“Gestern hatte ich einen schlechten Tag und absolut keine Kraft. Heute war es besser und ich wollte dem Team etwas zurückgeben”, sagte Sieger Pello Bilbao (Astana) nach dem Rennen im Siegerinterview. Der Spanier gehörte auf der sehr schweren, nur 110 Kilometer langen Etappe von Frontenex zur Bergankunft in La Rosière Espace San Bernardo zu einer größeren Ausreißergruppe.

Am Fuße des Schlussanstiegs war der Vorsprung der Ausreißer auf etwas mehr als eine halbe Minute geschmolzen und Bilbao konnte die Attacken seiner Begleiter zunächst nicht mitgehen. “Nach dem extrem schweren Giro bin ich natürlich nicht frisch, aber ich habe einen guten Rhythmus”, so Bilbao, der die Italienrundfahrt als Gesamtsechster beendet hatte. Der 28-Jährige fuhr sein Tempo und holte sich den Etappensieg. “Hier zu gewinnen ist einfach unglaublich”, so Bilbao.

 

Geraint Thomas souverän

Etappenzweiter wurde Spitzenreiter Geraint Thomas (Sky), der sich auf dem letzten Kilometer von seinen Begleitern Romain Bardet (Ag2R), Dan Martin (UAE Team Emirates) und Adam Yates (Mitchelton Scott) löste und zwei Sekunden vor Martin und Bardet das Ziel erreichte. 

So baute Thomas seinen Vorsprung in der Gesamtwertung weiter aus. Er liegt nun 1:29 min vor Adam Yates. Gesamtdritter ist Romain Bardet mit 2:01 min Rückstand auf Thomas. 

 

Emanuel Buchmann erneut stark

Eine starke Vorstellung lieferte erneut Emanuel Buchmann. Der 25-Jährige hatte im Schlussanstieg früh aus der Favoritengruppe attackiert und sich einige Meter abgesetzt. Erst als Dan Martin nachgesetzt hatte und dann das Tempo noch einmal verschärft wurde, fiel er zurück.

Doch er konnte gemeinsam mit Adam Yates lange Zeit die Lücke zur Gruppe um Bardet, Thomas und Martin auf wenige Sekunden halten. Doch als Yates am Ende der steilen Passage, etwa 3,5km vor dem Ziel, den Sprung zur Favoritengruppe noch schaffte, musste Buchmann auch Yates ziehen lassen. Dennoch erreichte er nur 41 Sekunden nach Thomas das Ziel und verbessert sich in der Gesamtwertung auf Rang sechs.

 

Die Ausreißergruppe des Tages

In der stark besetzten Ausreißergruppe des Tages hatte Bilbao gleich drei Helfer. Neben ihm waren auch Dario Cataldo, Bakthyar Kozhatayev und Hugo Houle vom Team Astana vertreten. Valerio Conti (UAE Team Emirates), Axel Domont & Alexis Gougeard (AG2R), Brent Bookwalter (BMC), Lukas Pöstleberger (Bora-Hansgrohe),Thomas De Gendt (Lotto-Soudal), Jesus Herrada (Cofidis), Hector Carretero (Movistar), Pieter Serry (Quick Step), Rudy Molard (Groupama-FDJ), Ian Boswell & Pavel Kotchekov (Katusha-Alpecin), Robert Power & Carlos Verona (Mitchelton-Scott), Warren Barguil, Romain Hardy & Amaël Moinard (Fortuneo-Samsic), Lawson Craddock (EF), Thomas Degand (Wanty-Groupe Gobert), Neilson Powless (LottoNL-Jumbo) & Arnaud Courteille (Vital Concept) gehörten ebenfalls zur Gruppe.

Im Verlauf der Etappe wurde die Gruppe immer kleiner und so gingen weniger als 10 Fahrer gemeinsam in den Schlussanstieg. Pierre Latour (AG2R) hatte sich aus dem Feld am vorletzten Anstieg abgesetzt und früh attackiert. Auch Ian Boswell attackierte im Schlussanstieg und setzte sich ab. Doch nur Bilbao hatte die Kraft die Favoriten auf Distanz zu halten und holte sich den Etappensieg.