Diese Etappe sollte man nicht unterschätzen. Es geht zwar nicht über lange Anstiege, aber dennoch den ganzen Tag auf und ab – eine Etappe mit Klassiker-Charakter. Insgesamt fünf klassifizierte Anstiege sind im Roadbook vermerkt, aber es gibt unzählige weitere im Profil. Mit 204,5 Kilometern ist es zudem eine längere Etappe. Es ist nicht zu erwarten, dass einer der großen Favoriten auf den Gesamtsieg auf diesem Terrain einen Großangriff startet, aber alle Kapitäne sollten sehr aufmerksam sein. Denn wenn einer der Favoriten hier einen Fehler macht, kann dieser bitter bestraft werden. Für die reinen Sprinter ist diese Etappe zu schwer, aber die Puncheure haben hier gute Chancen auf den Etappensieg.

 

Die Strecke

Nach dem Start in Lorient geht es zunächst entlang der Küste und noch weitesgehend über flaches Terrain. Doch am Rennkilometer 60 beginnt das Auf & Ab. Die Sprintwertung ist bei Kilometer 92,5 vermerkt. Die ersten beiden Bergwertungen gehören zur 4. Kategorie. Es sind nur 1,7 bzw. 1,8 km lange Anstiege. Die drei weiteren Bergwertungen gehören zur 3. Kategorie. So ist es sehr wahrscheinlich, dass der neue Träger des Bergtrikots aus der Fluchtgruppe des Tages kommt.

Die Anstiege des Tages:
Km 106 – Côte de Kaliforn 1,7km | 7.1%
Km 113 – Côte de Trimen 1,6km | 5.6%
Km 140.5 – Côte de la Roche du Feu 1,9km | 6.6%
Km 159.5 – Côte de Menez Quelerc’h  3km | 6.2%
Km 181  – Côte de la montagne de Locronan 2.2km | 5.9%

Finale der 5. Etappe der Tour de France 2018

Auf den letzten Kilometern geht es ständig auf und ab und auch die Anfahrt zum Ziel ist recht steil. Die letzten 1000 Meter geht es mit fast 5%  bergauf. Ideales Terrain für Puncheure.

Profil der letzten Kilometer der 5. Etappe der Tour de France 2018

 

Die Favroiten

Theoretisch ist es natürlich möglich, dass den Tagessieg eine Ausreißergruppe unter sich ausmacht. Es gibt genügend starke Fahrer die bereits ausreichend Rückstand haben. Romain Sicard, Tony Martin oder Thomas de Gendt beispielsweise. Aber so früh im Rennen, bei solch einer Klassiker-Etappe, wird es auch im Feld nervös sein. Kein Team will ins Hintertreffen geraten und BMC ist sicher glücklich, mit Greg van Avermaet das Trikot zu haben. Es ist eher wahrscheinlich, dass es am Ende zum Sprint bergauf der Puncheure kommt, oder dass eine späte Attacke erfolgreich ist. Das Feld wird sicher bereits dezimiert sein.

Für den klassischen Sprint bergauf ist Julian Alaphilippe einer der Top-Favoriten. Für ihn dürfte es gern noch steiler sein, wie etwa die Mur de Huy, wo er im April bei Fleche Wallonne triumphierte. Peter Sagan und auch Michael Matthews dürfte diese Ankunft liegen. Ob es zu schwer für Arnaud Demare ist, muss man abwarten. Der Franzose scheint in guter Form zu sein. Das gilt auch für Sonny Colbrelli, der in Top-Form auch bei solch einer Ankunft ganz vorn landen kann. Aber auch den Mann in Gelb sollte man auf dem Zettel haben. Greg van Avermaet kommt auf diesem Terrain sehr gut zurecht und rückt immer stärker in die Favoritenrolle, je schneller & härter das Rennen vor dem finalen Anstieg gemacht wird. Das gilt sicher auch für Alejandro Valverde.

***** Julian Alaphilippe
****Peter Sagan, Michael Matthews (UPDATE: Michael Matthews musste das Rennen krankheitsbedingt beenden)
*** Sonny Colbrelli, Alejandro Valverde,
**  Philippe Gilbert, John Degenkolb, Magnus Nielsen
* Daryl Impey, Geraint Thomas, Arnaud Demare, 

 
Start: 12:20 Uhr
Ziel: ~17:35 Uhr

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Die weiteren Etappen:

 

6. Etappe  | Donnerstag, 12. Juli | Brest – Mûr de Bretagne Guerlédan | 181 km
Profil der 6. Etappe der Tour de France 2018
Die Etappen zum Durchklicken/wischen: “Pfeiltaste rechts” = zur nächsten Etappe 

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