Bereits zum 83. Mal wird der Flèche Wallonne ausgetragen und auch in diesem Jahr bleibt der Charakter des Rennens erhalten. Fest verbunden ist das Rennen mit der steilen “Mauer von Huy” an deren Gipfel der Zielstrich ist. Traditionell wird das Rennen am Mittwoch zwischen Amstel Gold Race und Lüttich-Bastogne-Lüttich ausgetragen und ist etwas kürzer, als die beiden anderen Ardennen-Rennen. In diesem Jahr sind es vom Start in Ans zum Ziel 195 Kilometer.



 

Die Strecke des Rennens variiert hin und wieder, aber im Kern bleibt der Parcours stets ähnlich. Vor zwei Jahren hatte man das Rennen über einige Anstiege des Klassikers Lüttich-Bastogne-Lüttich geführt und den Parcours so etwas schwerer gemacht, aber am Rennverlauf änderte das wenig.

Meist geht eine kleine Gruppe mit allen Favoriten in den letzten Anstieg und es entscheiden die steilen eineinhalb Kilometer zum Ziel. Nach dem Zielstrich ringen die Profis völlig ausgepumpt nach Luft und sacken in sich zusammen. Nur der Sieger scheint noch ein paar Reserven für den Jubel zu besitzen.

 

Die Strecke

Profil La Flèche Wallonne 2019

In diesem Jahr sind es erneut 11 Anstiege und geht es drei Mal über die Mur de Huy. Es gibt erneut nach der ersten Zieldurchfahrt zwei 29 Kilometer lange Zielrunden. Man erreicht die Schlussrunden aber nicht erst im Örtchen Huy, sondern stößt bereits vor der Côte d’Ereffe auf den Parcours der beiden Schlussrunden.

Nach der ersten Zieldurchfahrt formiert sich meist eine neue Ausreißergruppe, die versucht, früh eine Vorentscheidung herbeizuführen. So war es auch 2018, als sich Maximilian Schachmann gemeinsam mit Vincenzo Nibali absetzte. Schachmann wurde erst im Schlussaufstieg von den Verfolgern wieder eingeholt. Auch auf der finalen Runde bietet die Côte de Cherave eine gute Gelegenheit zur Attacke, aber meist wird das Rennen am finalen Aufstieg zur Mur de Huy entschieden.

 

Profil Mur de Huy (Kilometerangaben stimmen nicht)

 

Wer nicht unter den ersten 15 Fahrern in die Rampe fährt, hat kaum noch Chancen auf einen Podest-Platz. Deshalb gibt es auf den letzten Kilometern zum Fuße der Mur einen erbitterten Positionskampf. Im Anstieg selbst schaut jeder nur auf sich. „Die meisten machen den Fehler, zu früh loszufahren“, erklärt Albasini. Man muss warten können, sich selbst kennen und dann „ganz tief gehen können“, so Albasini. Im Ziel sind alle Fahrer komplett fertig, tief in Sauerstoffschuld. Sie hängen über den Rädern und ringen nach Luft – immer wieder beeindruckend.

Die letzten Kilometer des Fleche Wallonne 2019

Die Favoriten

Schaut man in die Ergebnislisten der vergangenen Jahre, entdeckt man auch die Favoriten für den Fleche Wallonne 2019. Seriensieger Alejandro Valverde zählt stets zu den großen Favoriten bei solch einer steilen Ankunft. Aber der Weltmeister scheint nicht in der Form vergangener Jahre.

Titelverteidiger Julian Alaphilippe hingegen ist in sehr guter Form und gehört zu den Top-Favoriten. Tim Wellens und Jelle Vanendert sind in Huy schon mehrfach stark gefahren und man sollte sie auf dem Zettel haben. Im vergangenen Jahr zeigte sich auch Michael Matthews im Schlussanstieg stark. Der Australier hat eine gute Form, auch wenn es beim Amstel Gold Race für ihn nicht lief. Man sollte “Bling” für einen Platz auf dem Podium auf jeden Fall nicht abschreiben.

Auch Jakob Fuglsang ist in herausragender Form, aber man muss abwarten, ob er die nötige Explosivität im Schlussanstieg entwickeln kann. Daniel Martin, Michal Kwiatkowski, Dylan Teuns und auch Michael Woods zählen zum Favoritenkreis.

***** Julian Alaphilippe
**** Alejandro Valverde
*** Jakob Fuglsang, Dan Martin, Michal Woods, Dylan Teuns
** Jelle Vanendert, Tim Wellens, Michael Matthews, David Gaudu
* Michael Albasini, Max Schachmann, Patrick Konrad, Wout Poels

Startliste: offiziell | bei PCS

Start: 11:15 Uhr
Ziel: ~ 16:30 Uhr

Die Anstiege:
km 46 Côte de Tancrémont (2,6 km à 5,9 %)
km 58 Côte des Forges (1,3 km à 7,8 %)
km 121  Côte d’Ereffe (2,1 km à 5 %)
km 132 Côte de Cherave (1,3 km à 8,1 %)
km 137,5 Mur de Huy (1,3 km à 9,6 %)
km 150,5 Côte d’Ereffe (2,1 km à 5 %)
km 161 Côte de Cherave (1,3 km à 8,1 %)
km 166,5 Mur de Huy (1,3 km à 9,6 %)
km 179,5 Côte d’Ereffe (2,1 km à 5 %)
km 190 Côte de Cherave (1,3 km à 8,1 %)
km 195,5 Mur de Huy (1,3 km à 9,6 %)