.

Dass der Veranstalter dieses Etappe als Königsetappe ausweist hat einen guten Grund. Es ist ein langes Teilstück am Ende einer langen Rundfahrt. Und dann gibt es noch gleich drei schwere Berge im Finale. Es ist das ideale Terrain für den letzten großen Angriff. Die Favoriten werden mit Sicherheit alles raushauen, was die ausgezehrten Körper noch hergeben. Wie es ausgeht? Das weiß niemand.

 

Die Strecke

Karte der 20. Etappe des Giro 2018

Die ersten knapp 130 Kilometer der Etappe sind flach. Es geht zunächst gen Osten in Richtung Turin und dann gen Norden. Zwischensprint, Verpflegung, zweiter Zwischensprint – dann, bei Rennkilometer 129,9. Es warten auf den verbleibenden 84 Kilometern zum Ziel drei Anstiege der 1. Kategorie.

Zunächst geht es über den Col Tsecore. Ein 16 km langer Anstieg mit Passagen von 15% Steigung. Im Schnitt geht es mit 7,7% bergan.

Profil des Col Tsecore

Es folgt eine rund 20 Kilometer lange Abfahrt, ehe es sofort wieder bergauf geht. Dann steht der Anstieg nach St.Pantaléon an. Es ist eine Bergauffahrt von 16,5 Kilometern Länge, bei einer durchschnittlichen Steigung von 7.2%. Erneut ein harter Berg. 

Profil des St.Pantaléon

Nach der Bergwertung geht es nur 10 Kilometer bergab, ehe die Schlusssteigung nach Cervinia beginnt. 

Profil der Schlusssteigung

Der letzte Anstieg dieses Giro ist kein Monsterberg. Es geht 18 Kilometer mit “nur” 5,3 % durchschnittlicher Steigung bergauf. Doch nach drei harten Wochen und mit diesen schweren Anstiegen in den Beinen, kann es auch hier richtig schwer werden. Die letzten etwa 2000 Meter zum Ziel sind flach. 

 

Die Favoriten

Es muss nichts mehr zurückgehalten werden, die Fahrer können alles raushauen, was der Körper noch hergibt. Die Abstände im Gesamtklassement sind groß und es ist wahrscheinlich, dass sich früh eine große Gruppe absetzt. Selbst Fahrer wie Pello Bilbao, George Bennett oder Patrick liegen zwar in den Top10, haben aber so viel Rückstand, dass Froome und Dumoulin sie ziehenlassen können. Durch die ersten rund 130 flachen Kilometer besteht natürlich die Chance, dass eine stark besetzte Ausreißergruppe durchkommt. Astana hat noch keinen Etappensieg geholt und schickt vielleicht Sanchez und Bilbao los. Der Kampf um das Bergtrikot ist noch nicht entschieden, auch wenn Froome schon einen großen Vorsprung hat. Doch es gibt bei jedem der drei Gipfel 35 Punkte zu holen. Hat sich Simon Yates erholt und geht in die Gruppe, wäre das durchaus ein Ziel.

Sonst sind die üblichen Verdächtigen in der Gruppe zu erwarten: Luis Leon Sanchez, Alessandro de Marchi, Giulio Ciccone, Fausto Masnada, Ben Hermans …

Um zwei Trikots wird es definitiv einen Großkampf geben. Tom Dumoulin wird alles versuchen, um Chris Froome das Rosa Trikot abzujagen. Vielleicht schickt man Sam Oomen in der Gruppe mit und Dumoulin versucht es dann mit einer frühen Attacke? Oder wartet er auf den Schlussanstieg?

Das zweite heiß umkämpfte Trikot ist das des betsen Jungprofis. Miguel Angel Lopez und Richard Carapaz schauen seit Tagen nur auf sich und kämpfen um dieses Trikot. Dabei hätten beide noch die Chance aufs Podium zu kommen, wenn sie Pinot distanzieren. Doch das Duo ist scheinbar so mit sich beschäftigt, dass sie gar nicht gucken, was der Rest macht. 

 

***** Tom Dumoulin, Chris Froome, Davide Formolo
**** Miguel Angel Lopez, Giulio Ciccone
*** Thibaut Pinot, George Bennett, Domenico Pozzovivo
**  Hugh Carthy, Pello Bilbao, Alexandre Geniez
* Valerio Conti, Michael Woods, Jan Polanc, Simon Yates, Ben Hermans

Start: 10:20 Uhr
Ziel: ~ 16:30 Uhr


Die weiteren Etappen in der Übersicht & mit Profil: 

21. Etappe | 27. Mai | ROMA – ROMA | 118 km *
   

 

21. Etappe | 27. Mai | ROMA – ROMA | 118 km

Profil der 21. Etappe des Giro d’Italia 2018

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