Nach der Santos Tour Down Under steht mit dem Cadel Evans Great Ocean Road Race am 27. Januar das nächste World-Tour-Event auf dem Programm. Das 164 Kilometer lange Rennen in Geelong ist das erste Eintagesrennen im World-Tour-Kalender. Das Starterfeld ist sehr ähnlich dem der Tour Down Under.

Das Rennen gibt es erst seit 2015 und wird in der australischen Hafenstadt Geelong ausgetragen. Es trägt den Namen des australischen Tour-de-France-Siegers Cadel Evans. Es ist ein recht kurzes, mittelschweres Rennen, das den bergfesten Sprintern sehr entgegenkommt. Es gehört erst seit 2017 zur World Tour und hat meist einen interessanten Rennverlauf.

“Das ist ein anderes Rennen, als die in Europa. Es ist viel weniger kontrolliert”, sagt Nathan Haas vom Team Katusha-Alpecin. Für den Australier bietet das Rennen die Chance, sich den heimischen Fans zu zeigen, was ihn besonders motiviert. Haas war 2015 Dritter und schon drei Mal in den Top10.


 

 

Offenes Rennen für Instinkt-Fahrer

Der Parcours bietet für mehrere Szenarien ein optimales Terrain. Es kann eine Ausreißergruppe den Sieg unter sich ausmachen, oder die Entscheidung fällt erst im Sprint eines dezimierten Feldes. 

“Das ist kein Rennen, in das du mit einer festen Taktik gehst. Du musst dein Rennen offen gestalten, schauen wer dabei ist und clever agieren. Es ist fast wie ein Rennen ohne Teamfunk – es gibt fast das ganze Rennen Attacken und du weißt nicht, ob sie durchkommen oder eingeholt werden. Man braucht viel Renngefühl und muss seinem Instinkt folgen. Es ist ein echtes Rennen – du kannst früh attackieren und trotzdem gewinnen – das ist großartig.”, so Haas.


–> Interaktive Karte: Alle World Tour Rennen der Saison 2019

Die Strecke

Den Kurs hat Renndirektor Scott Sunderland gemeinsam mit Cadel Evans kreiert. Nach dem Start führt die Strecke zunächst gen Süden an die Küste. Hier gibt es möglicherweise Seitenwind und definitiv ausreichend Gelegenheit, dass sich eine frühe Fluchtgruppe formiert. Nach einigen Kilometern entlang der Küste geht es zurück in Richtung Geelong.

Nach etwas mehr als 100 Rennkilometern wird das Ziel passiert und es geht auf die abschließenden drei Runden durch die Stadt. Der Kurs ähnelt dem der Rad-Weltmeisterschaft von 2010. Es geht den Barwon Boulevard und Challambra Crescent hinauf nach Highton. Gut möglich, dass am letzten Aufstieg einem der guten Kletterer die Vorentscheidung gelingt, doch möglicherweise schaffen einige endschnellen Fahrer auf dem Weg zum Ziel doch noch einmal den Anschluss – Spannung ist garantiert.

Schlussrunden des Cadel Evans Great Ocean Road Race 2019

 

Die Favoriten

Wer bei der Tour Down Under bereits eine gute Form bewiesen hat, zählt auch beim Cadel Evans Great Ocean Road Race zu den Favoriten. Daryl Impey etwa ist endschnell und bergfest – zudem hat er eine starke Mannschaft an seiner Seite. Peter Sagan wird nicht am Start stehen, dafür ist Titelverteidiger Jay McCarthy für das Bora-hansgrohe-Team am Start. Elia Viviani kommt gut über kleinere Anstiege und ist enorm endschnell. Auch er zählt zu den absoluten Favoriten.

Die Website: www.cadelevansgreatoceanroadrace.com.au

Die offizielle Startliste | Startliste bei PCS

Die letzten vier Sieger:
2018 | Jay McCarthy
2017 | Nikias Arndt
2016 | Peter Kennaugh
2015 | Gianni Meersman