Nach den heftigen Bergetappen vom Freitag und Samstag werden die Fahrer die Anstrengungen spüren. Doch bevor es in den verdienten zweiten Ruhetag geht, wartet noch einmal ein langes Teilstück auf die Teilnehmer. 232 Kilometer sind es vom Start in Ivrea zum Ziel in Como. Die ersten rund 150 Kilometer sind wenig anspruchsvoll, aber das Finale der Etappe hat es in sich. Der Parcours verläuft über Teile der Lombardei-Rundfahrt, dem legendären Herbstklassiker, der zu den fünf Radsport-Monumenten gehört. 

Es geht über den Anstieg zur Madonna del Ghisallo, den Colma di Sormano und kurz vor dem Ziel ist der Civiglio-Anstieg zu erklimmen. Das Terrain ist ideal für eine erfolgreiche Flucht. Doch auch die Favoriten im Kampf um Rosa müssen aufmerksam sein. Denn das durchaus anspruchsvolle Finale könnte man nutzen, um einige Sekunden gut zu machen. Wer hier einen schwachen Tag hat, kann sogar Minuten verlieren.

 

Die Strecke

Karte der 15. Etappe des Giro 2019

Die ersten Kilometer sind flach, dann folgt ein kurzer unkategorisierter Anstieg, im Anschluss geht es flach weiter. Vorbei an Mailand geht es zum Comer See. Ist dieser erreicht, verläuft die Strecke zunächst flach entlang des Ufers, eher der Anstieg zur Madonna del Ghisallo beginnt.

Der 8,5 Kilometer lange Aufstieg zur Wallfahrtskirche der Schutzheiligen der Radsportler ist legendär, wenn auch kein Monsterberg. Anschließend geht es direkt zur Colma di Sormano. Auch wenn den Fahrern die brutale Auffahrt über die “Muro di Sormano” erspart bleibt, ist es kein einfacher Aufstieg.

Profil Ghisallo & Sormano

Es folgt eine Abfahrt und ein längeres Flachstück. Das Feld erreicht Como und 14 Kilometer vor dem Ende sind die Fahrer dem Zielstrich schon sehr nahe, doch es geht weg vom Seeufer zur letzten Schwierigkeit. Der Civiglio-Anstieg ist kurz, aber steil. Es folgt eine Abfahrt ins Zentrum von Como. Das Ziel befindet sich, genau wie bei der Lombardei-Rundfahrt, am Lungo Lario Trento. 

Profil des Civiglio-Anstiegs

 

Finale der 15. Etappe des Giro 2019

Die Favoriten

Vermutlich wird eine Ausreißergruppe den Sieg unter sich ausmachen. Das lange Flachstück zu Beginn kann die Gruppe nutzen, um den Vorsprung auf das Feld ordentlich anwachsen zu lassen. Ist kein Fahrer dabei, der Richard Carapaz gefährlich werden kann, wird Movistar die Gruppe ziehen lassen und im Feld ein moderates Tempo anschlagen.

Für die Gruppe des Tages kommen viele Fahrer in Frage. Natürlich wollen viele in die Gruppe, weil die Chancen auf einen Erfolg groß sind, das könnte dazu führen, dass es zu Beginn einen heftigen Kampf um einen Platz in der Gruppe gibt. Thomas de Gendt darf bei langen Ausreißversuchen nicht fehlen. Auch Marco Frapporti wäre keine Überraschung in der Gruppe des Tages. Dazu wären Jay McCarthy, Diego Ulissi, Alexis Vuillermoz oder Gianluca Brambilla Fahrertypen, denen das Terrain sicher liegen dürfte.

Die Favoriten auf den Gesamtsieg müssen aufmerksam sein. Die Anstiege sind nicht ohne und die Abfahrten schnell und teilweise tückisch. Fahrer wie Vincenzo Nibali kennen hier jeden Meter und wissen genau, wo sich vielleicht eine Attacke lohnt. Läuft das Rennen normal, sind keine großen Anstände zwischen den Favoriten zu erwarten. Aber hat einer der Kapitäne einen schlechten Tag, kann er durchaus viel Zeit verlieren.

****  Diego Ulissi
***  Valerio Conti, Gianluca Brambilla
** Jay McCarthy, Alexis Vuillermoz, Thomas de Gendt, Eddi Dunbar
* Tanel Kangert, Valentin Madous, Marco Frapporti, Bob Jungels

Start: 11:15 Uhr
Ziel: ~17:15 Uhr


Die weiteren Etappen mit Profil

Ruhetag 27. Mai
16. Etappe | 28. Mai | LOVERE – PONTE DI LEGNO | 194 km *****
17. Etappe | 29. Mai |  COMMEZZADURA (Val di Sole) – ANTERSELVA/ANTHOLZ | 180 km ***
18. Etappe | 30. Mai |  VALDAORA/OLANG – SANTA MARIA DI SALA | 220 km *
19. Etappe 31. Mai |  TREVISO – SAN MARTINO DI CASTROZZA | 151 km ***
20. Etappe | 1. Juni | FELTRE – CROCE D’AUNE-MONTE AVENA | 193 km *****
21. Etappe | 2. Juni | VERONA – VERONA | 15,6 km ITT *** 

 

16. Etappe | 28. Mai | LOVERE – PONTE DI LEGNO | 194 km *****
Neue Profil der 16. Etappe des Giro 2019

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