In nur wenigen Jahren hat es das Rennen zum Klassiker-Status gebracht. Kurz, hart, einzigartig – eine ideale Mischung für ein Event, das sowohl Fans, als auch Fahrer lieben. Auf den unbefestigten “weißen Straßen” der Toscana wird selbst den Klassikerspezialisten alles abverlangt. 

“Das ist ein fantastischen Rennen, mit all den Gravel-Sektoren. Man kann fast schon sagen, es ist ein epischen Rennen. Ich mag es wirklich sehr”, sagt Enrico Battaglin vom Team Katusha-Alpecin mit einem Grinsen im Gesicht. “Aber es ist auch ein Rennen, bei dem man etwas Glück braucht. Ein Reifendefekt im falschen Moment und das Rennen kann vorbei sein”, so der Italiener. “Man muss stets aufmerksam sein, immer vorn fahren und clever sein“.


 

Die Schotterwege machen das Rennen je nach Witterung hart, oder brutal hart. “Wenn es so ein Wetter hat wie 2018, dann ist es wirklich extrem hart”, sagt Battaglin. Die Schotterwege weichen auf, der Untergrund wird tief und schmierig. “Es rollt dann überhaupt nicht”, sagen die Fahrer. Anders als 2018 soll es am Samstag aber trocken und sonnig sein. Somit sind eher staubige, als matschige Bedingungen zu erwarten. Komplett eingedreckt hatte im vergangenen Jahr Tiesj Benoot triumphiert. Damals hatte sich früh eine stark besetzte Gruppe mit Romain Bardet und Wout van Aert abgesetzt. Benoot hatte seinem Kumpel Peter Serry vor seiner Attacke ein Zeichen gegeben und dann machten sich beide auf die Verfolgung. Am Ende war Benoot der Stärkste und holte sich den Sieg. 

Der Stärkste im Rennen 2018 – Tiesj Benoot
Die Strecke

Verändert wurde die Strecke im Vergleich zum Vorjahr nicht. Für Veranstalter RCS hat sich der Parcours bewährt. Insgesamt sind es 184 Kilometer, 34,2 % davon über unbefestigte Wege. Zwischen dem Start in Siena und der Ankunft am Piazza del Campo in Siena liegen auch 2019 elf Schotter-Sektoren.

Karte der Strade Bianche 2019

Die Sektoren:

Sektor 1: 2.1km
Sector 2: 5.8km mit Passagen von 10%
Sector 3: 4.4km
Sector 4: „La Piana“ 5.5km,
Sector 5: 11.9km
Sektor 6: 8km
Sector 7: 9.5km
Sector 8: 11.5km, der härteste Sektor
Sector 9: 800m, sehr steil
Sector 10: 2.4km Colle Pinzuto, bis zu 15%
Sector 11: 1.1km Tolfe, 18%

 

Das Finale

Die Entscheidung dürfte wieder im Finale fallen, wenn es mit dem vorletzten Sektor, dem bis zu 15 % steilen Colle Pinzuto, und dem giftigen Tolfe-Anstieg mit bis zu 18% hart zur Sache geht. Das Ziel ist erneut am Piazza del Campo in Siena, bei dessen Anfahrt es auf den letzten Kilometern erneut mächtig steil bergauf geht. 

“Das Finale ist brutal hart”, sagt Enrico Battaglin. “Es ist niemals flach, geht immer hoch und runter und die Anstiege sind extrem steil”, beschreibt er die letzten Kilometer zum Ziel. 

Das Finale der Strade Bianche 2019

 

Strade Bianche 2019: Die letzten Kilometer zum Ziel

 

Die Favoriten

Titelverteidiger Tiesj Benoot hat ein ähnliches Vorbereitungsprogramm wie 2018 absolviert. Nach dem Höhentrainingslager ging es zur Klassikereröffnung beim Omloop Het Nieuwsblad. Dort lief es gut, bis wenige Kilometer vor dem Ziel. Benoot stürzte und zog sich eine Knieverletzung zu. Doch Mitte der Woche gab es Entwarnung, Benoot kann bei der Strade Binache starten. Beeinträchtigt ihn das Knie wirklich nicht, gehört er zu den Favoriten. 

Deceuninck-QuickStep schickt mit Zdenek Stybar einen Ex-Champion ins Rennen, der sich beim Omloop in herausragender Form präsentierte. Sein Teamkollege Julian Alaphilippe ist ebenfalls motiviert und auch ihm dürfte der Parcours liegen. Wout van Aert will nach Rang drei 2018 sicher gern wieder aufs Treppchen und ihm dürfte es sicher recht sein, wenn es technisch anspruchsvoll wird. 

Die Italiener Daniel Oss, Giovanni Visconti, Alberto Bettiol, Gianni Moscon und Moreno Moser sollte man ebenso auf der Rechnung haben, wie Michael Valgren oder Sören Kragh Andersen. Einer der Favoriten ist sicher auch Greg Van Avermaet, der in guter Form ist und das Rennen schon auf dem Treppchen beendet hat. Auch das Astana-Duo Alexey Lutsenko und Jakob Fuglsang gehört zum Favoritenkreis.

***** –
**** Greg van Avermaet, Tiesj Benoot, Gianni Moscon
*** Zdenek Stybar, Tim Wellens, Julian Alaphilippe
** Wout van Aert, Jakob Fuglsang, Alexey Lutsenko
* Alberto Bettiol, Vincenzo Nibali, Michael Valgren,

Start: 10:30 Uhr
Ziel: ~15:30 Uhr

Links zum Rennen:

Startliste bei PCS

die Website des Rennens

offizielle Hashtag #StradeBianche