Alles wie in den vergangenen Jahren, und doch anders. Das Sky-Team jubelt über den nächsten Gesamtsieg, doch es ist nicht Froome, sondern Thomas, der in die Kameras winkt und (vermutlich) mit gelbem Rad und Kaltgetränk den Fotografen zuprostet. Zu feiern haben einige, doch bevor die Sause erst so richtig losgeht, wird noch ein Sprint  ausgefahren. Und zwar kein stinknormaler, sondern der auf dem  Champs Élysées – mehr Prestige geht nicht. Viele Sprinter sind nicht mehr dabei und so bekommen Alex Kristoff, Arnaud Demare und auch John Degenkolb eine Chance. Oder gibt es tatsächlich den ersten Ausreißererfolg in Paris seit 2005? 

 

Die Strecke

Profil der 21. Etappe der Tour de France 2018

Gestartet wird die 116 Kilometer lange Etappe in Houilles im Nordwesten von Paris. In einer Schleife geht es zunächst nach Westen und dann ins Zentrum von Paris. Exakt 57,5 Kilometer vor dem Ziel erreicht das Peloton den Parcours der Schlussrunden. Nach der ersten Zielpassage werden noch acht Runden a sieben Kilometer gefahren. 

Die einzige Sprintwertung des Tages ist 40 Kilometer vor dem Ziel erreicht. In der Anfahrt zum Ziel ist die Position in der letzten Links-Rechts-Passage enorm wichtig. Wer hier nicht unter den ersten 10 Positionen ist, hat keine Chance auf den Tagessieg. Die Teams werden mit Vollgas auf diese Kurve zufahren um ihren Sprinter ideal zu platzieren.

Die Schlussrunde in Paris

 

Die Favoriten

Das Feld der Sprinter hat sich arg ausgedünnt. Kittel, Greipel, Cavendish, Groenewegen sind nicht mehr im Rennen. Doch einen Fahrer gibt es im Peloton, der diese prestigeträchtige Etappe bereits gewonnen hat. Vor 11 Jahren gewann der Italiener Daniele Bennati die letzte Etappe der Tour de France 2007. Gut möglich, dass Bennati auf dem Kopfsteinpflaster des Champs Élysées wieder reinhält. Top-Favorit auf den Tagessieg dürfte allerdings Alexander Kristoff sein. Der Norweger hat die Explosivität und war schon mehrfach nah am Etappensieg. Peter Sagan wird nach dem schweren Sturz wohl nicht voll mitsprinten können und so ist Arnaud Demare der zweite Top-Favorit. Demare verfügt über den besten Sprintzug, das könnte ein großer Vorteil sein. Doch auch Edvald Boasson Hagen und John Degenkolb sollte man bei diesem speziellen Sprint nicht komplett abschreiben. Es geht leicht bergan und auf dem Pflaster muss man die Power erstmal auf die Straße bringen.

Theoretisch ist es natürlich auch möglich, dass eine kleine Ausreißergruppe durchkommt. Doch mit Groupama-FDJ, UAE und Trek-Segafredo gibt es mindestens drei Mannschaften, die ein großes Interesse an einem Massensprint haben.

 

***** Alexander kristoff
**** Arnaud Demare
*** Edvald Boasson Hagen, John Degenkolb
** Christophe Laporte, Sonny Colbrelli
* Yves Lampaert, Daniele Bennati,  Magnus Cort, Nikias Arndt

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