Er attackierte an der steilsten Stelle der zwei Kilometer langen Schlussteigung, zog durch und holte sich den Etappensieg. “Ich habe gesehen, dass im Anstieg alle am Limit waren, da habe ich attackiert”, sagte Dan Martin (UAE Team Emirates) im Ziel. Als Martin 1,2 Kilometer vor dem Ziel angriff, versucht Geraint Thomas (Sky) mitzugehen. Doch der Waliser bekam das Loch nicht zu und ging wenig später aus der Führung. Adam Yates (Mitchelton-Scott) spannte sich kurz vor die Gruppe und ließ dann Richie Porte (BMC) das Tempo machen. Doch trotz Gegenwinds konnten sie die Lücke zu Martin nicht schließen.

Pierre Latour (AG2R) löste sich im flacheren oberen Teil, rund 500 Meter vor dem Ziel aus der Verfolgergruppe, schaffte es aber nicht zu Martin und musste sich mit Rang zwei begnügen. Der Franzose ärgerte sich über die knapp verpasste Chance und schlug auf den Lenker.

Die Favoriten auf den Gesamtsieg ließen Porte bis kurz vor vor der Ziellinie das Tempo machen. Alejandro Valverde (Movistar) sprintete auf Rang drei.

 

“Es ist gut, dass ich in der Gesamtwertung ein paar Sekunden zurückgeholt habe, aber viel wichtiger ist der Etappensieg”, so Martin, der zuletzt im Jahr 2013 eine Tour-Etappe gewonnen hatte und nun für den ersten Erfolg bei der Tour de France für sein UAE Team Emirates sorgte.

Greg van Avermaet (BMC) erreichte als Zwölfter in der Favoritengruppe das Ziel und bleibt in Gelb. Gesamtzweiter ist nun Geraint Thomas (Sky), der sich beim Bonussprint zwei Sekunden Bonifikation sicherte. Gesamtdritter ist Tejay van Garderen (BMC).

“Ich bin wirklich glücklich, das Trikot zu behalten, das war wirklich ein harter Anstieg”, sagte Van Avermaet im Ziel.  “Ich bin echt froh, dass ich keine Zeit verloren habe. Es ist insgesamt ein guter Tag für mich und Richie”, so der Belgier.

Dumoulin und Bardet verlieren Zeit

Großes Pech hatte Tom Dumoulin. Der Niederländer hatte rund sechs Kilometer vor dem Ziel Vorderrad-Defekt und schaffte nicht mehr den Anschluss an die Favoritengruppe. Er erreichte erst 53 Sekunden nach Tagessieger Martin das Ziel und fällt in der Gesamtwertung zurück. Auch Romain Bardet hatte im Finale einen Defekt. Der Franzose schaffte zwar vor dem Schlussanstieg noch einmal den Anschluss, musste aber in der Rampe zum Ziel reißen lassen. Er verlor 31 Sekunden auf Martin.

 

 

Fünf Ausreißer, Wind & ein cleverer Toms Skujins 

Die Ausreißergruppe des Tages bildeten Damien Gaudin (Direct Energie), Fabien Grellier (Direct Energie), Anthony Turgis (Cofidis), Dion Smith (Wanty-Groupe Gobert) und Laurent Pichon (Fortuneo-Samsic). Zwischenzeitlich hatten sie mehr als sechs Minuten Vorsprung, doch als sich das Feld bei einer Windkanten-Situation teilte, schmolz der Vorsprung sehr schnell. Nachdem Quick-Step im Wind Gas gegeben hatte, teilte sich das Feld rund 100 Kilometer vor dem Ziel und Primoz Roglic gehörte zu den Abgehängten. Doch einige Kilometer später war das Feld wieder geschlossen, nachdem man im Feld nicht voll durchzog.

Die Ausreißer gingen mit 30 Sekunden in die erste Auffahrt zum Ziel und kurz vor der Bergwertung sprintete Toms Skujins (Trek-Segfaredo) nach vorn und holte sich die Bergpunkte. Damit hat er mindestens bis übermorgen noch das gepunktete Trikot.

 

Sagan weiter in Grün

Beim Zwischensprint gewann Alexander Kristoff aus dem Feld den Spurt um die verbliebenen Punkte. Gaviria und Sagan hatten ebenfalls mitgesprintet. Sagan bleibt weiter in Grün und hat nun satte 55 Punkte Vorsprung.