Nachdem bereits am Dienstag eine Ausreißergruppe den Tagessieg unter sich ausmachte, erscheint auch für die fünfte Etappe ein Fluchtversuch erfolgversprechend. Das Terrain ist ideal für einen erfolgreichen Ausreißversuch. Denn der letzte Anstieg vor dem Ziel könnte für die Sprinter zu schwer sein, weshalb sie ihre Teamkollegen vielleicht nicht in der Verfolgungsarbeit einspannen. Das Team Sky hatte schon am Dienstag gezeigt, dass man keine großen Ambitionen hat, jeder Ausreißergruppe hinterherzujagen. Michal Kwiatkowski schob schon am Dienstag die Verantwortung fürs Rennen zu Movistar, LottoNl-Jumbo und Mitchelton-Scott. Doch Sky hat immer noch das Leadertrikot und so kann es erneut sein, dass keine Mannschaft entschlossen nachsetzt und ein Ausreißer triumphiert.

Das Terrain und die Konstellation in der Gesamtwertung eröffnet für einige gute Rolleure am Mittwoch die Chance auf den Etappensieg. So werden die sportlichen Leiter einiger Teams ihre Fahrer in die Gruppe schicken wollen. Doch genau das führt wohl dazu, dass zu Beginn des Rennens hart gefahren wird. Je mehr Fahrer in die Gruppe wollen, desto mehr Interessen gibt es. Das kann schon mal dazu führen, dass eine Stunde Vollgas gefahren wird, ehe die Gruppe des Tages weggelassen wird.

Im Finale geht es zunächst lange bergauf, dann lange bergab und die letzten Kilometer sind flach – auch für den Kampf um den Tagessieg sind einige Szenarien denkbar. Spannung ist garantiert.

 

Die Strecke

Karte der 5. Etappe der Vuelta 2018

Der Parcours der fünften Etappe führt das Peloton von Granada an die Küste nach Roquetas de Mar. Insgesamt geht es über 188,7 Kilometer und mehr als 2500 Höhenmeter. Direkt nach dem Start geht es bergauf, doch ob sich hier bereits die Gruppe des Tages bildet, bleibt abzuwarten. Die erste Bergwertung steht nach 55 Kilometern an, doch es gibt einige weitere Anstiege, die jedoch nicht kategorisiert sind.
Das Finale verspricht Spannung und bietet für einige Szenarien ideales Terrain. Denn es geht mehr als 10 Kilometer zum Gipfel des Alto el Marchal bergauf, ehe es hinab zum Ziel geht. Dieser Anstieg der 2. Kategorie ist kein Monsterberg, im Roadbook mit durchschnittlich 4,1 % angegeben. Doch er bietet natürlich eine gute Gelegenheit, die Konkurrenz abzuhängen. Vom Gipfel sind es noch 26 Kilometer bis ins Ziel und die lange Abfahrt bietet die Möglichkeit, noch einmal zurückzukommen.

Die Anfahrt zum Ziel ist flach und abgesehen von zwei 90-Grad-Kurven wenig anspruchsvoll.

Finale der 5. Etappe der Vuelta 2018

 

Die Favoriten

Die Frage nach den Favoriten ist nicht so leicht zu beantworten. Denn zunächst bleibt die Frage, ob eine Ausreißergruppe durchkommt, oder es vielleicht doch einen Sprint gibt. Dabei kann man die Frage stellen, welche der Sprinter über den letzten Anstieg kommen könnten, denn nur dann würde ihr Team sich auch bei der Nachführarbeit beteiligen. Geht ein großes Feld an der Spitze in den letzten Anstieg, würden natürlich einige Fahrer ihre Chance sehen und angreifen. Dann würden die Sprinterteams noch ausreichend Reserven benötigen um das Feld geschlossen auf die letzten Meter zu bringen. Diese Konstellation würde eher dafür sprechen, dass die Sprinterteams sich zurückhalten und so eine Gruppe eine große Chance hat, durchzukommen. Doch viele Sprintchancen bietet diese Vuelta nicht, weshalb man natürlich jede sich bietende Gelegenheit nutzen möchte.

