Zur 62. Austragung hat das belgische Eintagesrennen einen neuen Namen bekommen. Dank des neuen Hauptsponsors heißt der E3 Harelbeke nun E3 BinckBank Classic. Am Charakter ändert sich nichts. Es ist ein schweres Rennen über die berühmten flämischen Anstiege. Rund 50 Kilometer kürzer als die große Flandern-Rundfahrt gilt es als “kleine Ronde”.

“Was den Charakter betrifft, ist es schon eine kleine Ronde”, sagt der Belgier Dirk Demol, Sportdirektor beim Team Katusha-Alpecin. “Das Rennen gehört zur WorldTour und für die Fahrer hat es immer mehr an Bedeutung gewonnen. Es ist unterdessen schon so, dass es bereits eine super Saison ist, wenn du (nur) den E3-Preis gewinnst”, so Demol. 

Das Rennen gehört fest zum Klassikerkalender, seit 2012 auch zur WorldTour und ist viel mehr als die Generalprobe für die Flandern-Rundfahrt. Insgesamt 15 Hellinge müssen bewältigt werden und es geht dabei auch über die Ronde-Schlüsselstellen Paterberg und Oude Kwaremont, wo für die am folgenden Wochenende stattfindende “Ronde” längst die VIP-Zelte aufgebaut sind.

“Es ist für viele Team wirklich ein enorm wichtiges und prestigeträchtiges Rennen, auch wenn das vielleicht nicht alle vorher so sagen wollen. Zudem ist es der erste richtige Härtetest für die Ronde van Vlaanderen. Alle Top-Fahrer testen ihre Beine und man sieht, wer konkurrenzfähig ist”, erklärt Demol.



 

Nicht ganz so lang, nicht ganz so schwer wie die Ronde, bietet die E3 BinckBank Classic aber meist das spannendere Rennen. Es wird früh attackiert und die entscheidende Gruppe kann sich fast in jedem Moment des Rennen formieren. Der Rennverlauf ist weniger berechenbar als bei der Flandern-Rundfahrt, aber der “E3 Preis” legt endgültig offen, in welcher Form die Pflasterspezialisten sind

“Ich bin der Nähe aufgewachsen, kenne die Leute, die es realisieren – es ist wirklich ein sehr gut organisiertes Rennen und diese Leute haben ein tolles Rennen verdient”, so Demol und fügt an: “Für mich gibt es die Ronde, aber gleich danach kommt E3!”

 

Die Strecke

Start und Ziel des Rennens sind in Harelbeke. Nach dem Start führt der Kurs gen Norden und dann über Zottegem nach Oudenaarde. In einem großen Bogen geht es anschließend über Geraardsbergen zurück gen Westen, nach Ronse. Etwa 100 Kilometer vor dem Ziel beginnt dann die Kletterei. Es folgt Helling auf Helling

Profil E3 Binck Bank Classic 2019

Knapp 80 Kilometer vor dem Ziel geht es über den steilen Taaienberg, das könnte auch 2019 eine der Schlüsselstellen sein. Etwa 40 Kilometer vor dem Ziel geht es über das Paterberg-Kwaremont-Doppel. Doch anders als bei der Flandern-Rundfahrt wird zunächst der Paterberg erklommen und geht es anschließend zum Oude Kwaremont. Der Tiegemberg ist der letzte Helling des Rennens. Er wird etwa 20 Kilometer vor dem Ziel passiert.

Ist Harelbeke erreicht, geht es in einer Schleife zur Zielgeraden auf dem Stasegemsesteenweg. Das Finale ist komplett flach. 

Die letzten Kilometer der E3 BinckBank Classic 2019
Die Hellinge:

Katteberg (750 m, 6% Ø, max. 11%)
La Houppe (3440 m, 3,3% Ø, max. 10%)
Wolvenberg (645 m,  6,6% Ø, max. 11%)
Knokteberg (1530m, 5,3% Ø, max. 13,3%)
Hotondberg (1200m, 4% Ø, max. 8%)
Kortekeer (1000m, 6,4% Ø, max. 17%)
Taaienberg (650m, 9,5% Ø, max. 18%)
Berg Ten Stene (1500, 5,2% Ø, max. 9%)
Boigneberg (2180m, 5,8% Ø, max. 15%)
Stationsberg (460m, 3,2% Ø, max. 5,7%)
Kapelberg (900m, 4% Ø, max. 7%)
Paterberg (700m, 12% Ø, max. 20%)
Oude Kwaremont (2200m, 4,2% Ø, max. 11%)
Karnemelkbeekstraat (1530m, 4,9% Ø, max. 7,3%)
Tiegemberg (1000m, 6,5% Ø, max. 9%)

