Mit dem Giro beginnt die Saison der großen Rundfahrten. Über drei Wochen und 21 Etappen führt die Rundfahrt durch Italien. Der Parcours ist ausgewogen, aber schwer. Drei Einzelzeitfahren, fünf schweren Bergetappen, sechs Flachetappen und einige Etappen mit Puncheur-Finale werden für ein Spektakel sorgen. Der Giro steht immer ein wenig im Schatten der Tour de France, bietet aber meist das spannendere Rennen. Oft liegen die Favoriten im Kampf um das Rosa Trikot bis zur letzten Etappe im Gesamtklassement nah beieinander.

“Der Giro ist mein Heim-Rennen, ich war bereits sieben Mal dabei und es ist jedes Mal ein besonderes Gefühl”, sagt Enrico Battaglin vom Team Katusha-Alpecin. “Die Stimmung ist einfach großartig und es ist für mich etwas ganz Besonderes, dabei zu sein. In diesem Jahr führt die Strecke ganz nah an meinem zu Hause vorbei und das ist natürlich großartig”, so der Italiener, der in der Nähe von Vincenza lebt. 



 

Battaglin freut sich auf den Giro, aber er geht auch mit großem Respekt ins Rennen. “Die letzte Woche ist furchtbar. Da sind so viele Anstiege, das ist brutal. Da gibt es Tage, da machst du deine Nummer an das Trikot und es geht nur darum, irgendwie im Zeitlimit das Ziel zu erreichen. Da gibt es viele Fahrer im Feld, die verschwenden keinen Gedanken daran, irgendetwas zu versuchen. Es geht nur darum, das Ziel zu erreichen“, sagt Battaglin mit hochgezogenen Augenbrauen und einem breiten Grinsen. Im vergangenen Jahr konnte Battaglin in der erste Woche eine Etappe gewinnen und hofft seine Fähigkeiten bei den Puncheur-Etappen in den ersten zwei Wochen erneut ausspielen zu können. Die dritte Woche ist traditionell sehr schwer und auch 2019 vor allem den Kletterern vorbehalten. “Ja, das ist der Spirit des Rennens, damit musst du klarkommen”, so der 29-Jährige. 

Mit geschickter Streckenplanung versucht man seit Jahren, das Rennen spektakulär zu gestalten und große Namen zum Giro zu locken. Mit Erfolg, wie die vergangenen Jahre gezeigt haben. In den vergangenen drei Jahren lag der Zweitplatzierte nicht einmal eine Minute hinter dem Sieger und es blieb spannend bis zum Ende. 

Ein Spektakel bis zum Schluss

Auch für 2019 plant man mit einem Spektakel bis zum letzten Meter. Genau wie 2017, als Tom Dumoulin siegte, endet der Giro mit einem Zeitfahren. „Wir wollen immer etwas Spektakuläres machen, damit es einen Grund für das Publikum gibt, einzuschalten“, sagt Giro-Chef Mauro Vengi. „Wir schauen immer nach neuen Ideen, wie wir den Giro interessanter machen können. Wir planen um die Wochenenden, denn dort ist die größte Reichweite“, erklärte Vengi schon vor Jahren.

Die Dramaturgie sieht vor, dass in der ersten Woche die Sprinter glänzen können, aber gleich auch die Favoriten zeigen müssen, dass sie in guter Form sind. Die Abstände im Gesamtklassement sollen zunächst noch gering bleiben, denn die dritte ist für den Großkampf um Rosa eingeplant. Dass dann vielleicht auch einige Sprinter das Rennen bereits verlassen haben, kümmert nicht. Die Strecke des 102. Giro hat ingesamt 60 Kilometer im Kampf gegen die Uhr und damit kommt die Strecke den starken Zeitfahrern sicher entgegen. Doch auch die Kletterer bekommen ihre Chancen, Zeit gutzumachen. 

Dramaturgisch geschickt inszeniert müssen die starken Kletterer ihre Chancen vor dem Schlusstag nutzen, um ein Polster auf die starken Zeitfahrer herauszufahren.

Die Strecke

In der ersten Woche gibt es einen guten Etappenmix für alle Fahrertypen. Nach dem Zeitfahren zum Auftakt geht es zunächst an der Tyrrhenischen Küste gen Süden. Bis zum ersten Ruhetag bekommen die Sprinter mehrere Chancen auf einen Etappensieg, aber auch die Puncheure können sich in Szene setzen. Die zweite Etappe führt über welliges Terrain, der dritte Tag ist für die Sprinter reserviert. Nach weiteren Sprint & Puncheure-Etappen endet die erste Woche mit einem langen und anspruchsvollen Einzelzeitfahren.


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Die zweite Woche startet moderat anspruchsvoll, endet aber mit brutalen Bergetappen. Etappe 13 endet mit einer langen Bergankunft, am Folgetag steht eine kurze, aber sehr heftige Etappe an. Zum Finale der zweiten Woche gibt es eine kleine Lombardei-Rundfahrt, über Madonna del Ghisallo, Sormano und Civiglio.

In der Schlusswoche fällt die Entscheidung um den Gesamtsieg. Das 16. Teilstück ist mehr als 220 Kilometer lang und führt von Lovere nach Ponte di Legno. Es geht über den Gavia-Pass und den legendären Mortirolo. Das Finale der 17. Etappe ist die Bergankunft in Antholz, und auch die Etappen 19 und 20 enden jeweils mit einer Bergankunft. Die endgültige Entscheidung um den Gesamtsieg fällt im abschließenden Einzelzeitfahren in Verona.

Die Strecke kompakt
6 Flachetappen 
7 hügelige Etappen
5 Bergetappen | 6 Bergankünfte inkl. ITT
3 Einzelzeitfahren
2 Ruhetage


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Website: giroditalia.it

Die letzten 10 Sieger:
2018 | FROOME Chris
2017 | DUMOULIN Tom
2016 | NIBALI Vincenzo
2015 | CONTADOR Alberto
2014 | QUINTANA Nairo
2013 | NIBALI Vincenzo
2012 | HESJEDAL Ryder
2011 | SCARPONI Michele
2010 | BASSO Ivan
2009 | MENCHOV Denis