Wenn viele Fahrer in die Gruppe wollen, dauert es meist lange, ehe die Gruppe steht. Sind dann schon 50-60 Kilometer absolviert, macht es das für die Sprinterteams natürlich einfacher, den Rückstand zu kontrollieren. So könnte es sein, dass die Sprinterteams ihre Taktik umstellen und dann doch das Rennen kontrollieren wollen. Es ist also nicht klar abzusehen, wie das Rennen verlaufen wird.

Kommt es zum Sprint, sind sicher Fahrer wie Elia Viviani, Peter Sagan, Matteo Trentin und Nacer Bouhanni die großen Favoriten. Für die Gruppe kommen natürlich viele Fahrer in Frage. Vor allem die ProConti-Teams werden mit aller Macht versuchen, in die Gruppe zu gehen und das nach Möglichkeit mit mehreren Fahrern. Eduard Prades ist nach einer starken Saison ein guter Tipp, aber auch Fahrer wie Simon Clarke, Maxime Monfort, Tiesj Benoot, Steve Cummings, Bert-Jan Lindeman oder Sven Erik Bystrøm dürfte das Profil liegen. Dauerausreißer Thomas de Gendt ist natürlich immer ein Kandidat. 

 

***** –
**** Elia Viviani
*** Matteo Trentin, Nacer Bouhanni, Peter Sagan
**  Giacomo Nizzolo, Tom Van Asbroeck, Danny van Poppel, Simone Consonni  
* Tiesj Benoot, Omar Fraile, Thomas de Gendt, Eduard Prades, Alexis Gougeard

Start: 12:30 Uhr
Ziel: ~17:40 Uhr

 

Weitere Artikel zur Vuelta 2018:
Podcast-Vorschau mit Johannes Fröhlinger
Die Favoriten mit ihren Stärken & Schwächen

Die weiteren Etappen mit Profil zum durchklicken:
6. Etappe | 30. August | Huércal-Overa – San Javier. Mar Menor | 155,6 km
7. Etappe | 31. August | Puerto Lumbreras – Pozo Alcón | 185,7 km
8. Etappe | 1. September | Linares – Almadén | 195,1 km
9. Etappe | 2. September | Talavera de la Reina – La Covatilla | 200,8 km (Bergankunft)
Ruhetag   | 3. September
10. Etappe | 4. September | Salamanca. VIII Centenario – Fermoselle. Bermillo de Sayago | 172,5 km
11. Etappe | 5. September | Mombuey – Ribeira Sacra. Luintra | 207,8 km
12. Etappe | 6. September | Mondoñedo – Faro de Estaca de Bares. Mañón | 181,1 km
13. Etappe | 7. September | Candás. Carreño – Valle de Sabero. La Camperona | 174,8 km (Bergankunft)
14. Etappe | 8. September | Cistierna – Les Praeres. Nava | 171 km (Bergankunft)
15. Etappe | 9. September | Ribera de Arriba – Lagos de Covadonga | 178,2 km (Bergankunft)
Ruhetag     | 10 September
16. Etappe | 11. September | Santillana del Mar – Torrelavega | 32 km
17. Etappe | 12. September | Getxo – Balcón de Bizkaia | 157 km (Bergankunft)
18. Etappe | 13.September | Ejea de los Caballeros – Lleida | 186,1 km
19. Etappe | 14. September | Lleida – Andorra. Naturlandia | 154,4 km (Bergankunft)
20. Etappe | 15. September | Andorra. Escaldes-Engordany – Coll de la Gallina. Santuario de Canolich | 97,3 km (Bergankunft)
21. Etappe | 16. September | Alcorcón – Madrid | 100,9 km

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