Neben dem Giro d’Italia ist Tirreno-Adriatico das wichtigste italienische Etappenrennen. Über anspruchsvolles Terrain führt das “Rennen zwischen den Meeren” von der tyrrhenischen Küste zur Adria. Mit viel Tradition und hochkarätigem Starterfeld ist es eine prestigeträchtige Fernfahrt. In den Siegerlisten der vergangenen 10 Jahre finden sich neben den Monument-Gewinnern Michal Kwiatkowski und Greg van Avermaet ausschließlich GrandTour-Sieger. 

“Das Niveau bei Tirreno-Adriatico ist enorm”, sagt Enrico Battaglin vom Team Katusha-Alpecin. “Die Spezialisten für die Pflasterrennen sind in Top-Form, genau wie die Fahrer, die sich auf Mailand Sanremo vorbereitet haben”, so Battaglin. Meist teilt sich die Weltelite Mitte März auf Tirreno-Adriatico und das parallel ausgetragene Paris-Nizza auf. 


 

Spannendes Rennen

Neben den Klassikerfahrern sind auch viele der guten Rundfahrer in sehr guter Form. Sie wollen nicht nur bei Tirreno-Adriatico glänzen, sondern wenig später auch in den Ardennen für Furore sorgen. “Ich denke, das ist eines der härtesten Rennen der Saison. Wenn du dort in den Top10 landen kannst, weisst du, dass du sehr stark bist”, so Battaglin und fügt an: “Dort eine Etappe gewinnen zu können, wäre ein großer Erfolg”.

Mit geschickter Streckenplanung gelingt es Veranstalter RCS meist ein spannendes Rennen zu provozieren, dass erst auf den letzten Meter entschieden wird. Seit einigen Jahren endet das Rennen mit einem Einzelzeitfahren, sodass der Kampf um den Gesamtsieg spannend bleibt und gleichzeitig einige Fahrer mit Blick auf Mailand-Sanremo die Belastung steuern können.

“Es ist ein Rennen, dass ich sehr mag und es hat gerade in Italien einen hohen Stellenwert. Ein wenig ist es auch der Beginn der ganz heißen Phase der Saison, mit Tirreno, dann Sanremo und dann die Pflasterklassiker”, sagt Battaglin mit einem Leuchten in den Augen.

Der Parcours

Wie in den vergangenen Jahren beginnt das Rennen auch 2019 mit einem Mannschaftszeitfahren. Bereits am zweiten Tag gibt es eine kurze Bergankunft, die wohl den Puncheuren oder endschnellen Klettern sehr liegen dürfte. Am dritten Tag könnten die Sprinter ihre Chance bekommen, ehe am vierten Tag das knifflige Finale sowohl für Ausreißer, als auch den Favoriten aufs Gesamtklassement die Chance zum Angriff bietet.

Die fünfte Etappe ist sehr anspruchsvoll und es geht den ganzen Tag nur auf & ab. Es ist wohl die Königsetappe dieser Rundfahrt und zum Ziel geht es bergauf. Am sechsten Tag könnten die Sprinter wieder zuschlagen, ehe im Einzelzeitfahren am Schlusstag die Entscheidung fällt.

Tirreno-Adriatico 2019
Die Favoriten

Im Feld von Tirreno-Adriatico sind viele starke Fahrer. Einige bereiten sich auf den Klassiker Mailand-Sanremo und wollen sich gern noch etwas Selbstvertrauen holen. Im 2019er Parcours fehlt eine lange Bergankunft, so sind die Allrounder und Klassikerspezialisten etwas bevorteilt. Doch die extrem welligen Etappen verlangen von den Fahrern alles ab. Durch die anspruchsvollen Etappen ohne ganz lange Anstiege ist es in diesem Jahr eher ein klassischer “Tirreno-Parcours” nach altem Vorbild.

Am Start sind die ganz großen Namen. Toursieger Geraint Thomas, Strade-Bianche-Sieger Julian Alaphilippe, Greg van Avermaet, Vincenzo Nibali, Jakob Fuglsang, Primoz Roglic, Peter Sagan, Tibaut Pinot, Sep Vanmarcke, Tim Wellens, Adam Yates, Tiesj Benoot, Tom Dumoulin, Richard Carapaz und auch Enrico Battaglin.

Im Vorfeld einen klaren Favoriten zu benennen ist sehr schwer möglich. Denn auf dem anspruchsvollen Parcours zählt nicht nur die Kraft, sondern auch die Taktik und das Teamwork beim Mannschaftszeitfahren. Am Ende wird ein kompletter Fahrer mit gutem Team ganz oben auf dem Treppchen stehen.   


Zeitbonifikationen:

Bei den Zwischensprints gibt es 3’’, 2’’ & 1’’ 
Im Etappenziel für die ersten drei Fahrer 10’’, 6’’ & 4’’ Sekunden Bonifikation

Die offizielle Website
Die offizielle Startliste | bei PCS

Die Etappen
Etappe 1 | Lido di Camaiore (Team Time Trial) | 21.5km
Tirreno-Adriatico 2019 – Profil der 1. Etappe