 

Die Favoriten

Es sind die echten Klassikerspezialisten, die hier den Sieg unter sich ausmachen. Aber den Sieger vorherzusagen, ist extrem schwer. Denn das Rennen ist etwas weniger anspruchsvoll als die Ronde und damit kommen mehr Fahrer für den Sieg in Frage. Zudem ist das Rennen weniger kontrolliert und es kann sich weit vor dem Ziel eine Gruppe formieren, die den Sieg unter sich ausmacht. Oft bekommen Fahrer bei diesen Rennen eine Chance auf eigene Rechnung zu fahren, die bislang noch nicht zur absoluten Weltspitze gehören. Doch schaut man in die Top10 der vergangenen Jahre, findet man viele große Namen.

Das Deceuninck-QuickStep-Team ist in der Breite wohl die stärkste Mannschaft. Sollte es in der Favoritengruppe früh eine Selektion geben, dürften gleich mehrere Fahrer des Teams vorn dabei sein. In den vergangenen Rennen hat die Truppe von Patrick Lefevere dann sehr gut gezeigt, wie man eine zahlenmäßige Überlegenheit taktisch exzellent nutzt. Ob Yves Lampaert, Zdenek Stybar oder Philippe Gilbert – das Deceuninck-QuickStep-Team hat fast ausschließlich potenzielle Siegfahrer.

Ebenfalls stark ist das Team Trek-Segafredo einzuschätzen, auch wenn die Kapitäne John Degenkolb, Mads Perdersen und Jasper Stuyven in diesem Jahr bislang noch nicht so glänzen konnten, wie zuvor.

In extrem guter Form ist Oliver Naesen, der bei Mailand-Sanremo auf Rang zwei sprintete. Er hat noch keinen großen Klassiker gewonnen, ist aber reif für den ersten ganz großen Triumph. Greg van Avermaet (CCC) und Peter Sagan (Bora-hansgrohe) zählen bei diesen Rennen immer zum Favoritenkreis und auch Titelverteidiger Niki Terpstra will mit seinem neuen Team Direct Energie glänzen.

Beim Team Education First kann man neben Top-Star Sep Vanmarcke auch auf Sebastian Langeveld und Alberto Bettiol zählen. Und auch Luke Rowe (Sky) und Stefan Küng (Groupama-FDJ) sollte man auf dem Zettel haben. 

***** Oliver Naesen,  Wout van Aert, Peter Sagan
**** Niki Terpstra, Greg van Avermaet, Yves Lampaert, Philippe Gilbert
*** John Degenkolb, Sep Vanmarcke, Tiesj Benoot, 
** Luke Rowe, Mads Pedersen, Alberto Bettiol, Metteo Trenton, Jasper Stuyven, Gianni Moscon
* Stefan Küng, Sonny Colbrelli, Matej Mohoric, Nils Politt, Edvald Boasson Hagen, Michael Valgren, Alexander Kristoff 

 

Start: 12:15 Uhr
Ziel: ~17:10 Uhr

offizielle Website: e3binckbankclassic.be
hashtag: #E3BinckBankClassic

Die letzten 12 Sieger:

2018 TERPSTRA Niki GILBERT Philippe VAN AVERMAET Greg
2017 VAN AVERMAET Greg GILBERT Philippe NAESEN Oliver
2016 KWIATKOWSKI Michal SAGAN Peter STANNARD Ian
2015 THOMAS Geraint STYBAR Zdenek TRENTIN Matteo
2014 SAGAN Peter TERPSTRA Niki THOMAS Geraint
2013 CANCELLARA Fabian SAGAN Peter OSS Daniel
2012 BOONEN Tom FREIRE Oscar EISEL Bernhard
2011 CANCELLARA Fabian ROELANDTS Jurgen GUSEV Vladimir
2010 CANCELLARA Fabian BOONEN Tom FLECHA Juan Antonio
2009 POZZATO Filippo BOONEN Tom IGLINSKIY Maxim
2008 ARVESEN Kurt-Asle KOPP David VAN AVERMAET Greg
2007 BOONEN Tom CANCELLARA Fabian BURGHARDT Marcus