Die Sprints ausgeglichen wie nie

Marco Haller hat es in den Analysen bereits mehrfach beschrieben. Es gibt in diesem Jahr keinen Sprinter, der dominiert. Auch keinem der Teams ist es gelungen komplett den Ton anzugeben. Gut, Quick-Step stellt das beste Leadout, aber auch nicht mustergültig. Zwei Siege Gaviria, zwei Siege Sagan, zwei Siege Groenewegen – viele Sprintchancen gibt es nicht mehr, aber man weiß erst auf der Linie, wer sich den Sieg holt. 

 

Sky auf der Höhe

Der Trubel vor dem Tourstart war groß. Der Salbutamol-Fall kochte auf größter Flamme, die Zuschauer buhten Froome bei der Teampräsentation aus und es gab keinen Millimeter Luft, sobald er den Bus verließ. Riesiger Druck, enorme Aufmerksamkeit, Teile des Publikums gegen sich und dann auch noch das Pech auf der ersten Etappe. Doch das Team Sky hat all diese Randerscheinungen und Rückschläge gemeistert. Sie haben im Finale die Leader beschützt und waren immer im Bilde. So auch auf der Kopfsteinpflaster-Etappe am Sonntag. Sie haben nicht gewartet und gehofft, sondern das Rennen selbst in die Hand genommen. Luke Rowe hat seine Rolle auf dem Pflaster sehr gut erfüllt und in den Bergen werden sie nicht schwächer sein. Bei all den Störgeräuschen – beeindruckend.


Die Etappen der Tour 2018 mit Profil


 

Die Bonussprints – nett, aber mehr nicht

Seit diesem Jahr gibt es die neuen Bonussprints. 3,2 und 1 Sekunden gibt es zu holen. Die Idee war, das Rennen in der ersten Woche zusätzlich zu animieren. Den Fahrern eine weitere Chance auf Gelb zu geben. In der Tat gab es ein paar Fahrer, die für einen Moment ein paar mehr Watt investierten, um die Sekündchen zu holen. Doch großen Einfluss hatte es nicht. Es war ein kurzer Moment, der für 20 Sekunden Unterhaltung bot und in der Gesamtwertung wenig bewirkte. Nach dem Mannschaftszeitfahren waren die Abstände zwar gering, aber bei maximal 3 Sekunden lässt sich da wenig bewegen. Klar, gestört hat es niemanden, aber es war jetzt auch nicht die große Revolution. Vielleicht probiert man es im nächsten Jahr mit 10, 6 und 3 Sekunden – mal gucken, was dann passiert 😉 

 

Harte Woche, aber kein Gemetzel

Der Wind blieb aus, und damit wurde aus der erwarteten Woche des Grauens eine harte, aber menschliche Woche. Zwei Tage waren gähnend langweilig, der Rest hielt, was er versprach. Die Pflasteretappe war ein Spektakel, hat aber nicht dafür gesorgt, dass die Favoriten in der Gesamtwertung schon Minuten auseinander liegen. Klar, der Ausfall von Richie Porte wird das Rennen in den Bergen beeinflussen, aber sonst hat es noch keinen der ganz großen Favoriten “verbraucht”. Das hätte man durchaus anders erwartet, wenn der berühmte Wind der Bretagne ordentlich eingegriffen hätte. Dennoch, auch mit dem Teilstück nach Quimper, der Hektik und dem Pflaster am Sonntag, war es eine harte Woche, die bei einigen Fahrern ordentlich Kraft gekostet hat.

 

Thema Grün ist durch

Ok, niemand hatte mit etwas anderem gerechnet – das Thema Grünes Trikot hat sich erledigt. Satte 81 Punkte Vorsprung hat Sagan auf Gaviria und die Zahl der flachen Sprints ist sehr überschaubar. Nur ein Ausfall von Peter Sagan kann noch einmal Spannung in diese Sonderwertung bringen. Das hoffen wir natürlich nicht.