Profil der 14. Etappe des Giro 2019

Nach der epischen Bergschlacht am Freitag geht es auch am Samstag heftig weiter. Die 14. Etappe ist kurz, aber mit rund 4000 Höhenmetern sehr anspruchsvoll. Es geht den ganzen Tag rauf und runter, flache Passagen gibt es kaum. Die intensive Etappe vom Freitag in den Beinen werden die Fahrer erneut ans Limit kommen. Wer sich am Freitag zu sehr verausgabt hat, kann am Samstag eine böse Überraschung erleben. 

Im Gesamtklassement sind die großen Favoriten näher zusammengerückt und der Kampf um Rosa hat richtig Fahrt aufgenommen. Eine Vorentscheidung ist längst nicht in Sicht. Die beste Voraussetzungen für ein offensiven Rennen und eine spektakuläre Etappe. 

 

Die Strecke

Karte der 14. Etappe des Giro 2019

Die 14. Etappe führt vom Startort Saint Vincent gen Westen. Im Aosta Tal werden rechts und links die Anstiege erklommen und wieder zurück ins Tal gerast. Flache Passagen gibt es kaum.
Nach wenigen Kilometern geht es das erste Mal bergauf. Der Anstieg von Verrayes ist 6,7 Kilometer lang und mit 8% Steigung durchaus steil. Vermutlich wird sich hier die Gruppe des Tages formieren. Nach der Abfahrt folgt ein kurzes Flachstück im Aosta-Tal, ehe es erneut bergauf geht. 

Der Anstieg nach Verrogne ist mit 13,8 km und immerhin mit 7,1% angegeben. Nach einer langen Abfahrt geht es direkt wieder bergauf. Der Anstieg von Truc d’Arbe  ist 8,2 km lang, mit 7% Steigung. Nach einer Abfahrt und einer kleinen Gegenwelle geht es zum letzten langen Anstieg des Tages.

Die ersten 3 Anstiege der 14. Etappe des Giro 2019

Die Steigung zum Colle San Carlo ist 10,5 Kilometer lang und im Schnitt fast 10% steil. Es gibt Passagen mit 15% und kaum Gelegenheit durchzuschnaufen. Dieser Anstieg ist die größte Schwierigkeit des Tages und vom Gipfel sind es nur 24,9 Kilometer zum Ziel, die meisten davon geht es bergab. Erst die letzten Meter zum Ziel unterhalb des Mont Blanc geht es noch einmal bergauf.  

 

Profil des Colle San Carlo

Die letzten Meter zum Ziel sind nur moderat steil. Etwa sechs Kilometer vor dem Ziel gibt es eine kurze Rampe mit 9% Steigung, aber die Schlusssteigung ist als Berg der 3. Kategorie vermerkt und hat bei 8 km Länge nur 3,2% Durchschnittssteigung. Hier werden nicht mehr die großen Abstände herausgefahren, aber vielleicht die letzten Attacken im Kampf um den Tagessieg gesetzt. 

Das Finale der 14. Etappe des Giro 2019

 

Die Favoriten

Ähnlich wie am Freitag besteht erneut die Chance auf einen Ausreißererfolg. Aber es muss wohl erneut einer der Top-Kletterer sein, der sich aus der Fluchtgruppe den Tagessieg holt. Die Etappe ist kurz und vermutlich wird von Beginn an schnell gefahren. So wird eine Fluchtgruppe wohl nur einen kleinen Vorsprung herausfahren können.

Man darf gespannt sein, wie die Fahrer die Strapazen vom Freitag verkraftet haben. Bauke Mollema und Ilnur Zakarin waren lange in der Fluchtgruppe. Mollema hat zudem seine wichtigsten Helfer den ganzen Tag hart arbeiten lassen. Sollte das Rennen früh zum Schlagabtausch der Favoriten werden, müssen es die Kapitäne wohl hauptsächlich selbst richten.

Das Movistar-Team hat mit Mikel Landa und Richard Carapaz zwei Optionen. Landa war in den vergangenen beiden Etappen in die Offensive gegangen und könnte die Anstrengungen spüren. Vielleicht spielt man nun die Karte Carapaz. Der letzte lange Anstieg scheint wie gemacht für einen Angriff. Das Finale ist weniger steil und sollte eine kleine Gruppe ankommen, würde ein explosiver Fahrer sich wohl den Sieg holen.

Für einen Erfolg aus der Ausreißergruppe kämen Fahrer wie Sam Oomen, Tanel Kangert oder Joe Dombrowski in Frage. Auch Simon Yates liegt im Gesamtklassement weit zurück und könnte seine Enttäuschung über den Rückschlaf vom Freitag vielleicht mit einer frühen Attacke und dem Tagessieg ausgleichen.

Abstände der großen Favoriten – Roglic ist die Referenz:

Roglic
Zakarin +0:31
Mollema +0:41
V.Nibali +1:44
Carapaz +1:57
Majka +2:03
Landa +2:43
Sivakov +4:48
M.A.Lopez +5:23
S.Yates +5:49

*****  Richard Carapaz,
****  Mikel Landa, Rafal Majka
*** Miguel Angel Lopez, Primoz Roglic 
** Vincenzo Nibali, Tanel Kangert, Ilnur Zakarin, Valentin Madous
* Bauke Mollema, Esteban Chaves, Simon Yates, Joe Dombrowski

Start: 13:10 Uhr
Ziel: ~17:15 Uhr


Die weiteren Etappen mit Profil

15. Etappe | 26. Mai | IVREA – COMO | 237 km ****
Ruhetag 27. Mai
16. Etappe | 28. Mai | LOVERE – PONTE DI LEGNO | 226 km *****
17. Etappe | 29. Mai |  COMMEZZADURA (Val di Sole) – ANTERSELVA/ANTHOLZ | 180 km ***
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19. Etappe 31. Mai |  TREVISO – SAN MARTINO DI CASTROZZA | 151 km ***
20. Etappe | 1. Juni | FELTRE – CROCE D’AUNE-MONTE AVENA | 193 km *****
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15. Etappe | 26. Mai | IVREA – COMO | 237 km ****
Profil der 15. Etappe des Giro d’Italia 2019

 

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